Modernes Star Trek kritisierte er derb: Star-Autor will abgelehnte Idee Paramount erneut vorstellen

Andy Weir hat mit „Der Marsianer“ und „Project Hail Mary“ viel gelesene und preisgekrönte Science-Fiction-Romane veröffentlicht. „Der Marsianer“ wurde bereits 2015 mit Matt Damon in der Hauptrolle verfilmt. „Project Hail Mary“ schaffte es erst in diesem Jahr unter dem deutschen Titel „Der Astronaut“ und mit Ryan Gosling ins Kino.

Bei Star Trek blieb dem Bestsellerautor ein Mitwirken jedoch verwehrt, obwohl er dem Studio durchaus einen Pitch vorgelegt hatte. Doch Paramount lehnte seine Serienidee ab. Über die Star-Trek-Produktionen unter Alex Kurtzmans Führung äußerte sich der Schriftsteller im März abschätzig.

Angesichts der Veränderungen bei Paramount sieht Andy Weir nun offenbar eine Gelegenheit für einen zweiten Anlauf.

Keine warmen Worte für Kurtzmans Star Trek

Für Schlagzeilen hatte der Autor bereits im März gesorgt. Im Podcast von The Critical Drinker erzählte er am 25. März von seinem abgelehnten Vorschlag. Demnach hatte er an einer Videokonferenz mit den Verantwortlichen hinter den Serien teilgenommen und ausführlicher mit Kurtzman gesprochen.

Über Kurtzman als Menschen äußerte sich Weir positiv. Vielen der unter dessen Führung entstandenen Star-Trek-Serien konnte er dagegen wenig abgewinnen. Wenig schmeichelhaft bezeichnete er die betreffenden Produktionen als „scheiße“ – im Original: „shit“.

„Als Mensch ist er wirklich ein netter Kerl. Das ist irgendwie interessant. Er tut mir ein bisschen leid, aber gleichzeitig sind diese Serien scheiße.“

Über seinen abgelehnten Pitch sagte er im selben Gespräch: „Aber sie haben meinen Pitch nicht angenommen, also können sie mich mal.“ Die Passage ist im Originalvideo ab etwa 1:18:46 zu hören.

Pauschal gegen alles Moderne schoss Weir allerdings nicht. „Strange New Worlds“ gefiel ihm nach eigener Aussage, „Lower Decks“ bezeichnete er als unterhaltsam.

Spätere Entschuldigung für den Ton

Lower Decks und Strange New Worlds, hier im Crossover, gefallen dem Bestsellerautor.
Bildquelle: Paramount Pictures

Lower Decks und Strange New Worlds, hier im Crossover, gefallen dem Bestsellerautor.

Nachdem die Kritik des Star-Autors die Runde gemacht hatte, folgte am 30. März eine öffentliche Entschuldigung direkt an Kurtzman via Facebook. Er habe witzig sein wollen, so Weir, seine Aussagen wirkten im Nachhinein jedoch respektlos und gemein. Auch die Bemerkung über seinen abgelehnten Pitch sei selbstironisch gemeint gewesen.

Zugleich erinnerte er daran, dass er Kurtzman schon im ursprünglichen Gespräch menschlich gelobt und zwei der neueren Serien ausdrücklich positiv bewertet hatte. Seine Kritik an anderen Produktionen nahm er in dem Schreiben jedoch nicht ausdrücklich zurück. Die Entschuldigung galt vor allem dem Ton.

Neue Führung, neue Chance?

Inzwischen steht hinter Paramount die mit Skydance zusammengeführte Unternehmensgruppe. Die Dreharbeiten zu den beiden verbliebenen Star-Trek-Serien sind abgeschlossen. Im kommenden Jahr folgen noch Staffel 2 der abgesetzten Serie Starfleet Academy und voraussichtlich auch die fünfte und auf sechs Episoden verkürzte Abschlussstaffel von Strange New Worlds. Beide Serien machten zuletzt durch schwache Quoten und Kritiken von sich reden.

Auch die Kulissen wurden inzwischen abgerissen. Wie es anschließend mit den Star-Trek-Serien weitergeht, ist somit offen. Kurtzman wird voraussichtlich nicht mehr am Start sein. Der Vertrag zwischen seiner Produktionsfirma und Paramount endet dem Vernehmen nach 2026.

Weir möchte seine Idee aber offenbar wieder ins Gespräch bringen. Details hält der Schriftsteller aber weiterhin unter Verschluss. Gegenüber Inverse erklärte er auf die Frage nach seinem damaligen Pitch lediglich: „Nein, darüber verrate ich nichts. Weil sich gerade alles verändert, möchte ich die Idee noch einmal vorstellen.“

Neue Gespräche oder einen bereits erfolgten zweiten Pitch bestätigte er damit nicht.

Star Wars vs. Star Trek

Statt seinen Serienentwurf offenzulegen, erzählte Weir von einer Star-Trek-/Star-Wars-Crossover-Fanfiction, die ihm schon seit Ewigkeiten durch den Kopf gehe. Die Explosion des Todessterns am Ende von „Eine neue Hoffnung“ und die Detonation des Genesis-Projektils in „Star Trek II: Der Zorn des Khan“ reißen darin ein Loch in das Gefüge der Realität, das beide Universen miteinander verbindet.

Die Enterprise nimmt daraufhin Darth Vader auf, dessen Körper McCoy auf der Krankenstation wiederherstellt. Spock wird unterdessen zum Machtgeist, während Sulu im Star-Wars-Universum angeborene Jedi-Fähigkeiten entwickelt. Mit seinem tatsächlichen Serienvorschlag hat dieses Gedankenspiel jedoch nichts am Hut.

  • Bestsellerautor Andy Weir kritisierte mehrere moderne Star-Trek-Serien scharf. „Strange New Worlds“ und „Lower Decks“ lobte er hingegen.
  • Paramount hatte seinen eigenen Serienvorschlag abgelehnt. Für den Ton seiner späteren Aussagen entschuldigte er sich bei Alex Kurtzman.
  • Angesichts der Veränderungen möchte Weir seine Idee erneut vorstellen. Neue Gespräche oder einen bereits erfolgten zweiten Pitch hat er nicht bestätigt.

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Quelle: Inverse