KI-Imperium: SpaceX ist kein Raketenstartunternehmen mehr - Golem.de

SpaceX entwickelt sich zu einem Betrieb für KI-Anwendungen. Musk ist überzeugt, dass SpaceX dadurch astronomische Gewinne generieren wird.

13. August 2026 um 18:24 Uhr / Patrick Klapetz

SpaceX definierte sich über das Dragon-Raumschiff und die Falcon-Raketen lange Zeit als Unternehmen. (Bild: Pixabay)

SpaceX definierte sich über das Dragon-Raumschiff und die Falcon-Raketen lange Zeit als Unternehmen. Bild: Pixabay

In letzter Zeit hat sich SpaceX von einem Anbieter für Weltraumflüge zu einem Anbieter für künstliche Intelligenz (KI) entwickelt. "Unsere KI-Einnahmen werden wahrscheinlich bereits im September – also schon nächsten Monat – alle anderen SpaceX-Einnahmen übersteigen und im vierten Quartal höher ausfallen als alle anderen SpaceX-Einnahmen", teilte Elon Musk in einer Ansprache an die Mitarbeiter am 11. August 2026 mit.

Anfang dieses Jahres kaufte SpaceX das im Jahr 2023 von Elon Musk gegründete Start-up xAI. Es hatte den Chatbot Grok entwickelt und betreibt im US-Bundesstaat Tennessee den leistungsstarken Supercomputer-Cluster Colossus. In seiner 29-minütigen Rede erläuterte Musk, wie intensiv sich SpaceX mit KI beschäftigt: "Wahrscheinlich wird KI in vier oder fünf Jahren 99 Prozent des Wertes von SpaceX ausmachen; ich würde sagen, in fünf Jahren ganz sicher."

Die Musk'schen Visionen für SpaceX

Bis Ende des Jahres möchte das Unternehmen 10 Gigawatt an KI-Rechenleistung in Betrieb nehmen. Das ist mehr als es die derzeitigen 1,4 GW Rechenleistung sind, die SpaceX an Technologieunternehmen und KI-Labore verkauft. Der Wert pro Watt soll bei 30 bis 50 Dollar liegen. Das würde einen Jahresumsatz von 300 bis 500 Milliarden Dollar bedeuten.

In Texas soll zudem ein gigantischer Komplex namens Terafab entstehen – ein Gemeinschaftsprojekt mit Tesla, mit dem man fortschrittliche Halbleiterchips für eine Vielzahl von Anwendungen herstellen will. In den kommenden Jahren sollen eine Million Starmind-KI-Satelliten mit seiner vollständig wiederverwendbaren Starship-Megarakete in den Erdorbit befördert werden. Allerdings befindet sich das Starship derzeit noch in der Entwicklung. Für Musk könnte Starmind nach eigenen Einschätzungen eine Goldmine sein.

Zudem sieht Musk Fabriken auf dem Mond als das langfristige Unternehmensziel. Es sollen mehr satellitengestützte Rechenzentren kostengünstig gestartet werden. Immerhin ist die Schwerkraft geringer, und mit einer Art Katapult, einem elektromagnetischen Massentreiber, könnten die Satelliten ins All geschossen werden.

Mitarbeiter dürfen Urlaub auf Mond und Mars machen

"Die Zukunft liegt im Wesentlichen in KI und in Robotern", sagte Musk in seiner Ansprache. "Angenommen, die Zivilisation entwickelt sich weiter, dann denke ich, dass KI – die Menge an digitaler Intelligenz – wahrscheinlich mehr als eine Billion Mal so groß sein wird wie die Menge an biologischer Intelligenz."

Es geht ihm jedoch nicht nur um Geld: "Es ist wichtig, dass wir eine KI haben, die sich um die Menschheit kümmert, die die Menschheit fördert und uns dabei hilft, zu anderen Planeten und anderen Sternensystemen zu gelangen."

Deswegen soll SpaceX nicht nur in der KI-Hardware, sondern auch mit KI-Software erfolgreich sein. Entsprechend sollen seine Mitarbeiter die KI-Bemühungen des Unternehmens auf jede erdenkliche Weise unterstützen. "Einer der schönen Vorteile dabei ist, dass jeder bei SpaceX, der zum Mond oder zum Mars fliegen möchte, dies in Zukunft tun kann", erklärte Musk. "Darauf gebe ich mein Wort."