Kreisel statt Ampel: Tankstelle verliert 40 Prozent der Kunden
Stand: 15.08.2026, 19:00 Uhr
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Die Ampelkreuzung bei Oetmannshausen wird durch einen Kreisel ersetzt. Der Inhaber der Avia-Tankstelle im Nachbarort Bischhausen spürt bereits die Folgen: Der Durchgangsverkehr fehlt komplett.
Bischhausen – Im vergangenen Jahr lagen die Nerven blank, besonders unter den Gewerbetreibenden in Bischhausen. Grund war die Sanierung der ehemaligen B7 (wir berichteten). Die Straße wurde über mehrere Monate vom Kreisverkehr an der Anschlussstelle der A44 bis zum Ortseingang Oetmannshausen instandgesetzt. Eine Vollsperrung wurde während der drei Bauabschnitte eingerichtet. Teilweise war ein Durchkommen zu den jeweiligen Betrieben kaum möglich, Anlieferungen verzögerten sich und Kunden kamen nicht mehr, berichteten damals mehrere Unternehmer.
Nun sind die Bischhäuser erneut schwieriger zu erreichen. Denn die bisherige Ampelkreuzung bei Oetmannshausen weicht einem Kreisel – das macht eine Vollsperrung für mehrere Monate nötig. Der Verkehr wird daher bereits vor Bischhausen über die A44 großräumig umgeleitet. Auch die Straße zwischen Kirchhosbach und Bischhausen ist aktuell gesperrt. Gibt es daher erneut Einschränkungen für die Betriebe vor Ort?
Tankstelleninhaber verliert nach Bauarbeiten Kunden
„Es ist glücklicherweise nicht so schlimm wie beim letzten Mal“, sagt Christian Höch. Er ist der Inhaber der Avia-Tankstelle und des Handwerksbetriebs Schindewolf in Bischhausen. Während der Bauarbeiten im Jahr 2025 gab es erhebliche Schwierigkeiten, seine Unternehmen zu erreichen. Die Folge: Die Anzahl der Kunden sank vor allem in der Tankstelle. „Wir spüren die Auswirkungen der derzeitigen Bauarbeiten schon. Der übliche Durchgangsverkehr fehlt – alle, die zum Beispiel von Waldkappel kommen und Richtung Wehretal unterwegs sind, fahren nun über die A44 erst recht an uns vorbei.“ Aktuell besuchen daher weniger Kunden seine Tankstelle. Christian Höch geht von Einbußen um die 40 Prozent aus.
Die Schreinerei Schneider hatte im vergangenen Jahr mit erheblichen Problemen bei der Anlieferung zu kämpfen. Hauptmaterialien konnten nicht an das Werk geliefert werden, da die 40-Tonner-Lastwagen keine Möglichkeit hatten, Richtung Baustelle zu fahren. All die Stoffe mussten anderweitig zwischengelagert werden. Aktuell bestehen kaum Probleme, berichtet Susanne Schneider. Umwege müssen zwar in Kauf genommen werden, weitere Einschränkungen gebe es aber für den Betrieb nicht. Davon berichtet auch Konstanze Bommhardt vom Kochgarten in Bischhausen. Sie bezweifelt außerdem die Sinnhaftigkeit des Kreisels. „Da wird Geld sinnlos investiert. Man hätte die Ampelschaltung ändern können.“
Hintergrund der Maßnahme ist der voranschreitende Bau der A44 (wir berichteten). Es bestehe die Rückbauverpflichtung des Knotenpunktes Oetmannshausen infolge der Verkehrsverlagerung vom nachgeordneten Netz auf die A 44, erklärte eine Deges-Pressesprecherin. Daher werde der Knotenpunkt östlich von Oetmannshausen neu gestaltet.