Markus Krösche verabschiedet sich unter Tränen von Eintracht Frankfurt und nennt Beweggründe
Krösche weint bei Abschied: „Ich kann nicht mehr meinen besten Job machen"
Stand: 19.10.2026, 20:05 Uhr
Markus Krösche hat auf der Mitgliederversammlung der Eintracht seinen Weggang persönlich begründet. 1300 Mitglieder quittierten seine Rede mit minutenlangem Applaus im Stehen.
Frankfurt – Irgendwann konnte Markus Krösche dann nicht mehr an sich halten. Der scheidende Sportvorstand der Frankfurter Eintracht kämpfte mit den Tränen, doch es war ein verzweifelter Kampf, den er nicht gewinnen konnte. Ganz zum Schluss seiner sehr bewegenden Rede während der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins in der Jahrhunderthalle rief er mit brüchiger Stimme aus: „Ich war ein Eintrachtler. Und ich werde immer ein Eintrachtler bleiben.“

Die Antwort der 1300 Mitglieder im Frankfurter Westen: donnernder Applaus, im Stehen dargebrachte Ovationen. Minutenlang. Da sagte einer Lebewohl mit Stil. Da ging einer durchs ganz große Tor. Es war ein bemerkenswert emotionaler Auftritt des Markus Krösche, des Technokraten, der sich selbst als „kühlen, rationalen Typ“ bezeichnet.
Krösche bei Eintracht-Abschied: „Es war eine besondere Reise“
Selbst Cheftrainer Adi Hütter, der mit seinem Assistenten Christian Peintinger auf der Bühne eine lebenslange Eintracht-Mitgliedschaft abschloss, war „schwer beeindruckt, du hast mich sehr bewegt“. Markus Krösche führte angefasst aus, weshalb er den Aufsichtsrat darum gebeten hat, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Es gehe um den „Anspruch an meine Arbeit“, einen Anspruch, dem er selbst nicht mehr gerecht werden konnte: „Ich kann nicht mehr meinen besten Job für Eintracht Frankfurt machen. Mir fehlen die Durchschlagskraft und die Power.“
Absolut Eintracht – der Newsletter ⚽

Seien Sie näher an der Eintracht dran als je zuvor! Unser SGE-Newsletter versorgt Sie mit den wichtigsten News, liefert Ihnen Videos, Reportagen und exklusive Interviews direkt und ganz bequem in Ihr Postfach.
Jetzt den kostenlosen Newsletter abonnieren und Teil der SGE-Community werden. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden!
Sind Sie dabei?
HIER geht‘s direkt zur Anmeldung!
Mit anderen Worten: Es war eine Beziehung, die sich abgenutzt hatte. Markus Krösche konnte nicht mehr, wie er wollte. Er brachte die PS nicht mehr auf die Straße. Und halbe Sachen gehen im Profifußball und auf diesem Niveau eben nicht. Dann ist es besser, getrennte Wege zu gehen. Und so blickt der 46-Jährige auf fünfeinhalb „extrem erfolgreiche und emotionale Jahre“ zurück.
An die Besucher gerichtet, rief er aus: „Ich habe gelernt, was es heißt, bei einem Traditionsverein zu sein, und was man schaffen kann. Es war eine besondere Reise. Ich wünsche Eintracht Frankfurt das Beste der Welt. Ihr habt mir so viel gegeben, so viel Power und Energie.“ Beides nun erloschen. Präsident und Aufsichtsratschef Mathias Beck überreichte nicht nur einen Blumenstrauß, sondern verabschiedete den Manager mit schönen Worten.
Krösche habe alle Vorgaben „in einem Maße erfüllt, wie kaum ein anderer Manager im Sport zuvor“. Der Europa-League-Triumph von Sevilla, die Champions-League-Teilnahmen und die vielen Rekordtransfers „werden immer mit deinem Namen verbunden sein“. Auch Vorstandsboss Axel Hellmann lobte den scheidenden Kollegen über den grünen Klee und gab ihm mit auf den Weg: „Du wirst sicherlich erfolgreich sein auf deinem weiteren Weg. Aber du wirst nie wieder eine solche innere Erwärmung spüren wie hier.“