Lebensmittel, Strom, Versicherungen: Wo fast jeder Haushalt zu viel zahlt
Stand: 30.07.2026, 07:15 Uhr
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Drei Posten, die zusammen fast jeden Haushalt betreffen. Was dabei zu viel bezahlt wird und was sich mit wenig Aufwand ändert.
München – Es gibt drei Ausgabekategorien, bei denen fast jeder Haushalt in Deutschland mehr zahlt als nötig. Nicht wegen Leichtsinn. Sondern wegen Trägheit. Was einmal eingerichtet wurde, läuft weiter. Was läuft, wird nicht geprüft. Was nicht geprüft wird, kostet mehr als es müsste.
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Lebensmittel, Strom, Versicherungen. Drei Posten, ein Einsparpotenzial von monatlich 100 bis 300 Euro. Ohne auf irgendetwas zu verzichten, das wirklich wichtig ist.

„Zu viel zahlen ist meistens keine aktive Entscheidung“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Es ist das Ergebnis von Gewohnheit. Was einmal eingerichtet wurde, bleibt. Bis jemand nachfragt.“
Posten 1: Lebensmittel
Lebensmittel sind der Ausgabeposten mit dem größten unbewussten Mehraufwand. Was dabei zu viel kostet, sind meistens nicht die Lebensmittel selbst. Es ist die Art, wie eingekauft wird.
Tägliche Kleineinkäufe statt Wocheneinkauf. Wer täglich einkauft, kauft meistens mehr als geplant. Was spontan im Laden landet, war nicht auf der Liste. Was auf der Liste stand, bleibt trotzdem im Wagen. Wer einmal pro Woche mit Liste einkauft, gibt im Schnitt 15 bis 20 Prozent weniger aus.
Markenprodukte bei Grundnahrungsmitteln. Bei Mehl, Zucker, Öl, Nudeln, Reis: Der Unterschied zwischen Eigenmarke und Markenprodukt ist im Geschmack oft minimal, im Preis erheblich. Was dabei gespart wird: 20 bis 40 Prozent bei Grundnahrungsmitteln.
Lebensmittelverschwendung. Rund 75 Kilogramm Lebensmittel wirft ein durchschnittlicher deutscher Haushalt jährlich weg. Was dabei verloren geht: rund 250 Euro jährlich für Essen, das nie gegessen wurde. Was dagegen hilft: Wochenplanung, Einkaufsliste, bewusster Vorratseinkauf.
Lieferdienste. Was bequem ist, kostet. Was ein Gericht beim Lieferdienst kostet, kostet selbst gekocht meistens ein Drittel. Was einmal pro Woche bestellt wird statt dreimal, spart ohne echten Verzicht.
Typisches monatliches Einsparpotenzial bei Lebensmitteln: 50 bis 120 Euro.
Posten 2: Strom
Stromkosten sind ein Posten, bei dem fast jeder Haushalt ohne Aufwand sparen kann.
Anbieterwechsel. Wer beim Grundversorger geblieben ist, zahlt meistens deutlich mehr als beim günstigsten Alternativanbieter. Was auf Vergleichsportalen in zehn Minuten herausgefunden wird: wie viel mehr gezahlt wird als nötig.
Was dabei zu beachten ist: Neukundenangebote laufen meistens nach einem Jahr aus. Wer wechselt und nicht erneut wechselt, zahlt danach den regulären Preis, der oft höher liegt. Wer jährlich vergleicht und bei Bedarf wechselt, zahlt dauerhaft weniger.
Standby-Verbrauch. Was auf Standby steht, verbraucht Strom. Fernseher, Computer, Ladekabel, Kaffeemaschine: Was über Nacht an der Steckdose hängt, kostet im Jahr 50 bis 100 Euro Strom ohne irgendeinen Nutzen.
Beleuchtung. Wer noch keine LED-Leuchtmittel hat, zahlt drei- bis fünfmal mehr für Beleuchtung als nötig. Was einmalig investiert wird, amortisiert sich in wenigen Monaten.
Typisches monatliches Einsparpotenzial bei Strom: 20 bis 50 Euro.
Posten 3: Versicherungen
Versicherungen sind der Posten, bei dem am meisten überzahlt wird und am wenigsten verglichen wird.
Kfz-Versicherung. Jährlich kündbar, jährlich vergleichbar. Was beim alten Anbieter ohne Vergleich bleibt, zahlt meistens den alten, teuren Preis. Was ein Wechsel bringt: Bei gleicher Leistung oft 20 bis 40 Prozent Ersparnis.
Was dabei zu beachten ist: Die Kündigung muss in der Regel bis zum 30. November eingehen, damit sie zum Jahreswechsel wirksam wird. Wer das verpasst, bleibt ein weiteres Jahr.
Überflüssige Versicherungen. Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, Brillenversicherung, Rechtsschutzversicherung für Bereiche, die kaum relevant sind: Was dabei monatlich bezahlt wird, deckt meistens Risiken ab, die entweder unwahrscheinlich oder bereits durch andere Versicherungen gedeckt sind.
Was die Hausratversicherung meistens bereits abdeckt: Einbruch, Feuer, Wasserschäden, in vielen Fällen auch Handy und Brille. Was doppelt versichert ist, muss nur einmal bezahlt werden.
Veraltete Versicherungssummen. Wer eine Hausratversicherung aus dem Jahr 2010 hat und seitdem mehr Möbel, Technik und Wertgegenstände angesammelt hat, ist möglicherweise unterversichert. Was dabei geprüft werden sollte: ob die Versicherungssumme noch dem aktuellen Haushaltsinhalt entspricht.
Typisches monatliches Einsparpotenzial bei Versicherungen: 30 bis 100 Euro.
Was zusammenkommt
Lebensmittel: 50 bis 120 Euro. Strom: 20 bis 50 Euro. Versicherungen: 30 bis 100 Euro.
Zusammen: 100 bis 270 Euro monatlich. Was dabei eingespart wird, ist nicht das Ergebnis von Verzicht. Es ist das Ergebnis von Aufmerksamkeit.
Was mit diesem Betrag passiert, macht den Unterschied. Was auf dem Girokonto bleibt, wird früher oder später ausgegeben. Was automatisch in den ETF-Sparplan fließt, baut Vermögen auf. 200 Euro monatlich bei 7 Prozent Rendite über 20 Jahre: rund 104.000 Euro. Aus Aufmerksamkeit. Nicht aus Verzicht.
Fazit
Lebensmittel, Strom, Versicherungen: drei Posten, ein erhebliches Einsparpotenzial, kein echter Verzicht. Was es braucht, ist eine Stunde pro Jahr. Was dabei gefunden wird, verändert die Jahresbilanz.