Politik soll handeln: Landwirte sorgen sich um heimische Lebensmittelproduktion
Ein paar verregnete Tage zuletzt - zu spät und zu wenig. Landwirt Martin Dahlmann macht sich keine Illusionen. Die wetterbedingten Ernteeinbußen werden auch die Herbstkulturen betreffen, etwa Zuckerrüben oder Mais. Kollegen hätten ihm bereits von erheblichen Problemen berichtet, einige befürchteten sogar Totalausfälle.
Winterfütterung beginnt bereits im Sommer
Dahlmann selbst hat auch Probleme. Der Sprecher der Kreisbauernschaft Mettmann führt einen Milchviehbetrieb und musste bereits Futter für seine Kühe zukaufen, weil auf seinen Feldern nicht genug nachgewachsen ist.
"Im Grunde haben wir schon mit der Winterfütterung angefangen. Bis März oder April müssen wir das jetzt durchziehen. Und hoffen, dass wir genug Futter haben." Martin Dahlmann, Kreisbauernschaft Mettmann
Sinkende Erträge bei gestiegenen Kosten für Diesel, Dünger, Pflanzenschutz und Energie - diesem Teufelskreis könnten die Landwirte aus eigener Kraft kaum entkommen. Hinzu kämen stark schwankende Erzeugerpreise. Beim Weizen zum Beispiel reagierten die Märkte derzeit von Tag zu Tag etwa auf geopolitische Krisen. "Für unsere Betriebe ist das kaum planbar", betont Dahlmann.
Steigende Lebensmittelpreise - doch bei den Landwirten kommt nichts an
Auch die Landwirte merken, dass Lebensmittel für die Verbraucher immer teurer werden. Doch bei den heimischen Erzeugern komme davon nichts an. Dahlmann selber rechnet vor, er bekomme zehn Cent weniger als im letzten Jahr pro Kilo Milch - und das trotz der gestiegenen Produktionskosten.
Heimische Lebensmittelproduktion gefährdet - Politik gefordert
Dahlmann fürchtet, dass gerade kleinere landwirtschaftliche Betriebe diese Entwicklung nicht mehr lange verkraften werden - und aufgeben könnten. Die Politik sei gefordert, den Betrieben wieder wirtschaftliche Perspektiven zu geben. Notwendig seien zum Beispiel wettbewerbsfähige Energie- und Betriebsmittelpreise für die Landwirte.
Helfen könnte auch eine Ausgleichsrücklage. Das heißt: Gewinne aus guten Jahren steuerfrei zurücklegen zu dürfen. Dieses Geld könnte man dann in Dürrejahren aktivieren, um die Betriebe am Laufen zu halten.