Kein Briefkasten vor der Haustür? – Leser sind empört

Leser zum Briefkasten-Abbau

«Der Service Public wird komplett weggespart!»

Der Briefkasten vor der eigenen Tür gehört vielleicht bald der Vergangenheit an. Im neuen Postgesetz erlaubt Postminister Albert Rösti zentrale Briefkastenanlagen für ganze Quartiere. Der Widerwille aus unserer Community stapelt sich wie die Briefe im Postlager.

Publiziert: 18:47 Uhr

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Aktualisiert: 18:49 Uhr

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Postminister Rösti plant zentrale Briefkastenanlagen für ganze Quartiere in der Schweiz
  • Umfrage: 89 Prozent der über 6'100 Befragten lehnen die Pläne klar ab
  • Nur 8 Prozent befürworten die Idee, 3 Prozent bleiben neutral
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Alessandro KälinRedaktor Community

Postminister Albert Rösti (58) zweifelt an der Zukunft der Briefkästen. Zusammen mit dem Rest des Bundesrates plant er eine Revision des Postgesetzes. Das aktuelle Recht erlaubt Briefkastenanlagen bei Mehrfamilien- und Geschäftshäusern. Dies soll künftig auch für mehrere Häuser möglich sein. Langfristig könnte das heissen, dass es für ein ganzes Quartier künftig eine einzige Briefkastenanlage gibt. Das basiert auf Freiwilligkeit, ist aber ein erstes Anzeichen für das dereinstige Aus des Briefkastens. Immerhin gibt es immer weniger Briefpost. 

Somit müssten Anwohner ihre Briefe und Pakete an einer solchen zentralen Stelle abholen. Die Anlagen wären so zu platzieren, dass sie für alle Haushalte im Quartier in angemessener Distanz liegen. Ein Eingriff vor der eigenen Haustür gefiele unseren Leserinnen und Lesern jedoch ganz und gar nicht. Sie wollen am Briefkasten festhalten.

Die Community hält an ihren Briefkästen fest

Gemäss einer nicht repräsentativen Leserumfrage mit über 6'100 Teilnehmern ist eine überwältigende Mehrheit von 89 Prozent klar gegen zentrale Briefkastenanlagen. Sie wollen für ihre Postsendungen nicht mehr Distanz zurücklegen müssen.

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Die Befürworter machen hingegen nur 8 Prozent aus. Diese Lesergruppe ist überzeugt, dass solche Anlagen praktisch und sicher wären. Die verbliebenen 3 Prozent enthalten sich. In den Kommentaren ist die Gegenwehr ebenfalls gewaltig.

«Das ist kein Fortschritt, sondern ein Abbau an Lebensqualität»

Viele Leserinnen und Leser halten wenig von zentralen Briefkästen. Der Service public ist ihnen heilig. Renato Horisberger ist einer von ihnen: «Schliesst doch die Post gleich ganz, anstatt sie langsam sterben zu lassen. Der Service Public wird komplett weggespart.» Remo Ballisto äussert seine Bedenken: «Wenn Pakete und Briefe nicht mehr bis zur Haustür kommen, wofür braucht es die Post dann noch? Sammelanlagen laden zudem zu Vandalismus und Diebstahl ein. Die Sicherheit wird, denke ich, eher abnehmen.»

Irena Bürge kreidet zudem an: «Für diesen neuen Service Public sollen wir künftig bei Wind und Wetter zu einer Sammelstelle? Das ist kein Fortschritt, sondern ein massiver Abbau an Lebensqualität, besonders für ältere Menschen und körperlich Beeinträchtigte.» Auch Günther Rüegg fragt entgeistert: «Soll die 80-jährige Oma etwa im Winter zu der Briefkastenanlage laufen?»

Heinz Hirschi ist derweil überzeugt: «Klar, weniger Verkehr. Alle Quartierbewohner fahren dann zu der Sammelstelle, statt ein Briefträger zu den Briefkästen. Das entlastet Verkehr und Umwelt ganz sicher nicht.»

«Für was braucht man denn heute noch Briefpost?»

Trotzdem äussert sich auch hier eine Minderheit zugunsten der zentralen Briefkastenanlagen. Beat Schulz argumentiert zukunftsorientiert: «Durchziehen! Dann kommen Briefpost und alle Rechnungen endlich digital.» Auch Alexander Ingold hebt hervor: «Man möchte doch, dass alle Rechnungen online bezahlt werden. Dann braucht es vielleicht für die Zukunft gar keine eigenen Briefkästen mehr.»

Daniel Zanetti fragt: «Geht die Realität an den meisten vorbei? Für was braucht man denn heute noch Briefpost?» Xavier Raymond sieht nur das Positive: «Guter Ansatz. Dann mache ich einen gesunden Abendspaziergang und sehe meine Nachbarn auch wieder einmal.»