15 Millionen Polizeikosten im Fußball - Landesrechnungshof macht Druck aufs Innenministerium

Für die Spielzeit 2024/25 hätte das Land rund 7,9 Millionen Euro einnehmen können, wenn Gebühren für den polizeilichen Mehraufwand von sogenannten "Rotspielen", in denen Ausschreitungen sehr wahrscheinlich sind, erhoben würden. Wären darüber hinaus auch Gebühren für den Mehraufwand bei Spielen, in denen Ausschreitungen wahrscheinlich sind (sogenannte "Gelbspiele"), erhoben worden, hätten rund 15 Mio. Euro eingenommen werden können.

Damit würde sich etwa die Hälfte der gesamten Personalkosten für Polizeieinsätze in den oberen drei Ligen decken lassen. Die Kosten lagen in der Saison 2024/25 bei rund 29,8 Mio. Euro. Auf Basis dessen fordert der Landesrechnungshof in seinem Jahresbericht das NRW-Innenministerium erneut auf, eine solche Gebührenbeteiligung auf den Weg zu bringen. 

 Steuerzahler müssen finanzieren

Es sei "weder aus fiskalischen Gründen noch aus Gerechtigkeitserwägungen heraus vermittelbar, dass die Steuerzahler den weiter den polizeilichen Mehraufwand bei gewinnorientierten Fußballspielen mit erhöhtem Risikopotenzial tragen sollen", heißt es in dem Bericht.

Die Diskussion über eine Beteiligung des Veranstalters an den Mehrkosten bei sogenannten Hochrisikospielen wird seit Jahren geführt. Das Land Bremen erhebt diese seit 2014 als bislang einziges Bundesland. Das dieses Vorgehen nicht gegen die Verfassung verstößt hat das Bundesverfassungsgericht Anfang vergangenen Jahres entschieden. Trotz des Urteils folge bislang kein weiteres Bundesland dem Bremer Modell. Nordrhein-Westfalen sprach sich damals wie die meisten Bundesländer für ein bundeseinheitliches Vorgehen aus.

 Innenministerium zurückhaltend

Nun kommt möglicherweise wieder Fahrt in die Diskussion. Der LRH hat dem Innenministerium schon im Frühjahr die Berechnungen vorgelegt. Das Innenministerium wiederum gibt sich in einem Statement vom Februar, das im LRH-Jahresbericht zitiert wird, weiterhin zurückhaltend.

Hauptargument ist einmal mehr der Verweis auf ein "konzertiertes bundesweites Vorgehen". Der LRH weist daraufhin, dass NRW aufgrund der vielen Profi-Fußball-Klubs - aktuell kommen 16 von 56 Teams aus den drei Profiligen aus NRW - eine Sonderstellung innehabe die eine nicht bundesweitere Lösung rechtfertigen würden.

Unsere Quellen:

  • Jahresbericht Landesrechnungshof

Sendung: WDR.de, "Keine Einigkeit über Kosten von Hochrisikospielen", 09.09.2026, 14:20 Uhr

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