Late-Night-Show: Jimmy Kimmel kritisiert Druck von US-Aufsichtsbehörde

Jimmy Kimmel strahlt ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten James Talarico nur online aus, nicht im Fernsehen. Der Moderator kritisiert Drohungen der FCC.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa,

dar

  1. September 2026, 1:15 Uhr

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Late-Night-Show: Jimmy Kimmel und seine Sendung sind im Visier der US-Regierung.
Jimmy Kimmel und seine Sendung sind im Visier der US-Regierung. © USA TODAY Network via Reuters Connect

Der US-Moderator Jimmy Kimmel hat angekündigt, ein Interview mit dem demokratischen Senatskandidaten aus Texas, James Talarico, nach Druck der US-Telekommunikationsaufsicht (FCC) nur online zu zeigen. Der Trump-Kritiker Kimmel und seine Sendung sind im Visier der US-Regierung unter Donald Trump. Der Präsident hatte die FCC immer wieder aufgefordert, die Lizenzen des Senders ABD zu überprüfen und wenn möglich, zu entziehen.

Sein für Donnerstagabend Ortszeit geplantes Gespräch mit Talarico werde aufgrund »ungewöhnlicher Umstände« nicht beim Sender ABC ausgestrahlt, sondern über den YouTube-Kanal von Jimmy Kimmel Live, kündigte der Moderator in seiner Show am Mittwoch an. Die Aufsichtsbehörde wird von Republikanern geleitet.

Die FCC habe ihn, seine Show, ABC sowie deren Partnersender und lokale Stationen bedroht, sagte Kimmel, »auf Grundlage einfacher, traditionell redaktioneller Entscheidungen, Gastbuchungen, die man dort nicht zu mögen scheint.« Die Entscheidung sei aus Rücksicht auf die örtlichen Sendestationen getroffen worden. Die FCC äußerte sich selbst bisher nicht dazu.

Ähnlich hatte es laut der New York Times der TV-Moderator Stephen Colbert im Februar gehandhabt, als er den Auftritt Talaricos in seiner normalerweise beim Sender CBS ausgestrahlten Late Show nur auf YouTube gezeigt hatte.

FCC stufte Latenight-Sendungen neu ein

Im Januar hatte die FCC mitgeteilt, dass Latenight-Sendungen nicht länger den Regeln von Nachrichtensendungen unterliegen, wonach sie von einer Parität bei der Sendezeit von Parteien befreit sind. Von Lokalsendern ausgestrahlte unterhaltungsorientierte Talkshows seien dadurch verpflichtet, Politikern, die für dasselbe Amt kandidierten, auch dieselbe Menge an Sendezeit anzubieten. »Jahrelang gingen die etablierten Fernsehsender davon aus, dass ihre Shows als echte Nachrichtensendungen gelten – selbst, wenn sie aus rein parteipolitischen Zwecken handelten«, sagte der FCC-Vorsitzende Brendan Carr damals.

Eigentlich hat die FCC als Vergeber von Lizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA eine traditionell neutrale Rolle. US-Präsident Donald Trump ernannte zu Beginn seiner zweiten Amtszeit jedoch seinen loyalen Verbündeten Carr zum Chef. Seither wird die staatliche Stelle laut Kritikern zusehends zum Instrument von Trumps Agenda, etwa, indem sie Sendern wegen Programmentscheidungen mit dem Entzug ihrer Lizenzen droht.

Im Frühjahr hatte die FCC nach einem Auftritt Talaricos in der ABC-Sendung The View dem Sender vorgeworfen, damit gegen die Gleichbehandlungspflicht verstoßen zu haben. Kritiker sahen darin den Versuch, die Pressefreiheit einzuschränken und die Berichterstattung vor den Kongresswahlen im Herbst zu beeinflussen.

Talarico tritt in Texas gegen den republikanischen Kandidaten Ken Paxton bei der Senatswahl an, welcher von Trump unterstützt wird. Laut Umfragen wird es eine knappe Entscheidung, Talarico hat in dem traditionell republikanischen Bundesstaat aber Chancen. Für die Demokraten, die seit mehr als drei Jahrzehnten keinen Senator mehr aus dem Bundesstaat gestellt haben, wäre ein Sieg historisch.