EU berät über mysteriösen Tod in russischem Pest-Labor – was bisher bekannt ist
Klinik unter Quarantäne – EU berät über mysteriösen Tod in russischem Pest-Labor
Stand: 07.10.2026, 08:00 Uhr
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Europäische Gesundheitsbehörden beobachten einen mutmaßlichen Pest-Ausbruch in Sibirien genau. EU‑Kommission und Mitgliedstaaten beraten am Mittwochmorgen darüber.
Brüssel – Vertreter der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten wollen in Brüssel über einen mutmaßlichen Ausbruch der Lungenpest in Sibirien in Russland beraten. Nationale Behörden versuchen derzeit, sich ein klares Bild von der Lage zu verschaffen.
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Dieser Artikel von Jorge Liboreiro entstand in Kooperation mit Euronews
Am Mittwochvormittag (7. Oktober) kommt in Brüssel der Ausschuss für die Gesundheitssicherheit zusammen, der schwere grenzüberschreitende Gesundheitsbedrohungen bewertet. Die Sitzung war bereits angesetzt, der Fall aus Russland wurde kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt.

„Ich kann bestätigen, dass der Vorfall in Russland auf der Tagesordnung des Ausschusses für die Gesundheitssicherheit stehen wird“, sagte eine Sprecherin der Kommission gegenüber Euronews. Im Mittelpunkt steht der Fall einer Labormitarbeiterin am Irkutsker Forschungsinstitut zur Bekämpfung der Pest im südöstlichen Sibirien.
Unklarheit über Todesfall einer Labormitarbeiterin
Sie ist am 2. Oktober gestorben, die genauen Umstände sind unklar. Als Todesursache wurde eine „Lungenentzündung unbekannter Ursache“ angegeben. Die russischen Behörden erklären, sie hätten keine Hinweise darauf gefunden, dass ihre Erkrankung durch einen der Erreger verursacht wurde, mit denen sie im Labor arbeitete.
Sie betonen, die Lage sei unter Kontrolle. Das Krankenhaus, in dem die Labormitarbeiterin behandelt wurde, steht unter Quarantäne. Rund 200 Menschen, die Kontakt zu ihr hatten, werden eng medizinisch überwacht. Unabhängig davon haben Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan vorsorgliche Maßnahmen an ihren Grenzen eingeführt, um eine mögliche Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern.
WHO und Nachbarstaaten beobachten Lage
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Dienstag (6. Oktober) mit, bislang zeige keine der überwachten Personen Symptome, frühe Testergebnisse seien negativ. Zugleich erklärte die WHO, es sei „unklar“, auf welche Erreger getestet wurde. Nach Einschätzung der WHO ist das Risiko für die europäische Region „sehr gering“.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) erklärte in einer Mitteilung, der Verdacht auf einen Pest-Ausbruch sei „noch nicht bestätigt“. „Zwischen Irkutsk und der EU gibt es nur wenig Reiseverkehr, derzeit erst recht wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine“, teilte die Behörde mit.
ECDC sieht bislang kaum Anzeichen für Ausbreitung
„Auf Grundlage der derzeit sehr begrenzten Informationen liegen keine Berichte über weitere Erkrankungsfälle oder eine anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch vor“, heißt es weiter. Brüssel und Washington verfolgen die Entwicklung genau und fordern Russland auf, verlässliche und transparente Informationen zu liefern.
Die Lungenpest tritt auf, wenn die Pest, eine bakterielle Infektionskrankheit, die Lunge befällt. Sie gilt als schwerste Form der Erkrankung und kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Unbehandelt sterben Schätzungen zufolge 30 Prozent bis 100 Prozent der Betroffenen.