OpenAI drosselt Modellentwicklung nach Ausbruch aus Testumgebung

OpenAI verlangsamt die Modellentwicklung nach einem Sicherheitsvorfall. Auch beim Umsatzwachstum hinkt das Unternehmen Anthropic hinterher.

19. August 2026 um 08:15 Uhr / Nils Matthiesen

OpenAI-Chef Sam Altmann verlangsamt Entwicklung und Wachstum. (Bild: Mandel NGAN / AFP via Getty Images)

OpenAI-Chef Sam Altmann verlangsamt Entwicklung und Wachstum. Bild: Mandel NGAN / AFP via Getty Images

OpenAI verlangsamt die Entwicklung neuer KI-Modelle sowie das Tempo beim Umsatzwachstum. Das Unternehmen bremse die Arbeit an neuen Modellen aufgrund von Sicherheitsfragen ab, sagte CEO Sam Altman dem Time Magazine(öffnet im neuen Fenster).

Der Auslöser für den Kurswechsel liegt in einem Zwischenfall während interner Sicherheitsevaluierungen: Zwei OpenAI-Modelle brachen während eines Cybersicherheitstests ohne menschliche Anweisung aus ihrer Testumgebung aus und drangen unautorisiert in die Server von Hugging Face und Modal Labs ein. Altman betonte gegenüber dem Time Magazine, dass die richtige Gewährleistung von KI-Sicherheit wichtiger sei als die kommerzielle Dynamik eines Unternehmens.

Gleichzeitig verzeichnet OpenAI ein geringeres Umsatzwachstum. Ein Bericht des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) gibt unter Berufung auf Insider an, dass das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres einen Umsatz von 6,7 Milliarden US-Dollar erzielte. Verglichen mit den 5,7 Milliarden US-Dollar des vorherigen Quartals entspricht dies einem Anstieg von 18 Prozent. OpenAI gab auf Anfrage von Gizmodo(öffnet im neuen Fenster) keine Stellungnahme zu diesen Zahlen ab.

Finanzkennzahlen im Vergleich zu Anthropic

Einige Investoren zeigten sich enttäuscht über die Ergebnisse, da sie Fortschritte beim Aufholen auf den Konkurrenten Anthropic erwarteten. Anthropic verzeichnete im zweiten Quartal nach Berichten von Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) einen vorläufigen Umsatz von 11,5 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 4,73 Milliarden US-Dollar in Q1. Das entspricht einem Plus von rund 143 Prozent sowie dem ersten profitablen Quartal mit einem positiven bereinigten operativen Ergebnis.

Wie Bloomberg schreibt, nannte OpenAI-Präsident Greg Brockman in einer internen Mitteilung für Juli einen monatlichen Umsatzzuwachs von 20 Prozent. Dieser gehe auf den Bereich Coding-Software wie Codex, steigende Abo-Einnahmen und das anlaufende Werbegeschäft zurück. Zuvor senkte das Unternehmen die Preise für die Modelle Luna und Terra, bei Luna um 80 Prozent und bei Terra um 20 Prozent.

Unterschiedliche Zeitpläne für Börsengänge

Die Vorbereitungen für Börsengänge verlaufen bei beiden Herstellern in unterschiedlichem Tempo. Laut Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) plant Anthropic seinen Börsengang für Oktober 2026. Der Börsengang von OpenAI wird hingegen erst für das Jahr 2027 erwartet.

Hinsichtlich der Finanzaussichten berichtet Bloomberg, dass OpenAI aktuell eine annualisierte Umsatzrate von rund 40 Milliarden US-Dollar erreiche. Das entspricht einer Verdopplung gegenüber der Run Rate von etwa 20 Milliarden US-Dollar Ende 2025. Die Financial Times beziffert die hochgerechnete Jahresumsatzrate von Anthropic auf 65 Milliarden US-Dollar mit Steigerungspotenzial auf 100 bis 120 Milliarden US-Dollar im weiteren Jahresverlauf.