Last-Minute-K.o.: FC Bayern vergibt Sieg gegen City

Ein Rauchtopf auf dem Spielfeld der FC Bayern Frauen.

Women's Champions League Last-Minute-K.o. und Pyro-Ärger: FC Bayern vergibt Sieg gegen City

Stand: 22.09.2026 • 21:52 Uhr

Der FC Bayern ist mit einem Unentschieden in die Champions League gegen Manchester City gestartet und vergab dabei einen komfortablen Vorsprung. Ein Bengalo spielte beim ersten Gegentor eine entscheidende Rolle.

Von Raphael Weiss

Die FC Bayern Frauen sind mit einem Unentschieden gegen den englischen Topklub Manchester City in die Champions-League-Saison gestartet. Die Halbfinalistinnen aus der vergangenen Saison vergaben dabei eine 2:0-Führung im heimischen Sportpark in Unterhaching. Vor 4.500 Zuschauern hatten Giulia Gwinn (11.) und ein Eigentor (28.) für den komfortablen Vorsprung gesorgt. Die deutsche Nationalspielerin Carlotta Wamser glich kurz vor Spielende aus, nachdem Beth Mead den Anschlusstreffer erzielt hatte (45.).

Gwinn belohnt FC-Bayern-Dominanz früh

Die FC Bayern Frauen starteten gegen die leicht favorisierten Engländerinnen überraschend dominant. Die Münchnerinnen bestimmten von Anfang an das Spiel und kamen schnell zu guten Chancen. Erst war es Klara Bühl (4. Minute), dann Pernille Harder (8.), die aus aussichtsreicher Position zum Abschluss kamen, aber nicht genügend Wucht in ihren Schuss bekamen, um tatsächlich gefährlich zu werden.

Besser machte es wenig später aber Gwinn. Die 24-Jährige nutzte den guten Pass von Linda Dallmann und den riesigen Stellungsfehler der gegnerischen Verteidigung, trieb den Ball in den Strafraum und vollstreckte cool zum 1:0 (11.). Die Bayerinnen bleiben weiter gierig. Angetrieben von einer starken Jovana Damjanovic behielten sie die Kontrolle über das Spielgeschehen, pressten mutig und suchten immer wieder den Abschluss - ließen aber gute Chancen immer wieder ungenutzt.

Kurioser Pyro-Gegentreffer vor der Pause

So war es eine City-Spielerin, die schließlich den Job der Münchner Angreiferinnen übernahm. Nach einer scharfen Hereingabe lenkte Kerstin Casparij den Ball ins eigene Tor zum 2:0 aus Münchner Sicht (28.). Alles lief auf einen komfortablen Vorsprung zur Pause hinaus, doch dann leistete sich der FC Bayern kurz vor dem Pausenpfiff eine Unachtsamkeit. Glodis Vigosdottir klärte eine Hereingabe schlecht. Der Ball landete bei Khadija Shaw, deren Schuss unglücklich abgefälscht wurde und bei Mead landete, die aus kürzester Distanz den Ball zum 2:1 über die Linie drückte (45.).

Ob der Treffer überhaupt hätte zählen dürfen, ist aber fraglich. Während des Angriffs von Manchester City lag ein Bengalo auf dem Spielfeld nahe des Münchner Strafraums auf der ballnahen Seite, der blauen Rauch ausspuckte und für Irritationen sorgte. "Das Spiel hätte unterbrochen werden müssen", sagte Bianca Rech, Direktorin der FC Bayern Frauen, in der Halbzeitpause im ZDF und folgerte: "Eine schlechte Leistung der Schiedsrichterin."

Mahmutovic foult und hält Elfmeter

In der zweiten Halbzeit kam Manchester City besser in die Partie und die Münchnerinnen liefen Gefahr, sich um den Lohn für einen starken Auftritt beim Champions-League-Auftakt zu bringen. Ena Mahmutovic fällte mit einer ungestümen Aktion Mead im Strafraum. Doch wenig später machte sie ihren Fehler gut, hielt den unplatzierten Elfmeter von Shaw und verhinderte so den Ausgleich (62.).

Doch die Münchner Defensive brachte sich am Ende selbst um die wichtigen drei Punkte in der Champions League. Nach einem Konter konzentrierte sich die gesamte Verteidigung auf Lauren Hemp und ließ die ehemalige Bundesliga-Spielerin Carlotta Wamser komplett außer Acht. Die 22-Jährige bekam den Ball an der Strafraumkante, nahm völlig unbedrängt Maß und traf zum 2:2 (86.).

Imade vergibt in der Schlussphase doppelt

Edna Imade hatte kurz vor dem Schlusspfiff noch zwei hervorragende Möglichkeiten, die Partie doch noch für die Münchnerinnen zu entscheiden. Doch ein gutes Anspiel von Harder bekam die Stürmerin nicht unter Kontrolle und vergab schwach. Einen Kopfball in letzter Minute setzte sie über die Latte.

"Wir haben es unnötig aus der Hand gegeben", sagte Mahmutovic nach dem Spiel gegenüber BR24Sport. "Das erste Tor war unlucky, abgefälscht und mit dem Pyro. Aber das ist keine Ausrede. Wir haben uns viel zu viele Konter gefangen. Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen. Jetzt müssen wir die Gründe suchen."

Für die Münchnerinnen ist dieses Unentschieden besonders bitter, schließlich wartet auf sie ein schwieriges Programm in der Gruppenphase: Mit Paris Saint-Germain, Real Madrid und dem FC Barcelona warten noch äußerst schwierige Gegnerinnen.

Quelle: BR24Sport im Radio 22.09.2026 - 18:55 Uhr