Bundesliga: Knapper Heimsieg für Sturm gegen Altach
Bundesliga
Der SCR Altach bleibt ein Lieblingsgegner von Sturm Graz. Die Steirer bezwangen die Vorarlberger am Samstagabend in der dritten Runde der Admiral Bundesliga zu Hause mit 1:0 und sind nach dem elften Ligaduell in Serie mit Altach unbesiegt. Ein Goldtor von Seedy Jatta in der 78. Minute brachte die Entscheidung für den Vizemeister, der damit in der Tabelle den zweiten Rang einnimmt.
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(Update: gestern, 23.01 Uhr)
In der ersten Hälfte strahlten allerdings die Gäste mehr Gefahr aus, doch Ousmane Diawara, Vessel Demaku und Patrick Greil vergaben Topchancen. Sturm wurde erst nach einer halben Stunde durch einen Hödl-Kopfball und Nelson Weiper gefährlich.
Mit Fortdauer der zweiten Hälfte übernahm Sturm das Kommando und kam zu vielen Eckbällen. Jattas erstes Kopfballtor nach einem Corner wurde wegen eines Weinhandl-Fouls an Dejan Stojanovic aberkannt, das zweite, ebenso nach einer Ecke, zählte (78.).
Der Transfermarkt und seine kuriosen Folgen
Für beide Teams hatte der sich drehende Transfermarkt unmittelbare Auswirkungen auf die Aufstellungen: Jeyland Mitchell fehlte im Aufgebot des Vizemeisters, der Abwehrspieler steht unmittelbar vor einem Wechsel. Die Innenverteidigung besetzten daher Petar Petrovic und Albert Vallci. Im Angriff bekam Weiper den Vorzug anstelle von Jatta.
Bei den Altachern hatte sich Offensivspieler Yann Massombo geweigert, die Reise nach Graz anzutreten. Er soll pikanterweise vor einem Transfer zu Sturm stehen. Altachs Sportdirektor Philipp Netzer zeigte sich am Samstag davon enttäuscht: „Das ist kurios und absolut nicht in Ordnung.“ Es habe einen Tag vor dem Spiel Anrufe an Massombo gegeben, die den Spieler beeinflusst hätten, sodass er in der Folge nicht in den Bus eingestiegen sei, erzählte Netzer.
Altach dominiert vor der Pause
Die erste Hälfte gehörte den Gästen aus dem Rheindörfl, die offensiv dominierten und zu zahlreichen Chancen kamen. Greil hatte die erste Möglichkeit, im Fallen scheiterte er aber an Sturm-Goalie Daniil Chudjakow (9.). Diawara wiederum schoss freistehend am Tor vorbei (17.). Danach rettete Chudjakow mit starken Paraden gegen Demaku (22.) und Srdjan Hrstic (Kopfball/25.) sowie Mike Bähre (27.).
Die größte Chance ließ erneut Greil liegen, der nach Diawara-Vorlage aus kürzester Distanz allein vor dem Tor über die Latte schoss (33.). Erst nach einer halben Stunde kamen die Grazer in die Partie: Jacob Hödl köpfelte am Tor vorbei (31.), Weiper zielte nach Hereingabe von Jürgen Heil zu hoch (42.).
Sturm nach Pause aktiver
Nach der Pause präsentierten sich die Gastgeber deutlich aktiver, ohne wirklich Gefahr auszustrahlen. Ingolitsch krempelte daher nach einer guten Stunde den Angriff um und brachte Jatta sowie Szymon Wlodarczyk für Axel Kayombo und Weiper. Zaric probierte es vorne nun mit Marko Raguz statt Hrstic (57.).
Sturm wurde bei Standardsituationen vor dem Altacher Gehäuse vorstellig. Einen Corner versenkte Jatta per Kopf im Tor (69.), doch nach Ansicht der Videobilder nahm Schiedsrichter Florian Jäger den Treffer zurück. Luca Weinhandl hatte SCR-Keeper Dejan Stojanovic gefoult.
Jatta erlöst Sturm
Die Steirer blieben am Drücker und wurden belohnt. In einer Wiederholung der Ereignisse veredelte Jatta einen Eckball von Simon Seidl per Kopf. Nur kurz darauf hatte der Norweger die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber an Stojanovic (81.). Altach konnte allerdings am Ende nicht mehr zulegen.
Für die Grazer sind die englischen Wochen vorerst vorbei, nächsten Samstag kommt der zweite Vorarlberger Bundesligist, die Lustenauer Austria, in die steirische Landeshauptstadt. Für die Altacher gehen die steirischen Wochen weiter, ebenfalls am Samstag wartet ein Heimspiel gegen den TSV Hartberg.
Stimmen zum Spiel:
Ognjen Zaric (Altach-Coach): „Ich glaube, dass wir eine unglaublich gute erste Halbzeit gespielt haben. Da müssen wir mit zwei Toren Unterschied führen. Wenn du hier führst, muss Sturm aufmachen. Bei der Qualität vom Gegner kannst du es auswärts fast nicht besser spielen. Aber du musst das Tor oder die Tore machen und in Führung gehen. Das ist das, was wir uns ankreiden. In der zweiten Halbzeit hatte Sturm aus dem Spiel eigentlich nicht viele Chancen. Es ist unglücklich, dass du durch einen Eckball das Tor kriegst. Ich fand unsere Leistung gut, und trotzdem nehmen wir nichts mit. Deshalb sind wir klarerweise enttäuscht.“
Zur Personalie Yann Massombo, an dem Sturm Graz Interesse hat: „Für mich ist Respekt sehr, sehr wichtig. Wenn ich dann aber von der Mannschaft höre, dass ein Trainer im Beisein auch von weiteren Spielern diesen Spieler kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung. Ich finde das ganz, ganz schlecht. Das hat absolut nichts mit Sturm Graz zu tun. Vor dem Verein habe ich allergrößten Respekt, aber von einer Einzelperson finde ich das gar nicht gut. (…) Es ist ja klar, dass es auch Ethik und Moral gibt unter den Trainern. Das ist einmal das eine. Das andere ist, es gibt ein Statut, an das man sich halten muss.“
Fabio Ingolitsch (Sturm-Trainer): „Es war wie erwartet ein sehr schwieriges Spiel, ein sehr umkämpftes Spiel. Viele Zweikämpfe, viele Duelle, viele Eins-gegen-eins-Situationen, viele zweite Bälle. Wir haben am Anfang Probleme gehabt, uns ins Spiel reinzuarbeiten. Wir waren gefühlt nicht auf Betriebstemperatur. Altach war besser, hatte mehr Chancen gehabt. Da können wir uns bei unserem Torhüter und bei der Ineffizienz des Gegners bedanken, dass wir nicht in Rückstand waren. Zweite Halbzeit war es, glaube ich, eine sehr klare Angelegenheit in eine Richtung. Wir haben viele offensive Momente gehabt, dadurch sind viele Standards passiert. Und daraus haben wir dann auch durch Seedy Jatta, wofür ich mich besonders freue, den Arbeitssieg perfekt gemacht.“
Zum Fall Massombo: „Ich habe die letzten Tage nicht nur mit Yann Massombo gesprochen, sondern wir haben mit sehr, sehr vielen Spielern gesprochen, weil wir aktiv auf der Suche sind nach einem Nachfolger für zwei Positionen: für die Innenverteidigung und für das zentrale Mittelfeld. Das sind normale Prozesse, die tagtäglich im Fußball laufen, die in dieser Phase, die sehr dynamisch ist, gegen Ende der Transferperiode normal sind, wo sich für Spieler und für Vereine Chancen ergeben. Gleichzeitig muss man auch mit Veränderungen umgehen können. So haben es wir zum Beispiel gestern, glaube ich, sehr gut vorgezeigt mit Jeyland Mitchell, der mit einem Wechselanliegen zu uns gekommen ist, und wir versuchen gemeinsam, eine Lösung zu finden.“
Admiral Bundesliga, dritte Runde
Samstag:
Sturm Graz – SCR Altach
Stadion Graz-Liebenau, 14.715, SR Jäger
Tor: 1:0 (78.) Jatta
Sturm: Chudjakow – Heil, Petrovic, Vallci, Soglo (92./Balbo) – Hödl (92./Mamageishvili), Weinhandl, Gorenc Stankovic, S. Seidl (88./Malic) – Kayombo (57./Jatta), Weiper (57./Wlodarczyk)
Altach: Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Niehoff (82./Cosgun), Demaku (82./Eisschill), Bähre, Böckle (82./Brandtner) – Hrstic (57./Raguz), Greil (72./Yalcin) – Diawara
Gelbe Karten: Keine bzw. Jäger, Greil