Wahl Mecklenburg-Vorpommern 2026: Aktuelle Hochrechnungen, Sitzverteilung & Co.

Landtagswahlen Mecklenburg-Vorpommern: AfD laut Prognosen vorn, CDU zittert um Einzug in den Landtag

Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen Landtag gewählt. Laut Hochrechnungen führt die AfD knapp vor der SPD.

In den Umfragen vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD noch knapp vor der SPD. Foto: Jens Büttner/dpa

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt: Nach dem Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt ist es der AfD gelungen, den Schwung in den Wahlkampf für die nächste Landtagswahl im September mitzunehmen.

Die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm liegt mit 37,9 Prozent knapp auf dem ersten Platz, wie aus aktuellen Hochrechnungen von Infratest dimap hervorgeht. Die SPD mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig landet nach monatelanger Aufholjagd demnach auf Platz zwei mit 35,7 Prozent. Die mit der SPD regierende Linke landet bei 6,7 Prozent.

Die CDU liegt mit nur noch 5,0 Prozent genau auf der Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag. Auch die Grünen müssen mit 5,4 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das BSW schafft es mit 4,9 Prozent aktuell nicht in den Schweriner Landtag – ebenso wenig die FDP mit 1,0 Prozent.

Dreier-Koalition derzeit am wahrscheinlichsten

Der aktuellen Hochrechnung zufolge wäre eine rot-rote Koalition nicht mehr möglich. Bleibt das BSW unter der Fünf-Prozent-Hürde gilt eine Dreier-Koalition aus SPD, Linke und Grüne am wahrscheinlichsten. Für eine AfD-Alleinregierung reicht es nicht.

Bei der Landtagswahl 2021 waren die Sozialdemokraten mit 39,6 Prozent noch stärkste Kraft geworden. Die AfD kam damals auf 16,7 Prozent, die CDU auf 13,3, die Linke auf 9,9, die Grünen auf 6,3 und die FDP auf 5,8 Prozent der Stimmen. Schwesig regierte das Land seither zusammen mit den Linken.

Wahl Mecklenburg-Vorpommern 2026: Zieht der Schwesig-Faktor die SPD nach oben?

Die SPD im Nordosten profitierte offenbar von Schwesigs Beliebtheit. Könnten die Menschen die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten direkt wählen, läge die Amtsinhaberin laut ZDF-Umfrage mit 61 Prozent weit vor AfD-Frontmann Holm mit 30 Prozent.

Schwesig grenzte sich im Wahlkampf häufiger von der Bundespolitik ab und verzichtete weitgehend auf Unterstützungsauftritte der SPD‑Bundesvorsitzenden. Beim Wahlkampfabschluss in Rostock waren allerdings die SPD-Länderchefs Anke Rehlinger (Saarland), Dietmar Woidke (Brandenburg), Peter Tschentscher (Hamburg) und Olaf Lies (Niedersachsen) zu Gast.

Auch die Nordost-CDU verzichtete zum Wahlkampffinale auf Bundesprominenz, andere Parteien dagegen nicht. Die AfD bot die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie den Wahlsieger aus Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, auf. Die Grünen mit Spitzenkandidatin Claudia Müller setzten auf ihr Führungsduo Franziska Brantner und Felix Banaszak, die Linke bot Fraktionschefin Heidi Reichinnek sowie das Trio Dietmar Bartsch, Gregor Gysi und Bodo Ramelow auf, die sich selbst als „Silberlocken“ bezeichnen.

Wirtschaft als Wahlkampfthema in Mecklenburg-Vorpommern

Ein wichtiges Thema für die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer war die Wirtschaft in Mecklenburg‑Vorpommern. Die meisten kennen das Bundesland als Urlaubsland. Rund 33 Millionen Gäste wurden 2025 gezählt. Nur Bayern, Baden-Württemberg, NRW und Niedersachsen hatten mehr Besucher. Spitze ist MV beim Verhältnis von Einwohnern und Gästen. Wichtig ist auch die Gesundheitswirtschaft. Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet hier.

Schwach ausgeprägt ist die Industrie. Relevant sind die erneuerbaren Energien und die Ernährungswirtschaft. MV ist zudem ein wichtiger Werftstandort mit Betrieben vor allem in Rostock, Wismar, Stralsund und Wolgast. Mehr als jeder dritte Betrieb beschäftigt derzeit ausländische Arbeitskräfte. In einzelnen Branchen sind es mehr, im Tourismus sogar 90 Prozent. Positiv zu vermerken: Zusammen mit Bremen verzeichnete das Bundesland 2025 mit 1,4 Prozent das höchste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer.

Dennoch steht Mecklenburg-Vorpommern vor einigen wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel machen keinen Halt. Ebenso relevant sind der Abbau von Bürokratie und eine Lösung für die hohen Energie- und Arbeitskosten. All das muss eine künftige Regierung angehen.

dpa, rtr, ans, kga, Jan Wöller Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige

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