Klimawandel: Fast alle Korallenriffe weltweit vom Absterben bedroht
Folgen des Klimawandels Fast alle Korallenriffe weltweit vom Absterben bedroht
Stand: 22.10.2026 • 21:34 Uhr
Korallen bieten im Meer einer großen Artenvielfalt ein Zuhause. Doch die Riffe sind durch die Erhitzung der Meere erheblich gefährdet. Eine Studie zeigt nun das ganze Ausmaß.
Durch den Klimawandel sind in den kommenden 50 Jahren fast alle Korallenriffe vom Absterben bedroht. Das ist das Ergebnis einer Prognose der Weltnaturschutzunion (IUCN), die diese am Rande der derzeit laufenden UN-Artenschutzkonferenz in Armenien vorgestellt hat. Es bestehe für 96 Prozent der Korallenriffe in den Weltmeeren "ein extrem erhöhtes Risiko", dass sie bis 2075 absterben, hieß es in der Analyse.
Für die Bewertung wurden der Zustand und die Entwicklung von Korallenriffen vor den Küsten von mehr als 80 Ländern und Gebieten eingeschätzt. Als Grundlage diente den Wissenschaftlern dafür das "mittlere" Szenario des UN-Klimarats, das bis zum Jahr 2100 eine globale Erwärmung um 2,7 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau prognostiziert. Das von der Weltgemeinschaft eigentlich angestrebte Ziel von 1,5 Grad gilt inzwischen als fast nicht mehr erreichbar.
Hitzestress als größte Bedrohung
"Hitzestress infolge des Klimawandels ist weltweit die beständigste Bedrohung, die den Rückgang der Korallenriffe vorantreibt", erklärte die Weltnaturschutzunion. Daneben wurden auch Überfischung, Küstenbebauung, Umweltverschmutzung, Tourismus und durch den Klimawandel immer häufiger auftretende Stürme als schädigende Faktoren genannt.
Korallen bilden natürliche Barrieren gegen Erosion und bieten als Ökosysteme eine große Artenvielfalt. Sie sind jedoch sehr empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen. Wird das Wasser zu warm, stoßen sie die Mikroalgen ab, die in ihrem Gewebe leben und sie ernähren. Sie bleichen aus und sterben oft ab. Hitzewellen im Meer treten wegen des Klimawandels immer häufiger auf.
Weltweit erste Untersuchung dieser Art
Betroffen sind demnach unter anderem Teile des Great Barrier Reef vor Australien, des Korallendreiecks im westlichen Pazifik und in Südostasien, des mesoamerikanischen Riffsystems und die Riffe im Roten Meer. Das seien die weltweit größten und artenreichsten Riffe.
Die IUCN ist ein Dachverband zahlreicher Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen im Bereich Natur- und Artenschutz. Die nun vorgelegte Analyse war die erste weltweite Untersuchung dieser Art.