Lernhäuser am Lönsweg: 345 Quadratmeter Bodenplatte ist fertig

Stand: 05.08.2026, 19:00 Uhr

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Vier Personen auf einer Baustelle mi einem Plan in den Händen.

Auf dem Fundament des Lernhauses: Wolfgang Tobias, Leiter der Abteilung Hochbau, Projektleiterin Christin Strömer, Fachbereichsleiterin Claudia Lange und Bürgermeister Lutz Brockmann (v.l.). © Wienken

An der Grundschule am Lönsweg in Verden entsteht ein neues Lernhaus in Holzrahmenbauweise. Ab September wird die Konstruktion auf die fertige Bodenplatte gesetzt.

Verden – Überall Farbe, Pinsel und Putz. Die Kinder der Lönswegschule hätten ihren Spaß daran. Aber es sind Ferien, ist auch besser so, denn in den Klassen geht’s ein wenig drunter und drüber. Etliche Wände erst grob verputzt, der Boden benötigt noch ordentlich Glanz, es wird daran gearbeitet. Der Maler ist fix, Daumen hoch, er kommt gut voran, signalisiert er. Unterstützung gefällig? Er winkt ab, braucht er nicht. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Projektleiterin Christin Strömer von der Stadt Verden.

Ein Raum mit gestapeltem Mobiliar.

Im Schulgebäude wird kräftig umgeräumt. Bis Sommer 2027 soll alles fertig sein. © Wienken

„Masterplan Grundschule 2030“ heißt das, was sich in und um die Grundschule herum am Lönsweg abspielt. Christin Strömer steht auf einer Bodenplatte, circa 345 Quadratmeter Fläche. Die Platte ist das Fundament für eins der zwei neuen Lernhäuser auf dem Gelände. „Gebaut wird im Stil des Bestandsgebäudes“, erklärt Fachbereichsleiter Wolfgang Tobias. In den Sommerferien wurde deshalb ordentlich rangeklotzt, die Sohle ist komplett und blitzblank gefegt. Ab September kommt auf den Beton die Konstruktion des Lernhauses in Holzrahmenbauweise obendrauf. Anschlüsse und Installationen sollen bis dahin liegen.

Wo draußen ungestört gearbeitet werden kann, müssen die Handwerker drinnen auf engstem Raum im Bestand dauerhaft zurechtkommen. Etliche Räume komplett leer geräumt, die Stühle meist auf den Tischen, sieht es nach Kehraus und großem Durcheinander aus. Aber alles hat System. Für die künftige Mensa werden Wände abgebrochen und neu gezogen, Türöffnungen gemauert, dazu ein aufwendiger Brandschutz installiert.

Immer wieder fällt der Blick von Planerin Strömer auf die Bauzeichnung. Alles, was an Trockenbau neu kommt, wird nicht bleiben. Steht das erste Lernhaus auf der Sohle neben der alten Grundschule, wird im Bestand noch mal umgeschwenkt, fallen alte und auch neue provisorische Mauern, um das zweite Lernhaus unter dem Dach des Hauses an seinen Platz zu bringen. Hinter dem, was sich auf dem Plan leicht hin und her schieben lässt, steckt eine ausgeklügelte Logistik, die alle Beteiligten fordert. Doch an den umfangreichen Um- und Neubauten führt kein Weg vorbei. „Die Schule platzt aus allen Nähten, wir brauchen mehr Raum für den Ganztag und die dazugehörige Mensa“, sagt Bürgermeister Lutz Brockmann. Das sei allein mit dem funktionalen Bau der ehemaligen britischen Grundschule nicht zu schaffen.

Trotz der Bauarbeiten soll der Schulalltag, so weit möglich, im normalen Rahmen weiterlaufen. Durchaus eine Herausforderung, wer Stand jetzt einen Blick in die Räume wirft. Doch wenn der Pausengong am 13. August zum neuen Schuljahr schlägt, sind die Klassenräume trotz Baustelle blitzblank. Drumherum wird weitergebaut.

Mit kompletter Öffnung der beiden Lernhäuser ist laut Aussage der Planer zum Schuljahresbeginn 2027 zu rechnen. Nehmen die ersten Schülerjahrgänge der Grundschule am Lönsweg dort Platz, geht damit ein ganz neues Lernkonzept an den Start. „Weg von den traditionellen Flurschulen mit einzelnen Klassenzimmern, hin zu einer modernen Lernlandschaft“, skizziert Claudia Lange, Fachbereichsleiterin Bildung und Kultur, die künftige Kernidee. Dazu zählen Arbeit in Gruppen statt Frontalunterricht, flexible Räume sowie die Gestaltung der Schule als Lebensort. Jedes Lernhaus bildet eine „kleine Schule in der großen Schule“, umfasst mehrere Klassen- und Differenzierungsräume sowie einen gemeinsamen offenen Bereich, den „Marktplatz der unbegrenzten Möglichkeiten“. Schon das Gebäude selbst soll laut „Masterplan 2030“ pädagogisch wirken und individuelles Lernen, Inklusion, Ganztag und Zusammenarbeit fördern.

Auf circa 2,2 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für Um- und Neubau am Lönsweg, davon fließen 1,125 Millionen Euro Förderung aus dem Landestopf ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote.