Klimaschutz spart bares Geld - diese oberbayerische Gemeinde beweist es
Stand: 29.08.2026, 18:00 Uhr
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In Huglfing entsteht ein kommunales Mehrfamilienhaus mit Erdwärmepumpe und Photovoltaik. Die Mieter bekommen günstige Wärme und den Solarstrom vom Dach, was auf Dauer viel Geld spart.
Huglfing – „Wir schaffen ein echtes Leuchtturmprojekt für die gesamte Region“, wird Huglfings Bürgermeister Markus Huber in einer entsprechenden Pressemitteilung zitiert. Ralph Müller, Geschäftsführer der 17er Oberland-Energie, pflichtet ihm im Gespräch mit der Heimatzeitung bei: „Das gemeinsam erarbeitete Konzept ist extrem durchdacht.“
Auf dem Gelände am alten Sportplatz baut nicht nur die Gemeinde ihr Mehrfamilienhaus, bei dem auf bezahlbare Mietpreise geachtet wird. Es entstehen noch weitere Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Gemeinde beschloss daher, eine Erdwärmebohrung in Auftrag zu geben und eine groß dimensionierte Erdwärmepumpe zu errichten. An diese können sich auch die anderen Häuslebauer anschließen. „Quasi eine kleine Natur-Dorfheizung, bei der kaum laufende Kosten entstehen“, so Müller. Denn die Wärme kommt gratis aus dem Boden, für den laufenden Betrieb wird nur Strom benötigt – weder Hackschnitzel noch Gas für ein Blockheizkraftwerk.
Dachflächen an die 17er Oberland verpachtet
Der dafür benötigte Strom kommt vom Dach des Mehrfamilienhauses, das die Gemeinde errichtet. Die Dachflächen hat sie an die 17er-Oberland verpachtet. Das Energieunternehmen baut in den nächsten Wochen die PV-Anlage, die eine Leistung von 46-Kilowatt-Peak erreichen soll. Alles, was nicht für die Wärmepumpe benötigt wird, steht den Mietern als günstiger Mieterstrom zur Verfügung. Eingespeist wird nur, was nicht selbst verbraucht wird, was wiederum die Stromnetze schont. Und sollte mal nicht genügend Strom vom Dach kommen, bekommen die Mieter den Rest als Ökostrom von der 17er-Oberland geliefert.
Eine Verpflichtung, sich am Mieterstrom zu beteiligen, gebe es freilich nicht, sagt Müller. Aber er ist sich sehr sicher, dass man einen überaus konkurrenzfähigen Preis anbieten wird: „Wir sind halt ein zu 100 Prozent kommunales Unternehmen und müssen keine zweistelligen Renditen erwirtschaften.“ Genaue Preise konnte er im Gespräch mit der Heimatzeitung allerdings noch nicht nennen, da die Abgaben und Umlagen, die den Strompreis maßgeblich bestimmen, noch nicht festgelegt sind. Zum Jahreswechsel, wenn das Gebäude bezogen werden soll, werde man aber ganz konkrete Angebote machen können, verspricht er.
„Das Prinzip des Mieterstrommodells ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Der auf dem Dach erzeugte Solarstrom muss nicht erst über das öffentliche Netz transportiert werden, sondern kann unmittelbar von den Menschen im Gebäude genutzt werden. Dadurch wird erneuerbare Energie dort verbraucht, wo sie entsteht“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung.
Referenz für künftige Projekte
„Das Wohnprojekt am Alten Sportplatz ist uns eine Herzensangelegenheit. Es entstehen nicht nur 18 kommunale Wohnungen, sondern diese sind durch Ökostrom und eine hocheffiziente Erdwärmepumpe auch klimaneutral“, wird Huglfings Bürgermeister Huber zitiert. „Gerade die Kombination aus bezahlbarem Wohnraum durch die Gemeinde und einer klimafreundlichen und günstigen Wärme- und Stromversorgung durch die 17er Oberlandenergie zeigt, wie durch starke kommunale Partnerschaften echte Mehrwerte für die Bürgerinnen und Bürger entstehen.“ Das Mieterstromprojekt soll deshalb auch als Referenz für weitere kommunale, genossenschaftliche und private Wohnungs- und Quartiersprojekte dienen.
Natürlich werde auch die Verkehrswende gleich mitgedacht, führt 17er-Chef Müller weiter aus. Alles werde so vorbereitet, dass sich bei Bedarf Lademöglichkeiten für die E-Autos der Mieter leicht installieren lassen.