Liveblog zum Krieg in Nahost: Trump: Angriffe auf Iran abgesagt – „Umrisse einer Einigung“

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Iran warnt USA vor neuen Angriffen – droht mit Gegenschlägen

Berichte: USA und Israel planen Angriffe auf iranische Energieanlagen 

Saudi-Arabien kündigt Bündnis zum Schutz der Schifffahrt an 

US-Militär beendet weitere Angriffswelle gegen Iran

USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran

Trump: Angriffe auf Iran abgesagt – „Umrisse einer Einigung“

Aufgrund angeblicher Fortschritte bei den Bemühungen um eine diplomatische Einigung mit Iran hat US-Präsident Donald Trump eine neue Angriffswelle des amerikanischen Militärs nach eigenen Angaben vorerst abgesagt. Voraussetzung dafür sei, dass schnell eine Einigung erreicht werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. 

Das US-Militär stehe mit all seiner Macht zum Angriff bereit, aber Iran und andere Länder in der Region hätten darum gebeten, von einer Attacke abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gehöre die komplette Öffnung der Straße von Hormus und „ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung“, schrieb Trump. Auch Israel werde sich an die Vereinbarung halten, Iran vorerst nicht wieder anzugreifen.

Weitere Einzelheiten zu dem angeblichen diplomatischen Durchbruch nannte Trump zunächst nicht. Der Iran oder Staaten in der Region, die an den Gesprächen beteiligt waren, äußerten nicht unmittelbar dazu.

Iran: Werden bei neuen US-Angriffen entschlossen reagieren

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Kollegen Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA gewarnt. Die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb Araghtschi auf der Plattform Telegram. Im Falle neuer Angriffe müssten die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung dafür tragen, warnte er. 

Kuwait meldet iranischen Angriff und Abschuss von Drohnen

Kuwait hat nach eigenen Angaben heute feindliche Drohnen ​in seinem Luftraum zerstört. Die kuwaitische Armee sprach von einem iranischen Angriff, bei ⁠dem eine Regierungseinrichtung im Norden des Landes und ziviles Eigentum eines Unternehmens auf der Insel Bubiyan getroffen worden ​seien. Herabfallende Trümmer ​hätten Sachschäden verursacht. Opfer habe es nicht ‌gegeben.

Seit der jüngsten Eskalation zwischen den USA und Iran stand Kuwait bereits mehrfach unter Beschuss. In dem Golfstaat sind wie in anderen Ländern der Region US-Truppen stationiert, die wiederholt Ziel iranischer Vergeltungsangriffe geworden sind.

Tanker in Straße von Hormus angegriffen – Maschinenraum beschädigt

In der Straße von Hormus ist vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt. Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima. 

Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormus eine Route entlang seiner Küste nehmen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur die von Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher.

Iran warnt USA vor neuen Angriffen – droht mit Gegenschlägen

Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele in Iran droht Teheran mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und in Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es bei Fars weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt.

Es gebe einen umfassenden Plan für Gegenschläge, zitierte Tasnim einen ranghohen iranischen Sicherheitsbeamten. Irans Militär habe bereits zuvor demonstriert, dass es die Fähigkeit und die Entschlossenheit für Gegenangriffe habe. Die US-Medien zufolge geplanten amerikanisch-israelischen Angriffe auch auf Infrastrukturziele in Iran seien ein Akt des Wahnsinns.

US-Medien: Trump erwägt Angriffe auf iranische Ziele

US-Präsident Donald Trump erwägt US-Medienberichten zufolge bereits an diesem Wochenende neue Angriffe auf Ziele in Iran. Das berichteten etwa der US-Sender CBS News und das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dem Bericht von CBS News zufolge könnte dabei Israel wieder in den Krieg einsteigen. Zuletzt hatten sich Israel und Iran Anfang Juni gegenseitig angegriffen. Laut der Nachrichtenseite Axios könnten die neuen Attacken die Energieinfrastruktur in Iran ins Visier nehmen. Eine finale Entscheidung habe Trump noch nicht getroffen.

Berichte: USA und Israel planen Angriffe auf iranische Energieanlagen 

Die USA und Israel planen Medienberichten zufolge Angriffe auf die Energie-Infrastruktur in Iran. Die Bombardierungen könnten am Wochenende stattfinden, berichtet der Sender CBS News unter Berufung auf Insider. Auch das Wall Street Journal berichtet das.

US-Präsident Donald Trump müsse jedoch noch ​endgültig grünes Licht für die Einsätze geben. Es sei im Gespräch, die Militärschläge vor der Öffnung der Finanzmärkte zu Wochenbeginn abzuschließen. Dem Sender zufolge wäre ⁠dies eine der bislang härtesten Militäraktionen gegen iranische Energieanlagen im Krieg der USA und Israels gegen Iran. Die Schläge sollen darauf ausgerichtet sein, Iran zur Kapitulation zu drängen.

Iranische Armee: Haben US-Militäreinrichtungen in Kuwait angegriffen 

Die ​iranische Armee hat nach eigenen Angaben Einrichtungen des US-Militärs ⁠in Kuwait mit Drohnen angegriffen. Ziel sei der Stützpunkt Ahmed al-Dschaber gewesen, berichten iranische ​Staatsmedien unter ​Berufung auf die Armee. ‌Der Angriff sei eine Antwort auf ‌die jüngsten Attacken der USA auf ein Wohnhaus auf der Insel Keschm ​und andere ​Ziele in Iran. 

Saudi-Arabien kündigt Bündnis zum Schutz der Schifffahrt an 

Saudi-Arabien hat nach Angriffen auf seine Schiffe ein Militärbündnis angekündigt zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer und der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Teil der Allianz sind nach saudischen Angaben 14 Länder, darunter die Golfstaaten Kuwait, Katar und Bahrain sowie Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien. Das Bündnis solle die Freiheit der Schifffahrt sowie internationale Routen für Handel und die weltweite Energieversorgung schützen, teilte das saudische Verteidigungsministerium nach einem Treffen zur Allianz in Riad mit. ​Saudi-Arabien solle die Koalition ‌als Gründungs- und Führungsstaat leiten.

Die Huthi-Miliz ​hatte am 20. Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und sich seitdem ‌zu einer Reihe von Angriffen auf die Schifffahrt bekannt. Das Königreich reagierte ‌mit Luftangriffen ‌auf Stellungen der Huthi in Jemen. Die ​Spannungen im Roten Meer sind Teil des umfassenderen Konflikts ​mit Iran. Die Europäische Union hatte ‌bereits 2024 eine eigene Marinemission im Roten Meer gestartet, um die Freiheit der Schifffahrt nach Angriffen der Huthi zu sichern.

„Sicherheit zur See ist eine gemeinsame Verantwortung“, teilte das Ministerium mit. Dies solle durch gemeinsame Militäreinsätze, Planungen und Übungen sowie den Austausch von Geheimdienstinformationen erreicht werden. Die Allianz sei in ihrer Natur aber „rein defensiv“ und habe nicht das Ziel, einen Staat, ein anderes Bündnis oder eine internationale Organisation anzugreifen.

Iran warnt Bulgarien und Zypern wegen US-Militärpräsenz  

Iran fordert Bulgarien auf, die vorübergehende Stationierung von US-Militärflugzeugen auf dem Luftwaffenstützpunkt Besmer zu überdenken. In einem Telefonat mit seiner bulgarischen Amtskollegin Welislawa Petrowa-Tschamowa bezeichnet Außenminister Abbas Aragtschi die Genehmigung als Beihilfe zu einer Aggression gegen sein Land, wie iranische Staatsmedien berichten. In ​einem weiteren Gespräch mit dem zyprischen Außenminister Constantinos Kombos dringt Aragtschi darauf, dass ausländische Militärbasen auf Zypern nicht gegen Iran eingesetzt werden.

Das bulgarische Parlament hat ⁠die Stationierung von bis zu acht US-Tankflugzeugen und 250 Soldaten gebilligt. Auf Zypern befinden sich zwei britische Militärstützpunkte, die den USA für Verteidigungsschläge gegen iranische Raketen zur Verfügung stehen.

Luzia Geier

Luzia Geier

US-Militär beendet weitere Angriffswelle gegen Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine Angriffswelle gegen Ziele in Iran „erfolgreich“ beendet. Es seien unter anderem militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen bombardiert worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen (MESZ) auf der Plattform X mit. Die „schwere“ Angriffswelle sei eine Antwort auf die am Vortag versuchten Raketenangriffe Irans auf US-Truppen in der Region gewesen, hieß es.

Der iranische Rundfunk hatte eine Stellungnahme der Revolutionsgarde verbreitet, wonach der Angriff einer US-Militärbasis in Jordanien gegolten habe. Es seien alle Raketen abgefangen worden, erklärte Centcom. Die Angriffe aus Iran waren zu einem Zeitpunkt erfolgt, nachdem das US-Militär seine eigenen tagelangen Angriffe auf Iran gerade erst pausiert hatte.

Die vom US-Militär daraufhin in der heutigen Nacht durchgeführten Gegenangriffe auf Ziele in Iran hätten darauf abgezielt, „die Bedrohungen, die von Iran und seinen Stellvertretern für die amerikanischen Streitkräfte, die Handelsschifffahrt und die Nachbarländer am Persischen Golf ausgehen“, weiter zu verringern, teilte das US-Militär weiter mit. Iranische Medien hatten zuvor mehrere Explosionen im Süden der Islamischen Republik gemeldet.

Luzia Geier

Luzia Geier

Wieder nächtliche Explosionen in Iran

Nach Beginn der neuen Angriffe des US-Militärs gegen Ziele in Iran haben örtliche Medien in der Nacht Explosionen im Süden des Landes gemeldet. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Fars berichtete über Angriffe auf der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie in der Provinz Buschehr. 

Luzia Geier

Luzia Geier

US-Militär meldet neue Angriffe gegen Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen Iran begonnen. Die Attacken, die am Mittwoch um 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit) starteten, seien eine „entschlossene Antwort“ auf die versuchten iranischen Angriffe auf US-Streitkräfte im Nahen Osten, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit. Genaue Angaben zu den Zielen der Angriffe wurden nicht gemacht. Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bereits mit Vergeltung gedroht.

Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele in Iran seit dem Wochenende hatte das US-Militär am Dienstagabend (US-Ostküstenzeit) einen iranischen Angriff mit mehreren ballistischen Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten gemeldet - ohne konkrete Ziele zu nennen. Alle Raketen wurden laut Centcom abgefangen. Der iranische Rundfunk verbreitete eine Stellungnahme der Revolutionsgarde, der Angriff habe einer US-Militärbasis in Jordanien gegolten. Jordaniens Streitkräfte teilten mit, es seien fünf Raketen aus Iran abgefangen worden.

In der Nacht zu Mittwoch hatten außerdem US-Streitkräfte nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Verbündeten Saudi-Arabien in Irak „Terroristen“ angegriffen, die Iran nahestünden. Als Begründung hatte es geheißen, dies sei eine Reaktion auf angeblich mehr als 30 Drohnenangriffe in den vergangenen 72 Stunden, die die iranische Revolutionsgarde angeordnet hätten.

USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran

Die US-Regierung verschärft den Druck auf Iran weiter. Sie verhängt neue Sanktionen, die sich unter anderem gegen zwei Unternehmen richten, die ihren Angaben nach maßgeblich an einem von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) unterstützten Erpressungssystem rund um die Straße von Hormus beteiligt sind. Dieses zwinge Handelsschiffe zu einer obligatorischen „Versicherung“, um die für den weltweiten Ölhandel zentrale Meerenge zu passieren, heißt es in der Mitteilung des US-Finanzministeriums. „Die Vereinigten Staaten werden nicht zulassen, dass Iran den globalen Handel als Geisel nimmt oder die internationale Schifffahrt nutzt, um den Terrorismus, die Aggression und die Unterdrückung durch die IRGC zu finanzieren“, teilte US-Finanzminister Scott Bessent in einem Statement mit.

Die Vereinigten Staaten verhängten außerdem Sanktionen gegen acht Unternehmen, die laut dem Außenministerium Schiffe betreiben, mit denen etwa sanktioniertes iranisches Rohöl nach China und in die Vereinigten Arabischen Emirate transportiert worden sei. Diese Schiffe seien Teil der iranischen „Schattenflotte“, auf die sich die iranische Führung stütze, um Sanktionen zu umgehen, hieß es.

Trump droht Iran mit Vergeltung

Nach einem iranischen Angriff – mutmaßlich auf eine US-Militärbasis in Jordanien – hat US-Präsident Donald Trump Vergeltung angekündigt. „Wir werden sie hart treffen. Sie werden ordentlich Prügel kriegen“, zitierte der Sender Fox News Trump nach einem Gespräch. Trump hat Iran im Zuge des Kriegs immer wieder mit schweren Angriffen gedroht, wobei auf seine teils martialischen Worte nicht immer Taten folgten.

Am Dienstagabend hat das US-Militär nach eigener Aussage Raketen der Iraner abgewehrt, ohne konkret den Standort zu benennen. Der iranische Rundfunk verbreitete eine Stellungnahme der Revolutionsgarden, nachdem der Angriff einer US-Militärbasis in Jordanien gegolten habe. Jordaniens Streitkräfte erklärten am Morgen, es seien fünf Raketen aus Iran abgefangen worden.

In Bezug auf die gemeinsamen Angriffe der USA und Saudi-Arabien auf eine Gruppierung in Irak, die Iran nahestehen soll, sagte Trump, diese seien mit der irakischen Regierung abgestimmt gewesen. Die Milizen bezeichnete er bei Fox News als „Krebsgeschwür“.

Mehr laden

TickarooLive Blog Software