Mensch, Wolf, Technik – «Zrugg» thematisiert Konflikte der Gegenwart
Kurzfilm «zrugg» Erfolg mit Wolfsfilm: Schwyzer Filmemacher in Locarno
Der Filmmacher Lars Mulle zeigt in seinem Film den Konflikt zwischen Mensch und Wolf – nun auch am Festival in Locarno.
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«Ich bin ziemlich nervös», sagt Lars Mulle. Der 31-Jährige hat einen Kurzfilm gedreht und darf diesen am Filmfestival Locarno zeigen – eine grosse Leistung. Trotz der Nervosität sei die Freude gross: «Locarno ist eines meiner Lieblingsfestivals», sagt er.
Kindheit in Schwyz
Mulle ist im Kanton Schwyz aufgewachsen und da hat er auch seinen knapp 14-minütigen Spielfilm «zrugg» gedreht. Dieser handelt von einem Wildhüter, der nach einem Wolf sucht, um ihn zu erlegen. Das Tier hat eine Rinderherde angegriffen.
Lars Mulle ist in Merlischachen im Kanton Schwyz aufgewachsen. Er studierte Film an der Zürcher Hochschule der Künste
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Der Wolf habe ihn schon immer fasziniert, sagt Mulle. «Wer in einer ländlichen Gegend aufwuchs, erfuhr immer, wenn ein Wolf umherzog.» Gespannt habe er diese Nachrichten jeweils verfolgt, erinnert sich der Filmemacher. «Ich war jedes Mal enttäuscht, wenn es dann hiess, das Tier werde zum Abschuss freigegeben.»
Zusammenarbeit mit lokaler Bevölkerung
Das Thema war im Kanton Schwyz schon damals ein heisses Eisen und bleibt es bis heute. Das habe man auch bei den Dreharbeiten gespürt, sagt Mulle. Er und sein Team arbeiteten eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen.
So drehten sie beispielsweise auf dem Hof eines Bauern, den Mulle auch gleich als Schauspieler einspannte. «Ich liess ihn improvisieren», sagt der Filmemacher. Entstanden ist eine Szene, die so auch in einem Dokumentarfilm vorkommen könnte. In breitestem Schwyzer-Dialekt spricht der Bauer über den Wolf, als wäre er ein Schwerverbrecher.
Technisch aufgerüsteter Wildhüter
Während der Dreharbeiten habe er mehr Verständnis für die Sorgen der Bauern entwickelt, sagt Mulle, auch wenn er nach wie vor eher auf der Seite des Wolfs sei. «Mich interessierte jedoch weniger die Frage, wer recht hat, als was diese Auseinandersetzung über uns Menschen erzählt», so Mulle.
Der Mensch erscheint in der Form des Wildhüters als technologisch aufgerüsteter Jäger. Mit Mikrofonen, Wildkameras und Drohnen sucht er nach dem Tier. Filmisch setzte Lars Mulle das in Szene, indem er die Bilder dieser Geräte auch in seinem Film verwendet.
Der Wildhüter im Film «zrugg» macht mithilfe modernster Technik Jagd auf den Wolf.
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Dieser Fokus auf die Technik sei gewollt. «Ursprünglich war die Jagd ein archaisches Unterfangen», so der Filmemacher, «der Kampf Mensch gegen Tier war praktisch ausgeglichen». Heute habe der Wolf gegen all die Technologie des Menschen praktisch keine Chance mehr.
«zrugg» ist ein ruhiger Film mit poetischer Note. Produziert wurde er vom zentralschweizer Filmemacher Thomas Horat, finanziert unter anderem auch durch Gelder des Kantons Schwyz. Er sei gespannt auf die Reaktion des Publikums, so Mulle. Am Freitagabend feiert der Film in Locarno seine Premiere.
Regionaljournal Zentralschweiz, 13.08.2026, 17:30 Uhr ; stat/gotl;ernb;noes