Leichtathletik-EM: Siebenkampf - Keine Medaille: Kälin bleibt der undankbare 4. Rang

  • Siebenkämpferin Annik Kälin kann an der EM in Birmingham das Ruder nicht mehr zu ihren Gunsten herumreissen.
  • Die Medaillenanwärterin belegte Rang 4 vor dem finalen 800-m-Lauf. Diese Klassierung (mit einem Total von 6630 Punkten) hat die Bündnerin auch am Schluss des happigen Pensums inne.
  • Für Kate O'Connor – auch die Irin zählte zum Kreis der Favoritinnen – geht dagegen die Rechnung mit dem EM-Titel auf.

Die Hoffnungen auf eine EM-Medaille – ihre zweite nach Bronze 2022 in München – waren für Annik Kälin schon vor dem letzten Siebenkampf-Akt in Birmingham auf ein Minimum gesunken. Die Bündnerin hatte sich nach einem soliden 1. Tag (Zwischenrang 6) beim Re-Start zwar auf die Leaderposition gehievt.

Allerdings hatte sie in ihrer Paradedisziplin Weitsprung mit ihrem stärksten Satz auf 6,81 m (bei einem Bestwert von 6,90 m) zu wenig auf ihre Konkurrenz herausholen können. Zudem schwächelte sie in der Folge beim Speerwurf, indem sie mit 44,39 m um fast 5 m hinter ihrer Topmarke blieb.

Die frustrierende Erkenntnis für die als Europas Saisonbeste mit grossen Ambitionen auf die Insel zu den Titelkämpfen gereiste Mehrkämpferin:

  • Sie lag nach 6 Disziplinen auf dem 4. Platz und wies bereits 34 Punkte Rückstand auf Bronze auf.
  • Als zusätzliches Handicap entpuppten sich ihre Kniebeschwerden, die sich wieder leicht bemerkbar machten.

Auf dem Papier hätte sie es drauf gehabt

Zum Auftakt der Abendsession am Samstag brachte Kälin ihr Mammutpensum zu Ende. Wie befürchtet blieb das Podest ausser Reichweite. Mit 2:12,87 Minuten über die 800 m lag für sie nicht mehr drin, als sich auf dem letztlich enttäuschenden 4. Rang zu halten. Somit ereilte sie ein bitteres Déjà-vu, war die 26-Jährige doch schon beim letzten EM-Championnat 2024 in Rom und an den folgenden Sommerspielen in Paris direkt hinter dem Podest gelandet.

Person in rotem Sporttrikot schaut zur Seite mit unscharfem Hintergrund.
Legende:

Siebenkämpferin Annik Kälin

Der Wettkampf fiel über alles gesehen nicht nach ihrem Gusto aus.

imago images/Axel Kohring

Mit einem Total von 6630 Punkten fehlten ihr 34 Zähler auf die Bronzemedaille, die sich Sofie Dokter (6664) sicherte. Somit konnte die Niederländerin die Differenz auf die Schweizerin in der letzten Disziplin genau halten. Zum Vergleich: Gemessen an ihrem Ende Juni aufgestellten Schweizer Rekord hätte Kälin ein effektives Leistungsvermögen von 6819 Punkten. Die EM-Goldmedaille ist für 68 Punkte weniger weggegangen, das dürfte sie zusätzlich wurmen.

O'Connor schafft etwas, das noch nie dagewesen ist

Gold heimste Mitfavoritin Kate O'Connor ein. Die Irin gab ihre Führung nicht mehr preis und sammelte insgesamt 6751 Punkte. Die 25-Jährige hatte bei internationalen Freiluft-Titelkämpfen auf Elite-Stufe bislang einen Podestplatz errungen: als Zweite bei der letztjährigen WM. In Birmingham beerbte sie nun Nafissatou Thiam. Die belgische Titelverteidigerin hatte verletzungsbedingt auf einen Start verzichten müssen.

Sportlerin in grünem Sportoutfit bei einem Wettkampf, Name auf der Startnummer sichtbar.
Legende:

Die neue Königin der Leichtathletik

Kate O’Connor reüssiert mit einer Reserve von 38 Punkten.

imago images/Axel Kohring

Irland stellt erstmals überhaupt in der EM-Geschichte die Königin der Leichtathletik – und O'Connor performte so stark wie noch nie zuvor. Als Silbergewinnerin konnte sich Emma Oosterwegel (NED) mit 6713 Zählern feiern lassen.

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