Lebensmittel-Kontrolle bei Netto deckt Ungeziefer-Befall und Schimmel auf
Stand: 08.10.2026, 21:38 Uhr
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Ein Netto-Markt fällt bei einer Lebensmittelkontrolle durch. Es wurden unter anderem Schädlinge gefunden. Der Supermarkt handelte umgehend.
Bei einer amtlichen Lebensmittelkontrolle ist der Netto-Markt am Bahnhof 18 in Stadthagen durchgefallen. Wie aus dem niedersächsischen Verstoßportal für Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit hervorgeht, stellten die Kontrolleure am 11. August 2026 gleich mehrere gravierende Mängel fest – von Schädlingsbefall bis hin zu deutlich zu warmen Kühlbereichen.
Netto-Markt in Stadthagen fällt durch Kontrolle: Kotpillen unter Regalen und im Lager entdeckt
Laut dem Bericht der Kontrolleure vom 7. Oktober 2026 wurde in mehreren Teilen der Filiale ein Schadnagerbefall nachgewiesen. Sowohl unterhalb des Bake-Off-Bereichs, unter den Einschüben auf dem Fußboden, als auch unter dem Regal mit den Backwaren fanden die Prüfer mehrere Kotpillen. Auch im Lager wurde Schadnagerbefall festgestellt. Das Ausmaß des Befalls sei trotz bekannten Risikos nicht erkannt worden, heißt es weiter.
Die bis zum Zeitpunkt der Kontrolle bereits getroffenen Maßnahmen gegen Schädlinge seien nicht ausreichend gewesen, geht aus dem Bericht hervor. Dadurch seien die in der Filiale hergestellten, verarbeiteten und verkauften Lebensmittel einer Kontaminationsgefahr ausgesetzt gewesen, so die Lebensmittelkontrolleure.
Kontrolleure finden verdorbene Wurstwaren im Kühlraum des Supermarkts
Auch bei der Kühlkette lief es nicht rund: Im Kühlraum, in dem verschiedene Wurst- und Fleischprodukte lagerten, wurde die maximal zulässige Höchsttemperatur überschritten. Das betriebseigene Thermometer zeigte laut den Kontrolleuren 12 Grad Celsius an, die amtliche Messung ergab sogar 13 Grad. Eine gezielte Temperaturmessung an einer Zwiebelmettwurst erbrachte 12,9 Grad.
Mehrere Produkte wiesen laut Bericht bereits deutliche Verderbsanzeichen auf: Schimmelbildung beziehungsweise Schimmelrasen sowie untypische grünliche, schwarze oder braune Verfärbungen. Die betroffene Ware habe sich bereits seit der Vorwoche im Kühlraum befunden. Wie lange die Temperaturabweichungen genau bestanden, ließ sich den Angaben zufolge nicht mehr exakt rekonstruieren.
Das Selbstbedienungs-Kühlregal für Fleisch und Aktionsware im Netto blieb ebenfalls nicht ohne Beanstandung. Für die dort gelagerten Produkte gelten eigentlich strenge Grenzwerte. Hähnchen und verschiedene Fleischteilstücke dürfen maximal vier Grad, Fisch und Hackfleisch maximal zwei Grad warm sein. Bei mehreren Messungen wurden diese Werte deutlich überschritten: Die Anzeige am SB-Kühlregal für Aktionsware lag laut den Kontrolleuren bei 10,3 Grad, die Innenraumtemperatur bei 8,9 Grad. Eine Jungbullenbrust wurde mit 7,8 Grad gemessen, das Kühlregal für Fleisch zeigte 8,8 Grad an, Hackfleisch kam auf 4,9 Grad.
Lebensmittelkontrollen finden in Niedersachsen regelmäßig statt – Netto wurde umgehend tätig
Rechtliche Grundlage für die Beanstandung ist § 2 Nr. 8 der Lebensmittelrechtlichen Straf- und Bußgeldverordnung. Laut dem niedersächsischen Verstoßportal für Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit wurde der Verstoß schnell behoben: Als Datum der Behebung ist der 13. August 2026 vermerkt, nur zwei Tage nach der Feststellung. Auch ein Grill-Restaurant fiel zuletzt durch eine Lebensmittelprüfung.
Bei den veröffentlichten Informationen handelt es sich laut dem Verstoßportal des Landes Niedersachsen ausdrücklich nicht um amtliche Warnungen. Die Angaben stellen ausschließlich den Sachverhalt zum Zeitpunkt der amtlichen Kontrolle dar und treffen keine behördliche Einschätzung zum Risiko künftiger weiterer Verstöße.