Hammerwerfer Hummel ist Ultimate Champion der Leichtathletik

Hammerwerfer Merlin Hummel hat zum Saisonende den Sieg bei einer Leichtathletik-Premiere gefeiert. Der 24-Jährige gewann bei den erstmals ausgetragenen Ultimate Championships in Budapest mit 81,46 Metern. Hummel siegte souverän vor dem Ungarn Bence Halasz, der den Hammer auf 80,30 Meter schleuderte.

Vizeweltmeister Hummel kam mit dem neuen Format mit vier Durchgängen und einem schrittweise reduzierten Feld gut zurecht. Weltmeister und Olympiasieger Ethan Katzberg aus Kanada schied dagegen nach zwei Fehlversuchen in den ersten beiden Durchgängen frühzeitig aus. Statt  Katzberg ist Hummel jetzt der sogenannte Ultimate Champion. „Fantastisch“, sagte Hummel am Stadion-Mikrofon.

Der EM-Zweite von der Frankfurter Eintracht darf sich nicht nur über die gute Leistung, sondern auch über ein Preisgeld von 150.000 Dollar freuen (etwa 129.000 Euro). Insgesamt schüttet der Weltverband zehn Millionen US-Dollar (rund 8,6 Millionen Euro) aus – nach Angaben des Verbands das höchste Preisgeld, das jemals bei einer einzelnen Leichtathletik-Veranstaltung angeboten wurde.

Deutsche Mixed-Staffel auf Platz sechs

Das deutsche Staffel-Team hat bei der ersten Entscheidung nicht in den Kampf um die Topplätze eingreifen können. Nachdem das deutsche Mixed-Quartett über 4x100 Meter bei der EM die Silbermedaille gewonnen hatte, musste es sich bei den Ultimate Championships mit dem sechsten Platz zufriedengeben. Kevin Kranz (Wetzlar), Jolina Ernst (Wattenscheid), Robin Ganter (Mannheim) und Sina Kammerschmitt (Mannheim) blieben in 40,85 Sekunden deutlich über der EM-Zeit (40.11).

Der erste Sieg des neuen Wettbewerbs ging an die Staffel aus den USA in 39,64 Sekunden. Zweiter wurde Jamaika (39,72), Dritter die Staffel aus Großbritannien (40,26).

Bis zum Sonntag geht es im Nationalen Leichtathletikzentrum in insgesamt 26 Einzel- und zwei Mixed-Staffel-Wettbewerben jeweils um den Titel des Ultimate Champion. Mit dem erstmals ausgetragenen Wettbewerb will der Weltverband die Leichtathletik neu in Szene setzen. Lange Vorkämpfe gibt es nicht, es geht in direkten Duellen zwischen Olympiasiegern, Weltmeistern und Topathleten um den Erfolg. Dazu gibt es neue Showelemente. „Ich glaube, es ist mal gut, einen Anstoß zu haben und mal sich neu zu erfinden“, sagte Hummel.

Weitere deutsche Chancen folgen

Allerdings fehlen einige Disziplinen im Programm, das Teilnehmerfeld ist auch weniger facettenreich als bei einer WM. Ersetzt werden sollen die klassischen Weltmeisterschaften nicht, alle zwei Jahre sollen die Ultimate Championships ausgetragen werden.

Außer Hummel und der Mixed-Staffel über 4x100 Meter, die zum Start Sechste wurde, sind noch vier weitere deutsche Leichtathleten dabei. Speerwurf-Europameister Julian Weber, die Langhürdler Emil Agyekum und Owe Fischer-Breiholz sowie 1.500-Meter-Läufer Robert Farken wollen beim Kampf um die Spitzenplätze mitmischen.