Kinder auf dem CSD-Wagen: Immoscout distanziert sich und prüft Mitarbeiter

Nach der Debatte um ein Video vom Berliner Christopher Street Day (CSD), das auf dem Festwagen von Immoscout24 ein Kind neben einem Mann zeigt, der ein Schild mit der Aufschrift „Anal?“ hochhält und sein Gesäß entblößt, hat sich das Immobilienportal erstmals öffentlich geäußert. In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme distanziert sich das Unternehmen vom Verhalten eines Mitarbeiters.

„Das Verhalten in der gezeigten Szene und dabei insbesondere das Auftreten eines unserer Mitarbeiter entspricht nicht den Werten von ImmoScout24 und wird von uns auch in keiner Weise toleriert“, schreibt das Unternehmen. Man arbeite den Vorfall intern auf. Wer im Namen von Immoscout24 auftrete, müsse auch die Werte des Unternehmens vertreten. „Das gilt insbesondere für unsere Führungskräfte“, heißt es.

Keine konkrete Benennung, welcher Mitarbeiter gemeint ist

Bereits am Dienstag hatte die Berliner Zeitung bei Immoscout wegen der Bilder eines Kindes auf dem Festwagen nachgefragt. Von Unternehmensseite hieß es telefonisch, Kinder dürften auf dem CSD-Wagen mitfahren. Eine schriftliche Stellungnahme wollte das Unternehmen zunächst nicht abgeben.

Auch in der nun veröffentlichten Erklärung geht Immoscout auf die Diskussion um die Kinder nicht ein. Dass ein Minderjähriger auf dem Wagen mitgefahren ist, ist nicht Teil der Erklärung. Auch lässt das Unternehmen offen, von welchem Mitarbeiterverhalten man sich distanziere: Der Mann, der das Kind mitgebracht hat und auf den Armen hält oder der Mann, der sich mit dem Schild entblößt oder andere. Auch, ob es sich um Führungskräfte handelt, bleibt in der Erklärung offen.

Schließlich betont Immoscout24 auch in der Stellungnahme, das Unternehmen stehe für Vielfalt, Offenheit und gegenseitigen Respekt. Man unterstütze den CSD ausdrücklich. Zugleich erinnert das Unternehmen an den islamistischen Anschlag, der die diesjährige Veranstaltung überschattet hatte. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen“, heißt es in der Erklärung.

Debatte nach Aufnahmen vom CSD

Immer wieder wird die Teilnahme von Kindern auf dem CSD diskutiert, da Minderjährige mit Fetischkleidung, Nackheit und sexualisiertem Verhalten auf offener Straße konfrontiert werden. Kritiker wie Aktivisten im Kinder- und Jugendschutz halten diesen Umgang mit Kindern für Unzumutbar und strafrechtlich fragwürdig.

Der Veranstalter Berliner CSD e. V. verweist dagegen darauf, dass solche Darstellungen Teil der Geschichte der queeren Bewegung seien und nur einen kleinen Teil des Demonstrationszugs ausmachten.

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