Kimi K3: Das neue KI-Modell aus China soll Fable 5 Konkurrenz machen

t3n als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

Verpasse keine News mehr!

Das in Peking ansässige Startup Moonshot AI hat sein neues Spitzenmodell vorgestellt, das Fable 5 von Anthropic Konkurrenz machen soll. Dadurch könnte sich der Vorsprung von US-Anbietern weiter verkleinern.

Von Noëlle Bölling

Anzeige

Kimi K3 ist da: Was bedeutet das neue KI-Modell für den Wettstreit zwischen China und USA?

So gut schneidet Kimi K3 im Vergleich zu US-Modellen ab. (Foto: Shutterstock / Robert Way)

Im Wettstreit um die KI-Dominanz liefern sich China und die USA seit Längerem einen intensiven Konkurrenzkampf. Dieser geht jetzt in eine neue Runde: Wie Fortune berichtet, hat das chinesische Startup Moonshot AI sein neues Modell Kimi K3 vorgestellt. Schon die Veröffentlichung des Vorgängermodells Kimi K2 hatte in der Branche für Aufsehen gesorgt, da es laut den Entwickler:innen selbst ohne Reasoning-Modul mit der US-Konkurrenz mithalten konnte.

Anzeige

Kimi K3 soll an Anthropics Fable 5 heranreichen

„K3 ist das bislang leistungsstärkste Open-Source-Programmiermodell von Moonshot AI“, heißt es in einer Pressemitteilung des Startups, das im Jahr 2023 in Peking gegründet wurde. „Es arbeitet mit minimaler menschlicher Überwachung, kann lange Entwicklungssitzungen durchhalten, sich in riesigen Repositories zurechtfinden und Terminal-Tools koordinieren.“ Mit 2,7 Billionen Parametern ist Kimi K3 laut Fortune derzeit das größte Open-Weight-Sprachmodell auf dem Markt.

Zum Vergleich: Das aktuelle Modell V4 des chinesischen Konkurrenten Deepseek verfügt nur über 1,6 Billionen Parameter. Moonshot AI gibt an, dass Kimi K3 gegenüber Anthropics Fable 5 „konkurrenzfähig“ sei und Modelle wie Anthropics Opus 4.8 sowie OpenAIs GPT 5.6 Sol und GPT 5.5 in internen Benchmarks „deutlich übertreffe“.

Anzeige

Anthropics Spitzenmodell Mythos 5 gilt derzeit als das leistungsfähigste Modell für cyberbezogene Aufgaben. Anthropic hatte die erste Mythos-Version Anfang April vorgestellt und zugleich vor deren Fähigkeiten gewarnt: In Tests soll es Schwachstellen in Betriebssystemen und Browsern mit außergewöhnlicher Präzision identifiziert haben. Das Unternehmen entschied sich deshalb gegen eine breite Veröffentlichung und stellte das Modell im Rahmen des „Project Glasswing” nur ausgewählten Unternehmen zur Verfügung.

Fable 5 wurde als sicherere Version konzipiert, die Antworten in risikoreichen Bereichen blockiert, und gilt als das fortschrittlichste frei zugängliche Modell auf dem Markt. Mitte Juni hatte die US-Regierung aufgrund von Sicherheitsbedenken ein Exportverbot für beide Modelle erlassen – inzwischen sind Mythos 5 und Fable 5 aber wieder verfügbar.

Empfohlene redaktionelle Inhalte

Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH, die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen. Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden, dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen. Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.

Hinweis zum Datenschutz

Wettbewerbsdruck wichtiger als KI-Sicherheit?

Sollten sich die Leistungsfähigkeit von Kimi K3 bestätigen, wäre das ein deutliches Anzeichen dafür, dass chinesische Entwickler:innen offene Systeme auf dem Niveau von Anthropic und OpenAI entwickeln können – mit direkten Folgen für den globalen Wettbewerb und die Debatte um KI-Regulierung. Laut Fortune hatten Analyst:innen nicht damit gerechnet, dass China schon jetzt ein Modell auf dem Niveau von Fable 5 veröffentlichen würde. KI-Modelle aus China gewinnen auch wegen der niedrigeren Kosten an Beliebtheit. K3 gilt für chinesische Verhältnisse als relativ teuer. Es kostet 15 Dollar pro Million Ausgabe-Token, Deepseek V4 lediglich 0,87 Dollar. US-Modelle liegen weit darüber. Bei Fable 5 kostet dieselbe Ausgabemenge 50 Dollar.

Top-Artikel

${content}

${custom_anzeige-badge} ${custom_tr-badge} ${section}

${title}

${custom_anzeige-badge}

${custom_tr-badge} ${section}

${title}

In den USA rückt derzeit die Sicherheit von KI-Modellen zunehmend in den Fokus. Auch KI-CEOs wie Demis Hassabis von Google Deepmind und Sam Altman von OpenAI setzen sich für die Einrichtung von Kontrollgremien ein, die die Entwicklung neuer Modelle überwachen sollen. Die aktuellen Vorstöße könnten durch die Veröffentlichung von Kimi K3 allerdings einen Dämpfer erfahren. Laut Fortune könnte die Tatsache, dass ein chinesisches Unternehmen ein Modell auf dem Niveau aktueller US-Spitzenmodelle früher als erwartet entwickelt hat, nämlich dazu führen, dass Kontrollen gelockert werden, um den Vorsprung amerikanischer KI-Anbieter zu sichern.

Startseite