Leif Carlssons Erfolgsformel für den SC Riessersee

Stand: 24.09.2026, 18:34 Uhr

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Leif Carlsson spricht mit seinen Spielern auf der Bank.

„Drei Tore im Schnitt, dann haben wir Erfolg“: Diese Worte gibt Leif Carlsson seinen Spielern mit auf den Weg. © Peter VOLK

Der SC Riessersee ist nach zwei Spielen Tabellenführer der Eishockey-Oberliga Süd. Auch, weil die Erfolgsformel von Coach Leif Carlsson bisher stimmt.

Garmisch-Partenkirchen – Eishockey ist ein simples Spiel. Zwei Teams treten gegeneinander an. Das Ziel ist es, den Puck mit einem Schläger in das Tor der anderen Mannschaft zu schlagen. Wem das öfter in 60 Minuten gelingt, der gewinnt. Doch wie oft ist eigentlich oft genug? Leif Carlsson hat eine Antwort darauf und die trichtert er seit seinem Amtsantritt den Spielern des SC Riessersee ein.

Drei Tore im Schnitt

Carlssons Formel ist so simpel wie das Spiel selbst. „Wir brauchen einen Durchschnitt von drei Toren, die wir erzielen. Dann haben wir Erfolg.“ In seinem Heimatland Schweden werde viel mit Statistiken gearbeitet, auch Carlsson ist Fan davon und vertraut darauf. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Rechnung natürlich nicht aufgeht, wenn die Defensive einer Festung mit heruntergelassener Zugbrücke gleicht. So wie die des SCR der Vorsaison. 4,31 Gegentore schluckten die Weiß-Blauen pro Partie. Da genügte es auch nicht, dass das damalige Team Carlssons Offensiv-Marke sehr nah kam – 2,98 erzielte Treffer im Schnitt. Doch geht seine Formel mit einer besseren Abwehr wirklich auf?

Ein schmaler Grat

Die Daten der Spielzeit 2025/2026 verraten, dass sich Carlsson mit seinen drei Toren auf einem schmalen Grat befindet. Wer in der Oberliga Süd exakt drei Treffer in einer Partie schoss, holte im Schnitt 1,2 Punkte. Hätte 62,4 Zähler und Rang acht bedeutet. Immerhin, ist der SCR doch nur Elfter mit 57 Punkten geworden. Doch lediglich ein Törchen mehr, schon schossen die Erfolgsaussichten mächtig nach oben. Wer nämlich vier Tore bejubelte, kam auf einen Wert von 2,05 Punkten. Ein Anstieg von 71 Prozent.

Ein höheres Punktekonto konnten die Clubs aber noch „einfacher“ erreichen, indem sie die Defensive stärkten. Wer nämlich exakt dreimal den Puck aus dem eigenen Netz holen musste, verbuchte im Schnitt 1,73 Punkte. Bei maximal drei Gegentoren waren es 2,42 Punkte.

Nicht schön, aber erfolgreich

So ist auch Carlsson seinen Job beim SCR angegangen. Zunächst galt sein Fokus der Defensive. Er verpasste ihr ein Konstrukt, an das sich alle zu halten haben – und es auch tun. „Im Moment passt es. Die Spieler haben mein System gekauft und setzen es zu 100 Prozent um.“ Der Schwede gesteht zwar, dass dies kein „Fancy-Spiel“ (nicht das schönste, schickste) sei, doch es ist erfolgreich. Das beste Beispiel bekamen die Zuschauer dafür in Füssen geboten. Von atemberaubendem Eishockey fehlte jede Spur, doch der SCR erzielte zwei Treffer in Überzahl, Goalie Max Bolle feierte seinen Shutout – der zweite Sieg im zweiten Spiel. Jetzt will sich der Coach peu à peu der Offensive widmen, langsam an den Verstellschrauben drehen. Auch wenn die Kalkulation des 61-Jährigen schon jetzt prächtig aufgeht. Sechs geschossene Tore, nur zwei kassiert, sechs Punkte eingefahren, Tabellenführer.

SCR trifft auf schwere Brocken

Blenden lässt sich Carlsson davon aber nicht. Passau und Füssen muss man erst einmal schlagen, doch sie gehören nicht zu den Schwergewichten der Liga. Die beiden nächsten Kontrahenten dagegen schon. Heute sind die Werdenfelser bei den Selber Wölfen zu Gast, am Sonntag empfangen sie die Heilbronner Falken. Zwei Teams, die so ziemlich jeder Experte im Vorfeld zu den Top fünf der Staffel gezählt hat. Entsprechend sagt Carlsson vor dem Wochenende: „Holen wir einen Sieg, wäre das top.“ Dann würde seine Formel weiterhin aufgehen.