(+) Lärm, Suff, Gewalt: Anti-„Ballermann“-Plan für St. Pauli
Hamburg
Schluss mit Billigalkohol zur späten Stunde. Die CDU will das Cornern auf St. Pauli eindämmen. Im Mittelpunkt stehen Kioske und Spätverkaufsstellen.
Billiger Alkohol, volle Straßen, Müll und Wildpinkler: Die Hamburger CDU sieht St. Pauli auf dem Weg zum Ballermann. Mit einem neuen Antrag will die Fraktion das sogenannte Cornern auf dem Kiez eindämmen – und nimmt dabei vor allem Kioske ins Visier.
Cornern heißt: Leute treffen sich draußen an Straßenecken oder vor Kiosken, trinken zusammen und ziehen oft später weiter. Das ist für viele Anwohner und Gastronomiebetriebe ein Ärgernis.
Die CDU will das Cornern auf dem Kiez eindämmen
Der Senat soll prüfen, ob Kiosken auf dem Kiez der Alkoholverkauf ab 21 Uhr verboten werden kann. Das fordert die CDU in einem neuen Antrag für die Bürgerschaft, der der MOPO exklusiv vorliegt. Außerdem will die Partei verhindern, dass immer mehr Kioske, Spätverkaufsstellen oder vergleichbare Betriebe eröffnen, deren Geschäft auf günstigem Alkohol basiert.
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Die Fraktion begründet ihren Vorstoß mit zunehmenden Konflikten im Viertel. Nach Angaben der CDU klagen Anwohner über nächtlichen Lärm, Vermüllung, öffentliches Urinieren, blockierte Hauseingänge und Auseinandersetzungen mit stark alkoholisierten Gruppen.
„St. Pauli soll lebendig, weltoffen und ein attraktiver Ort für Bewohner, Gewerbe, Kultur und Besucher bleiben, aber nicht zum Ballermann unter freiem Himmel werden“, sagt David Erkalp, Sprecher für Tourismus, Einzelhandel und Handwerk in der CDU-Fraktion. „Die zunehmende Verlagerung des Nachtlebens auf die Straße, verbunden mit Billigalkohol, Vermüllung, Wildpinkeln und Lärmbelastung, setzt Anwohner und etablierte Clubs, Bars und Gastronomiebetriebe zunehmend unter Druck.“
Polizei und Bezirk sollen den Kiez stärker kontrollieren
Neben möglichen Verkaufsbeschränkungen fordert die CDU ein übergreifendes Maßnahmenkonzept gegen die Folgen des Cornerns. Die Polizei und der bezirkliche Kontrolldienst sollen die Einhaltung möglicher neuer Regeln überwachen. Über den Antrag berät die Hamburgische Bürgerschaft am 14. Oktober.
Freiheit und Tourismus gehörten zu St. Pauli, betont Erkalp, „doch Freiheit darf nicht bedeuten, dass Anwohner, seriöse Gewerbetreibende und die gewachsene Kiezkultur die Folgen ausufernden Billigalkoholkonsums tragen.“