Kosten in die Höhe geschossen: Rückschlag bei Bau von neuer Rettungswache
Stand: 18.07.2026, 06:11 Uhr
Kommentare

Der Neubau der Rettungswache in Oberammergau ist ins Stocken geraten. Grund dafür sind die Kosten, die in die Höhe geschossen sind.
Oberammergau – Die Zeit ist reif für einen Neubau: Da sind sich mit Sicherheit alle einig, die in der Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Oberammergau arbeiten. Das Bestandsgebäude an der Rottenbucher Straße ist heruntergekommen. Seit Jahren werden der Abriss und ein Neubau angestrebt. Allein: Es geht wenig voran. Inzwischen gibt es bei dem Projekt aber einen herben Rückschlag. Es muss komplett von vorn aufgerollt werden – weil die Kosten immer weiter in die Höhe schossen.
Kosten für Rotes Kreuz zu hoch: Neubau für Rettungswache in Oberammergau wird neu geplant
Seit 2025 lagen die Planungen für die neue Rettungswache vor. Auf dem 1900-Quadratmeter-Areal sollte nicht nur die Wache mit ihren Beschäftigten unterkommen, sondern darüber hinaus unter anderem ein zweistöckiger Anbau, ein Appartement für den Notarzt sowie 15 Wohnungen für Mitarbeiter. Doch so wie angedacht kann das Projekt nicht umgesetzt werden. „Die derzeit vorliegenden Planungen erfüllen nicht die Anforderungen“, sagt Jörg Jovy, Sprecher des BRK-Kreisverbands. Die Aufwendungen waren am Ende schlichtweg zu hoch. Auf 7,1 Millionen wurden die Kosten noch im Jahr 2025 geschätzt. Durch steigende Preise im Bausektor wurde daraus wesentlich mehr. Zu viel für den Kreisverband, bei dem die Mittel nach dem Neubau der Wache an der Murnauer Unfallklinik vor zwei Jahren – Kostenpunkt: 3,5 Millionen Euro – begrenzt sind.
Bau einer Wache komplett ohne Wohnraum steht zur Debatte
Dabei war der Neubau schon genehmigungsreif, der Gemeinderat hatte zugestimmt. „Ziel ist es, schnellstmöglich einen entsprechenden Beschluss zu fassen, das Genehmigungsverfahren erneut zu starten und dann zeitnah mit dem Neubau zu beginnen“, erläutert Jovy. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. In seiner Sitzung am 17. Juni konnte sich der Vorstand des BRK-Kreisverbands nicht auf einen Beschluss einigen. „Wir ringen aktuell um eine möglichst gute Lösung.“
Um Kosten zu drücken, wird das Rote Kreuz allerdings zwangsläufig sparen müssen. Vor allem die 15 Wohnungen sind akut gefährdet. Ihre Anzahl „wird in jedem Fall deutlich reduziert werden“, betont Jovy. Selbst der Bau einer Wache komplett ohne Wohnraum steht intern ernsthaft zur Debatte. Noch bleibt aber alles vage und gänzlich unklar. Nur eins ist sicher: Der Termin für den Umzug in den Neubau, der für 2027 geplant war, ist nicht zu halten.