Kleine Details, große Veränderungen
Stand: 24.09.2026, 18:45 Uhr
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Der neue Löwen-Spirit lässt sich vor dem ersten Heimspiel an einigen Beispielen festmachen.
Frankfurt – Größere Veränderungen lassen sich manchmal auch an kleineren Details festmachen, Daniel Pfaffengut hat gerade ein paar gute Erfahrungen dieser Art gemacht. Am Freitag in Schwenningen zum Beispiel. Da habe man es richtig gesehen, berichtet er, nämlich: „Wenn jemand, der in seiner Karriere bisher normalerweise nur fürs Toreschießen zuständig war, sich richtig in Schüsse reinwirft, dann denkst du, dann mache ich das auch.“
Ein Beleg für die Einsatzbereitschaft und den Zusammenhalt unter Frankfurter Löwen, der dem stellvertretenden Kapitän in diesem Zusammenhang einfällt, ebenso die vielen Teamevents in der Vorbereitung, die von Spielern selbst organisiert worden waren. „Ich glaube, da wächst etwas Großartiges zusammen bei uns in der Kabine“, sagte Pfaffengut am Sonntagabend noch auf dem Eis der Kölner Riesenarena. Mehr ein Gefühl, aber gespeist aus diesen und anderen Indizien: „Das ist eine coole Gruppe.“
Noch ist die Saison sehr jung in der Deutschen Eishockey Liga, ein Wochenende bloß alt, zwei Auswärtsspiele, noch nicht eine Begegnung daheim – die kommt jetzt erst, gegen die Nürnberg Ice Tigers diesen Freitag (19.30 Uhr) in der Eissporthalle am Ratsweg. Aber sie hat besser angefangen, als man das aus Löwen-Sicht erwarten durfte. Kaum wiederzuerkennen ist die Mannschaft gegenüber dem Vorgängerjahrgang, obwohl annähernd zwei Drittel auch schon zu diesem gehörten, der im September 2025 zum Anfang gleich einen historischen Tiefpunkt erlebte, mit dem 1:9 zu Hause gegen Wolfsburg. Und in der Folge von einem Desaster ins nächste rutschte und erst die Kurve kriegte, als Tom Pokel im November das Traineramt übernahm. Und mit seiner Aufbauarbeit begann.
„Man merkt schon, dass dieses Jahr vieles anders ist“, meint Pfaffengut. Klarere Strukturen im Spiel, ein anderer Löwen-Spirit insgesamt. Auch durch gezielte Verstärkungen. Wie Adam Scheel im Tor, einer, der „unbedingt gewinnen will“, so Stürmer Pfaffengut. Oder die Abwehrroutiniers Konrad Abeltshauser und Björn Krupp: „Das hilft natürlich enorm. Eine erfolgreiche Mannschaft hat so ein Corps an Leuten in der Kabine. Und wenn jemand wie der Krupper oder Kony reinkommt, ist das natürlich eine Erscheinung. Wenn die was sagen, wird es gemacht.“ Was bei Trainer Pokel ohnehin gilt: „Er holt uns aus unserer Komfortzone heraus und versucht, bei jedem Einzelnen die Extraprozent rauszukitzeln.“
Auch anders als bei regelmäßigen Zusammenbrüchen der Vorsaison: die Widerstandsfähigkeit. Beim 5:0 auf dem kleinen Schwenninger Eis, traditionell einer der unangenehmsten Löwen-Orte, überstand man trotz des klaren Ausgangs schwierigere Phasen. Und in Köln erkämpfte man sich nach einem 1:3-Rückstand immerhin noch einen Punkt, ehe man in der Verlängerung verlor. Und sich trotz des respektablen Auftritts und Resultats beim Titelanwärter ärgerte, nicht drei Zähler eingepackt zu haben.
„Das zeigt, dass wir dieses Jahr einen bisschen anderen Charakter haben, eine Gewinnermentalität“, meint Pfaffengut. Und die Löwen-Resilienz? „Das ist Teil dessen, wie unsere Kultur ist. Wie wir trainieren, wie wir uns teilweise die Köpfe einhauen und zusammenfahren, nur so können wir erfolgreich sein. Nur über Kampf.“ Auch gegen Nürnberg, ganz besonders. Noch so eine Mannschaft, die besser gestartet ist als gedacht, drei Siege aus drei Spielen, ein Underdog als Überraschungstabellenführer, wie die Löwen nach dem Start in Schwenningen. „Wir freuen uns drauf“, sagt Daniel Pfaffengut. Im Wissen, dass man in der engen DEL in jedem Spiel alles geben muss. „Aber wenn wir die Kampfbereitschaft an den Tag legen, die wir bis jetzt an den Tag gelegt haben, werden die Ergebnisse für uns sprechen.“ Weitere gute Beispiele inklusive.