König Charles und Papst Leo XIV. lassen 500 Jahre alte Ehre aufleben
Stand: 24.10.2026, 20:35 Uhr
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Nach 500 Jahren lebt eine besondere Verbindung wieder auf: Papst Leo XIV. erhält eine seltene Ehrung aus dem britischen Königshaus.
London – Historischer Moment für die Kirche und die Krone: Nach rund 500 Jahren wird eine uralte Verbindung zwischen dem Vatikan und dem britischen Königshaus neu belebt. Mit dem Segen von König Charles III. (77) wird Papst Leo XIV. (71) der Ehrentitel eines päpstlichen Mitbruders des College of St. George auf Schloss Windsor verliehen. Die Nachricht wurde am 23. Oktober offiziell gemacht.
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Es ist die direkte Revanche für ein Ereignis aus Rom: Exakt auf den Tag vor einem Jahr wurde Charles nämlich als königlicher Mitbruder in die päpstliche Basilika Sankt Paul vor den Mauern aufgenommen. Damit tauschen die römisch-katholische Kirche und die Church of England erstmals seit etwa fünf Jahrhunderten wieder derartige religiöse Titel aus. Sichtbar machen soll der ungewöhnliche Schritt die geistliche Verbundenheit zwischen dem Pontifex und dem britischen Monarchen – und zugleich die ökumenische Freundschaft und christliche Brüderlichkeit beider Kirchen.
Die Einladung an das Kirchenoberhaupt kam direkt vom Dekan und den Kanonikern von Windsor – voll unterstützt vom Erzbischof von Canterbury und natürlich von König Charles höchstpersönlich. Papst Leo XIV. zögerte nicht und nahm die Ehrung dankend an. Um diese neue historische Partnerschaft für immer sichtbar zu machen, wurden für beide Kirchen spezielle Stühle angefertigt. Während der Sitz des Königs in Rom schon einsatzbereit neben den Mönchen steht, soll das Gegenstück für den Papst demnächst in der St.‑George’s-Chapel enthüllt werden.

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Noch in diesem Herbst ist zudem ein Gottesdienst in Windsor geplant, bei dem Charles ein Mosaik des Christus von Cefalù einweihen und anbringen lassen will. Leo hatte ihm das Kunstwerk bei seinem Staatsbesuch im Vatikan im Jahr 2025 persönlich überreicht. Seinen dauerhaften Platz soll es im südlichen Seitenschiff des Chors der Kapelle finden und dort an die erneuerte Verbindung erinnern.
Gekappt wurden die historischen Drähte damals Mitte des 16. Jahrhunderts, als Heinrich VIII. sich mit Rom überwarf und die englische Reformation durchzog. Bei der jetzigen Annäherung machen Charles und Leo aber einen dicken Strich unter das alte Drama: Für sie stehen heute ganz klar die Gemeinsamkeiten ihrer christlichen Wurzeln im Rampenlicht. Wie eng die Verbindung der beiden inzwischen ist, zeigte sich zuletzt auch auf persönlicher Ebene. Nachdem im Oktober die Lungenkrebsdiagnose des Oberhaupts der katholischen Kirche öffentlich geworden war, verfasste der König einen privaten Brief mit Genesungswünschen an ihn. Charles selbst ist ebenfalls an Krebs erkrankt. Der genaue Inhalt des Schreibens blieb vertraulich.