Wer als Teenager einsam war, landet häufiger in unsicheren Jobs – Langzeitstudie enthüllt den entscheidenden Schutzfaktor

Langzeitstudie enthüllt: Wer als Teenager einsam war, kämpft später um den Job

Stand: 29.09.2026, 14:16 Uhr

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Aufgeregtes deprimiertes Teenager-Mädchen sitzt auf dem Bett neben dem Smartphone.

Einsamkeit in der Jugend hat Auswirkungen aufs spätere Berufsleben. (Symbolbild) © Dmitrii Marchenko/IMAGO

Eine langfristige Studie zeigt, dass sich Einsamkeit in der Jugend negativ auf die spätere Jobqualität auswirkt, während eine starke Schulanbindung schützen kann.

ST. LOUIS – Jugendliche, die sich während ihrer Schulzeit einsam fühlten, tragen im Erwachsenenalter ein höheres Risiko für instabile oder qualitativ minderwertige Arbeitsverhältnisse. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Analyse von US-amerikanischen Heranwachsenden, wie Futurity berichtete. Eine enge Verbundenheit mit der Schule schien diesen Zusammenhang abzufedern, während eine Bindung an die Nachbarschaft keinen vergleichbaren Schutzeffekt zeigte.

Die Forschung untersuchte prekäre Beschäftigung als umfassendes Maß für Jobqualität und Arbeitsplatzsicherheit abseits von bloßem Beschäftigungsstatus oder Gehalt. Faktoren wie instabile Verträge, begrenzter Zugang zu Zusatzleistungen und geringe Kontrolle über Arbeitsbedingungen wurden berücksichtigt, wie infobae berichtete. Die Autoren betonten, dass die Ergebnisse keine direkte Ursächlichkeit belegen und Einsamkeit als subjektives Gefühl sozialer Entfremdung erfasst wurde.

Ergebnisse der Longitudinalstudie

Für die Untersuchung nutzten die Forscher Daten der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health, die in den Schuljahren 1994 und 1995 mit Befragungen von Schülern der Klassen 7 bis 12 begann. In Nachfolgebefragungen in den Jahren 1996, 2001 bis 2002 sowie 2008 bis 2009 wurden zu Beginn 3.703 Personen und in der letzten Welle 3.105 Teilnehmer begleitet, um die Ergebnisse auf dem Arbeitsmarkt zu messen.

Um den familiären Hintergrund besser zu berücksichtigen, konzentrierte sich das Team auf Geschwisterpaare. Selbst beim Vergleich von Brüdern und Schwestern blieb die Verbindung zwischen jugendlicher Einsamkeit und späterer prekärer Arbeit nach Berücksichtigung individueller Merkmale und des gemeinsamen kindlichen Umfelds bestehen.

Schule als Schutzraum für Jugendliche

Die Ergebnisse weisen auf das schulische Umfeld als potenziellen Schutzraum hin. Beziehungen zu Lehrern und Gleichaltrigen, Möglichkeiten zum Kompetenzaufbau sowie Anbindungen an Bildungswege können den Übergang ins Erwachsenenalter und die Art der aufgenommenen Arbeitsplätze positiv beeinflussen.

Nachbarschaften können zwar soziale Unterstützung bieten, diese Ressourcen sind jedoch weniger direkt mit den institutionellen Wegen verknüpft, die den Eintritt in den Arbeitsmarkt steuern.

Steigende Einsamkeit bei jungen Erwachsenen

Eine internationale Umfrage unter der Leitung von Forschern der Washington University in St. Louis ergab, dass sich fast die Hälfte der Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren einsam fühlte, wie RELEVANT berichtete. Dies ist eine höhere Rate als bei Erwachsenen ab 55 Jahren. Insgesamt gaben fast vier von zehn Erwachsenen an, Einsamkeit zu empfinden, was mit einem deutlich erhöhten Risiko für Depressionen und Angstzustände einherging.

Wissenschaftler unterscheiden zwischen sozialer Isolation, die gezählt werden kann, und Einsamkeit, die die Lücke zwischen vorhandenen und gewünschten Beziehungen widerspiegelt. Umbrüche im frühen Erwachsenenalter wie Umzüge, Jobwechsel oder neue Umfelder erzeugen oft einen Mangel an Stabilität statt an Kontakten, während Online-Plattformen Verbindungen vorgaukeln, ohne die nötige Vertrautheit für ein echtes Zugehörigkeitsgefühl aufzubauen. (Redaktion)