Zürich: Selbstfahrende Shuttlebusse am Flughafen sind neu ohne Sicherheitspersonal unterwegs

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News aus Zürich: Selbstfahrende Shuttlebusse am Flughafen sind neu ohne Sicherheitspersonal unterwegs

Die neuesten Meldungen aus dem Kanton.

09.09.2026, 14.17 UhrAktualisiert


Am Flughafen verkehren zwei selbstfahrende Busse für Mitarbeitende.

Am Flughafen verkehren zwei selbstfahrende Busse für Mitarbeitende.

Flughafen Zürich

Selbstfahrende Shuttlebusse am Flughafen neu ohne Sicherheitspersonal unterwegs

heu. Seit März 2025 arbeitet die Flughafen Zürich AG in Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen We Ride daran, automatisiertes Fahren auf dem Flughafengelände zu ermöglichen.

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In den vergangenen anderthalb Jahren haben die beiden Busse namens Nimbus und Stratus mehr als 15 000 Kilometer zurückgelegt, wie der Flughafen am Mittwoch mitteilt. Es wurden Sicherheitsprozesse entwickelt sowie technische und operative Abläufe intensiv geprüft.

Die Fahrzeuge dienen als Shuttle für Mitarbeitende, bieten Platz für bis zu acht Personen und verkehren zwischen dem Flughafenkopf und dem Werkhof. Bisher war jeweils eine Sicherheitsperson in einem Fahrzeug anwesend. Nun sollen die Busse vollständig automatisiert und ohne Sicherheitsperson verkehren – vorausgesetzt, ein vierwöchiger Testbetrieb ohne Passagiere verläuft erfolgreich.

Die schrittweise Automatisierung von Fahrzeugen könne für Flughäfen angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels einen wichtigen Beitrag leisten, wird Coralie Klaus Boecker, die Leiterin des ZRH Innovation Hub, zitiert.

Die eingesetzten Fahrzeuge verkehren auf einer definierten Strecke. Flugzeugrollwege werden dabei nicht gekreuzt. Mitarbeitende der Partnerfirmen Swissport und Krummen Kerzers im Remote Cockpit überwachen den Betrieb und können bei Bedarf unterstützend eingreifen. Die bisherigen Sicherheitsfahrer wurden für diese neue Aufgabe ausgebildet und begleiten den Betrieb künftig aus der Ferne.

Der Betrieb der Shuttlebusse ist bis Ende Jahr geplant. Eine Fortführung des Innovationsprojekts mit den beiden Fahrzeugen wird derzeit gemeinsam mit den Projektpartnern geprüft. Unabhängig davon sollen die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt die Basis bilden für die zukünftige Nutzung weiterer automatisierter Fahrzeuge.

Stadt erarbeitet Gegenvorschlag zu Solarinitiativen

heu. SP, Grüne und AL haben im Frühling zwei Solarinitiativen eingereicht: Die erste verlangt, dass ein Drittel des in der Stadt Zürich verbrauchten Stroms bis 2040 aus lokaler Solarenergie stammt. Dies entspricht rund 900 Gigawattstunden pro Jahr. Heute sind es nach Angaben der Linken 76 Gigawattstunden. Die Linken verweisen auf das Bundesamt für Energie, wonach Zürich über ein Potenzial von mehr als 1100 Gigawattstunden verfüge.

Die zweite Initiative fordert bis zum Jahr 2040 einen Rahmenkredit von 750 Millionen Franken. Mit diesem soll die Stadt Solaranlagen auf eigenen Gebäuden und Infrastrukturen erstellen, Dächer und Fassaden dazumieten, lokale Energiespeicher fördern und Hauseigentümer motivieren, ihr «ganzes Solarpotenzial» auszunutzen.

Das Einreichen der Initiativen war auch mit Kritik am freisinnigen Stadtrat Michael Baumer verbunden. Das von der FDP geführte Departement der Industriellen Betriebe dürfe beim Solarausbau «nicht länger bremsen».

Nun hat der Stadtrat die Initiativen für gültig erklärt und einen Gegenvorschlag erarbeitet, wie er am Mittwoch (9. 9.) mitteilt. Die Absichten der Initiantinnen deckten sich in wesentlichen Punkten mit den Zielen des Stadtrats, den Ausbau der Photovoltaik voranzutreiben.

Die Stadt setze bereits heute Massnahmen zur Förderung der Photovoltaik um. Grundlage dafür ist die seit 2021 bestehende Photovoltaik-Strategie. Auch verschiedene der mit dem Rahmenkredit vorgeschlagenen Programme bestünden bereits oder würden in vergleichbarer Form umgesetzt.

Mit den Gegenvorschlägen sollen die Ziele und Massnahmen für den weiteren Ausbau der Photovoltaik ergänzt und aufeinander abgestimmt werden. Dabei werden unter anderem die Höhe und Ausgestaltung eines Rahmenkredits sowie bestehende Finanzierungen und Förderinstrumente geprüft. Doppelspurigkeiten sollen möglichst vermieden werden.

Die Initiativen und der Gegenvorschlag sollen dem Stadtparlament bis spätestens am 10. Juli 2027 unterbreitet werden.

Anwohner in Unterstrass befürchten, dass wegen geplanter Wohnsiedlung Bäume verschwinden

bai. Die Zürcher Rotbuchstrasse, die vom Bahnhof Wipkingen an den Schaffhauserplatz führt, ist eine stark befahrene Strasse. Sie wird von Bäumen gesäumt. Zudem gibt es an der Kreuzung von Rötel- und Rotbuchstrasse in Unterstrass ein Grundstück mit viel Grün. Dort will die Stiftung Einfach Wohnen, die etwa die Siedlung Guggach errichtet hat, 42 neue Wohnungen und einen Kindergarten bauen.

Die Parzelle gehört seit 1946 der Stadt Zürich. Sie hat das Land der Stiftung Einfach Wohnen im Baurecht überlassen. Momentan stehen dort zwei ältere Wohngebäude, umgeben von Bäumen, darunter Blutbuchen. Namensgeberin der Strasse soll übrigens einst eine Rotbuche an der nahe gelegenen Rötelstrasse 44 gewesen sein. So hält es die Stadt Zürich auf ihrem Online-Stadtplan fest.

Seit einiger Zeit wird um das Grundstück gekämpft. Anwohner gingen vor Gericht, und nun gibt es Streit um das Grün. Wie die Tamedia-Zeitungen berichten, fürchten die Nachbarn um dieses, wenn die Stiftung ihre Mehrgenerationensiedlung errichtet. Anwohner haben Hunderte von Flyern gedruckt und in der Umgebung verteilt. Sie befürchten, dass nur 4 der teilweise 200 Jahre alten Bäume erhalten bleiben.

Die Stiftung Einfach Wohnen stellt es anders dar. So sollen 8 von den 25 Bäumen auf dem Areal gefällt werden. 3 Bäume seien in einem gartenpflegerischen Gutachten der Stadt für «besonders schutzwürdig» erklärt worden. Zusätzlich zu den 17 erhaltenen sollen 12 neue Bäume gepflanzt werden. Das geplante Haus soll den Baumbestand dereinst mit runden Aussparungen umschlingen.

Der Protest kommt zu seinem Zeitpunkt, da das Bauvorhaben schon fortgeschritten ist. Seit ein paar Jahren bekämpfen Anwohner es mit Rechtsmitteln, ob es dieselben Kreise sind, welche die Flyer verteilt haben, ist offen. Sie machten vor Baurekurs- und Verwaltungsgericht lärm- und umweltschutzrechtliche Einwände geltend. Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde abgewiesen, die Bäume seien nicht im offiziellen Heimatschutzinventar eingetragen. Zudem überwiege das öffentliche Interesse am Bau günstigen Wohnraums. Die Anwohner haben das Urteil ans Bundesgericht weitergezogen. Dessen Entscheid wird für das kommende Jahr erwartet.

Privatklinik Bethanien: Eine Frau hält ihre Tochter, die sie per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht hat, im Arm, aufgenommen im Jahr 2020.

Privatklinik Bethanien: Eine Frau hält ihre Tochter, die sie per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht hat, im Arm, aufgenommen im Jahr 2020.

Gaëtan Bally / Keystone

Wegen sinkender Geburtenzahlen – Privatklinik Bethanien schliesst Geburtsabteilung

bai. Die Geburtenrate der Schweiz ist im Jahr 2022 stark eingebrochen und sinkt weiter. Derzeit liegt sie auf dem historischen Tiefstand von 1,28 Kindern pro Frau. Der gesellschaftliche Trend ist auch für die am Zürichberg gelegene Privatklinik Bethanien spürbar. Kamen dort 2020 rund 550 Babys zur Welt, waren es 2025 nur noch 300.

Wie die Spitalgruppe Swiss Medical Network in einem Communiqué schreibt, rechnet die Klinik für 2026 nur noch mit 260 Geburten – das sind weniger als eine pro Tag.

Solch «tiefe Fallzahlen» stellten für die medizinische Qualitätssicherung eine Herausforderung dar. Die Direktion der Privatklinik Bethanien hat deshalb entschieden, die stationäre Geburtshilfe per 31. Dezember einzustellen. Spontangeburten werden laut der Mitteilung bis am 15. Dezember betreut, geplante Kaiserschnitte bis am 24. Dezember. Weiter wird betont, das Leistungsangebot im Bereich Gynäkologie bleibe ein wichtiger Bestandteil des medizinischen Angebots.

Die Klinik schreibt, Entlassungen seien voraussichtlich keine notwendig. Für die zehn Hebammen bestehe die Möglichkeit, an das Spital Zollikerberg zu wechseln. Dasselbe gelte für Belegärzte und ihre Patientinnen. Die sechs Pflegerinnen und Pfleger sowie die Lernenden würden innerhalb der Klinik weiterbeschäftigt.

Illustration Simon Tanner / NZZ

Stadt Zürich soll Sunflower-Lanyard-System für Menschen mit unsichtbaren Beeinträchtigungen einführen

glu. Im Zürcher Stadtparlament hat am Mittwoch (2. 9.) ein Postulat von Jehuda Spielman (FDP) und David Garcia Nuñez (AL) eine Mehrheit von 100 zu 15 Stimmen gefunden und wurde an den Stadtrat überwiesen. Das schreibt die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Das Sunflower-Lanyard-System will unsichtbare Beeinträchtigungen wie ADHS, Autismus, Demenz oder Epilepsie erkennbar machen. Das Sonnenblumensymbol kann mit einem Bändel um den Hals getragen werden. Das solle signalisieren, dass die betreffende Person zusätzliche Unterstützung, Zeit oder Verständnis benötigen könnte, heisst es auf der Website des Unternehmens.

Im Postulat vom Juni 2025 steht: Die Sonnenblume sei ein international etabliertes Symbol. Unternehmen wie die SBB oder die Fluggesellschaft Swiss nutzen das Sunflower-Lanyard-System bereits. Das Postulat möchte nun, dass auch in städtischen Betrieben wie der Verwaltung, in Schulen oder auf Spielplätzen eine Einführung geprüft wird. Ausserdem soll eruiert werden, wie die Öffentlichkeit über dieses Symbol aufgeklärt und Mitarbeiter der Stadt geschult werden können.

Nach Kopftuchverbot an Schulen: Jungpartei macht gegen zwei grüne Kantonsräte mobil

lip. Das Kopftuchverbot an Zürcher Schulen, das der Kantonsrat am Montag beschlossen hat, schlägt politische Wellen. Die Jungen Grünen haben am Mittwoch (2. 9.) eine Petition lanciert, um Gabi Petri und Daniel Heierli, zwei langjährige Mitglieder der Grünen-Fraktion, zum Rücktritt zu bewegen.

Petri und Heierli gehörten zu den 87 Räten, die der SVP-Motion vor zwei Tagen zustimmten – der Entscheid fiel mit 82 Gegenstimmen bei 6 Enthaltungen knapp aus. Der Vorstoss will «das Tragen von Kleidungsstücken, die den Kopf von Frauen und Mädchen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen bedecken, an sämtlichen öffentlichrechtlichen Schulen und Kindergärten grundsätzlich untersagen».

Die Jungen Grünen bezeichnen die Motion als «klar islamophob», wie sie auf ihrer Website schreiben. Dass auch die grünen Kantonsratsmitglieder Gabi Petri und Daniel Heierli ihr zugestimmt und somit zum Durchbruch verholfen hätten, sei besonders enttäuschend. Von grünen Politikern erwarte man, dass sie sich hinter die Grundsätze von Religionsfreiheit, Antirassismus und Selbstbestimmung stellten, so die Jungen Grünen. Da dies nicht gewährleistet sei, fordert die Jungpartei Petri und Heierli zum Rücktritt auf.

Während die Jungen Grünen in der Kopftuchfrage offensichtlich keine abweichenden Meinungen dulden, hat sich der Regierungsrat bereits im Vorfeld der Debatte positiv zum Anliegen geäussert. Die Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) sagte Anfang Woche, dass der Regierungsrat nun innert zwei Jahren einen Antrag für die Umsetzung des Anliegens ausarbeiten werde.