Klopp nimmt erste DFB-Pleite auf sich – und rechnet mit Kritik an seinem Plan

Klopp nimmt DFB-Pleite auf seine Kappe und verteidigt seinen Plan

Stand: 27.09.2026, 23:56 Uhr

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Jürgen Klopp muss im zweiten Spiel als Bundestrainer seine erste Niederlage hinnehmen. Nach dem 0:1 gegen Griechenland übernimmt er Verantwortung und verteidigt seinen Plan.

Augsburg – Der Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer verläuft holprig. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande musste sich die deutsche Nationalmannschaft am Sonntagabend Griechenland mit 0:1 geschlagen geben. Ausgerechnet bei seinem ersten Heimspiel als Bundestrainer kassierte Klopp damit seine erste Niederlage. Im Anschluss stellte sich der 59-Jährige vor seine Mannschaft und nahm das Ergebnis zu großen Teilen auf seine Kappe.

Jürgen Klopp kassierte gegen Griechenland in seinem zweiten Spiel als Bundestrainer seine erste Niederlage.

Jürgen Klopp kassierte gegen Griechenland in seinem zweiten Spiel als Bundestrainer seine erste Niederlage. © picture alliance/dpa | Sven Hoppe

„Die Aufstellung, die Zusammensetzung, die vielen Wechsel – geht alles zu 100 Prozent auf meine Kappe“, erklärte Klopp nach der Partie in der ARD. Der Bundestrainer hatte seine Startelf im Vergleich zum Remis des DFB gegen die Niederlande auf fünf Positionen verändert und unter anderem Debütant Bambase Conte von Beginn an gebracht. Der Plan sei gewesen, eine Mannschaft aufzustellen, die den tiefstehenden griechischen Gegner vor Probleme stellen könne.

Klopp nach DFB-Pleite: „Verlieren darfst du es nicht“

Dass dabei nicht alles funktionieren würde, hatte Klopp wohl einkalkuliert. Selbst mit einem Unentschieden hätte er wegen der vielen Veränderungen leben können. „Das Spiel heute nicht hoch zu gewinnen oder nicht zu gewinnen, damit hätte ich wirklich auch leicht leben können“, erklärte er. Eine Grenze zog er aber beim Ergebnis: „Verlieren darfst du es nicht, haben wir trotzdem getan.“

Lange sah es zumindest danach aus, als würde Deutschland einen Punkt mitnehmen. Griechenland schlug spät zu und bescherte Klopp einen bitteren Abschluss seines ersten Heimspiels. Er bezeichnete den Treffer als „Drecksding“, das am Ende „reinwurschtelt“ wurde. Zufrieden war Klopp aber auch unabhängig vom Gegentor nicht. Besonders gegen die langen Bälle der Gäste habe seine Mannschaft nicht dominant genug verteidigt.

Das größere Problem sieht Klopp in den fehlenden Automatismen seiner neuen Mannschaft. Gerade gegen einen tiefstehenden Gegner brauche es klare Abläufe, um Räume konsequent zu besetzen und Chancen herauszuspielen. In den ersten 15 Minuten nach der Halbzeit habe seine Mannschaft die taktischen Vorgaben umgesetzt, danach aber wieder davon abgelassen. „Warum wir das nicht gemacht haben, weiß ich noch nicht“, räumte er ein.

Für seine ersten vier Spiele als Bundestrainer hatte Klopp gleich 44 Spieler nominiert und den XXL-Kader auf zwei Gruppen verteilt. Dadurch will er innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Kandidaten kennenlernen. Nach den Partien gegen die Niederlande und Griechenland übernimmt die zweite Gruppe für die anstehenden Begegnungen mit Serbien und wieder Griechenland.

Von seinem Vorgehen will Klopp trotz der ersten Niederlage nicht abrücken. „Aus meiner Sicht war es alternativlos, das so zu machen“, betonte der Bundestrainer. „Wir haben das gemacht und ich stehe 100 Prozent dazu.“ Dass nach dem 0:1 nun Kritik an seiner Entscheidung aufkommen könnte, ist dem 59-Jährigen durchaus bewusst.

Trotz DFB-Pleite: Klopp hält an seinem Plan fest

„Ich kann mir vorstellen, dass jetzt da draußen losgeht: Wie kann man nur?“, sagte Klopp. Seine Spieler nahm der Bundestrainer aber ausdrücklich in Schutz. Die vielen neuen Gesichter hätten „nicht viel falsch gemacht“. „Mir ist lieber ein schlechter Start als ein schlechtes Ende“, erklärte er. Die Mannschaft werde sich weiterentwickeln und zusammenfinden, wenn sie weiterhin die richtigen Dinge tue. (luh)