Erster WM-Härtetest gegen Spanien: Knappe Niederlage für deutsche Basketballerinnen
Erster WM-Härtetest gegen Spanien Knappe Niederlage für deutsche Basketballerinnen
Stand: 15.08.2026 • 21:35 Uhr
Die deutschen Basketballerinnen zeigen sich im ersten Härtetest für die Heim-WM über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Top-Team aus Spanien, müssen am Ende aber eine knappe Niederlage einstecken.
Die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) verlor im ersten von drei Testspielen in der WM-Vorbereitung mit 60:65 (27:29) gegen Vize-Europameister Spanien.
Die Spanierinnen werden auch der Auftaktgegner bei der Heim-WM sein, die vom 4. bis 13. September in Berlin stattfindet.
Start in die WM-Vorbreitung
Die deutschen Basketballerinnen haben zum Start der Vorbereitung noch nicht das komplette Team beisammen. Sorge bereitet vor allem das Fehlen der beiden Schlüsselspielerinnen Satou Sabally und Leonie Fiebich. Sabally muss in der WNBA schon seit Ende Juni wegen einer Kopfverletzung pausieren. Ob sie bis zur Heim-WM wieder einsatzfähig sein wird, ist derzeit offen. Spielmacherin Fiebich, wie Sabally bei New York Liberty aktiv, fällt seit Anfang Juli mit einer Fußverletzung aus. Zumindest bei Fiebich stellte Liberty-Coach Chris DeMarco ein mögliches Comeback vor der WM in Aussicht.
Mit Frieda Bühner und Nyara Sabally, jüngere Schwester von Satou, sind zwei weitere Spielerinnen noch in der WNBA gebunden, der Spielbetrieb in der US-Profiliga läuft noch bis kurz vor dem WM-Auftakt am 4. September. Auch Bundestrainer Olaf Lange, der als Assistenzcoach beim WNBA-Team in Toronto arbeitet, ist noch in Nordamerika. Dafür stieß mit Luisa Geiselsöder bereits eine WNBA-Spielerin vorzeitig zum Team, sie war von Portland freigestellt worden.
Geiselsöder, auf der Centerposition gesetzt, stand ebenso in der Startformation wie Marie Gülich: Die Kapitänin, die sich in der EM-Vobereitung schwer am Knie verletzte, gab nach fast 15 Monaten ihr Comeback. Nach zweieinhalb Minuten kam Gülich nach einem starken Drive zum Korb zu ihren ersten Punkten.
DBB-Team vor allem defensiv stabil
Beide Teams hatten erkennbar Probleme, zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung ihren Rhythmus in der Offensive zu finden. Vor allem aus der Distanz fiel kaum etwas. Das deutsche Team suchte dementsprechend häufig und auch erfolgreich den Weg in die Zone - angeführt von der starken Spielmacherin Alexis Peterson-Smalls, die neben Gelselsöder mit 13 Punkten auch die beste Scorerin war. Aber vor allem defensiv zeigte sich das DBB-Team zu Beginn aufmerksam und erlaubte den Spanierinnen, die ebenfalls ohne ihre WNBA-Fraktion antraten, kaum einfache Abschlüsse.
Assistenzcoach Stefan Möller, der Bundestrainer Lange als Interims-Headcoach an der Seitenlinie vertrat, ließ durchrotieren, gab allen zwölf Spielerinnen Einsatzminuten. Die Defensive blieb dennoch stabil - erst kurz vor der Halbzeit bekam das deutsche Team erstmals Probleme, die Spanierinnen nutzen dies zu schnellen Punkten und gingen mit einer knappen Führung (29:27) in die Pause.
Lina Sontag sammelt Argumente für eine WM-Nominierung
Deutschland hielt das Spiel auch in der zweiten Halbzeit ausgeglichen. Alex Wilke versenkte endlich den ersten Dreier fürs deutsche Team. In der Defensive packten sie weiter entschlossen zu.Vor allem Lina Sontag sammelte gute Argumente für eine WM-Nominierung: Die 22-Jährige zeigte viele "Hustle-Plays", kam auf 6 Rebounds und 3 Steals.
Die deutschen Basketballerinnen gingen mit einer Ein-Punkt-Führung (45:44) ins letzte Viertel. Das Spiel blieb bis in die Schlussphase spannend. In der Crunch-Time machte Iyana Martin den Unterschied: Spaniens Point-Guard-Talent, am Ende auch Top-Scorerin (19) des Spiels, erzielte mit zwei starken Offensivaktionen fünf Punkte in Folge und sorgte für die knappe Führung, die der Vize-Europameister nicht mehr aus der Hand gab.
Quelle: mx