Leserbefragung 2026: Was ihr euch wünscht – und was wir daraus machen
Eine Leserbefragung ist immer ein kleiner Realitätscheck. Man hat selbst ein ziemlich genaues Bild davon, was auf dem Blog gut funktioniert, wo es hakt und welche Themen die Leser interessieren. Spannend wird es dort, wo die Rückmeldungen dieses Bild bestätigen – oder eben nicht.
Bei unserer Leserbefragung sind 1.302 Antworten eingegangen. Zwei davon waren offensichtliche Doppelübermittlungen, sodass 1.300 Antworten in die finale Auswertung eingeflossen sind.
Das Ergebnis vorweg: Der Kuketz-Blog wird nicht neu erfunden oder sich komplett verändern. Vieles von dem, was den Blog ausmacht, wird ausdrücklich geschätzt. Gleichzeitig gibt es einige ziemlich klare Wünsche, die künftig stärker in die Themenplanung einfließen werden.
Wer teilgenommen hat
Die Befragung bildet vor allem die bestehende Leserschaft ab. 53,5 Prozent besuchen den Blog mindestens mehrmals pro Woche, weitere 37,2 Prozent mehrmals pro Monat. Nur vier Teilnehmer waren am Tag der Befragung zum ersten Mal hier.
Auch die Wege zum Blog sind interessant: 50,8 Prozent rufen ihn direkt auf, 39,8 Prozent erfahren über Mastodon von neuen Beiträgen und 33,6 Prozent nutzen RSS. Der Newsletter kommt auf 14,2 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich.
Dass ein Drittel der Teilnehmer RSS nutzt, hat mich übrigens gefreut. RSS ist offenbar doch noch ziemlich lebendig.
Hilfreich, verständlich – und nicht zu lang
85,5 Prozent bewerten die Beiträge mit 4 oder 5 von 5 Punkten. Bei der Verständlichkeit sagen 90,4 Prozent, dass die Beiträge überwiegend oder meistens sehr verständlich sind.
Auch die Länge scheint für die große Mehrheit zu passen: 43,6 Prozent finden sie meistens genau richtig, weiteren 31 Prozent spielt sie keine Rolle. Nur 7,5 Prozent empfinden die Beiträge häufig als zu lang.
Für mich ist das eine recht klare Rückmeldung: Ausführlichkeit und technische Tiefe bleiben Bestandteil des Kuketz-Blogs. Komplexe Themen werden auch künftig nicht künstlich verkürzt, nur damit sie schneller konsumiert werden können.
Ihr wollt vor allem Praxis
Bei den beliebtesten Beitragsarten ergibt sich ein ziemlich eindeutiges Bild:
- 76,2 Prozent lesen besonders gern Empfehlungen für datenschutzfreundliche Software
- 66,2 Prozent Schritt-für-Schritt-Anleitungen
- 49,3 Prozent Tests und technische Analysen
- 37,6 Prozent ausführliche Hintergrundbeiträge
Auch bei der Frage, was es künftig häufiger geben soll, liegen zwei Wünsche deutlich vorne:
- 60,5 Prozent wünschen sich mehr praktische Anleitungen
- 57,3 Prozent mehr Beiträge zu freier und quelloffener Software
- 31,5 Prozent mehr Produkttests und Vergleiche
- 26,8 Prozent mehr Grundlagenartikel für Einsteiger
- 23,9 Prozent mehr ausführliche technische Analysen
Das ist für die weitere Planung ziemlich hilfreich. Praxis und freie Software bekommen mehr Gewicht. Dazu gehören konkrete Anleitungen, nachvollziehbare Konfigurationen, Tests und Vergleiche – möglichst mit einer klaren Antwort auf die Frage: Was bringt mir das im Alltag?
Einsteiger und Fortgeschrittene
In den Freitextantworten zeigt sich allerdings auch ein Spannungsfeld. Ein Teil der Leser wünscht sich einfachere Einstiege und mehr Grundlagen. Andere finden, dass es zuletzt zu wenig für Fortgeschrittene gab und wünschen sich wieder mehr technische Tiefe. Beides ist nachvollziehbar. Die Lösung kann aber nicht darin bestehen, jeden Artikel so lange zu glätten, bis er irgendwie für alle passt.
Die aktuelle Serie #UnplugBigTech richtet sich bewusst auch an Einsteiger. Gerade solche Beiträge kosten viel Zeit, weil technische Zusammenhänge nicht nur korrekt, sondern auch nachvollziehbar und praktisch umsetzbar erklärt werden müssen. Das erklärt vermutlich auch den vereinzelt geäußerten Eindruck, es würden weniger Artikel erscheinen oder der Blog habe sich stärker in Richtung Einsteiger verschoben.
Das ist keine dauerhafte Entwicklung. Nach #UnplugBigTech wird wieder mehr Raum für tiefgehende technische Beiträge entstehen. Für 2027 ist beispielsweise eine komplette Artikelserie zu GrapheneOS vorgesehen.
Und ja, GrapheneOS bleibt
Vereinzelt wurde kritisiert, Android und insbesondere GrapheneOS würden zu viel Raum bekommen. Die Zahlen zeigen allerdings ein anderes Bild: 58,1 Prozent nennen »Android und GrapheneOS« als eines der Themen, die sie besonders interessieren. Damit gehört dieser Bereich zu den beliebtesten Themen des Blogs.
Android und GrapheneOS werden deshalb nicht zurückgefahren. Andere Plattformen sind damit natürlich nicht ausgeschlossen. Entscheidend bleibt, ob ein Thema relevant ist und ob ich dazu etwas Sinnvolles beitragen kann.
Was wir bereits geändert haben
Einige Rückmeldungen waren so konkret, dass wir schon während der laufenden Befragung angefangen haben, Dinge anzupassen. Ein häufiger Punkt war die Aktualität älterer Beiträge. Blogartikel sind keine Lexikoneinträge und werden nicht dauerhaft nachgepflegt. Damit das deutlicher wird, erhalten Beiträge, die älter als drei Jahre sind, inzwischen einen sichtbaren Hinweis.
Die Empfehlungsecke wird dagegen aktuell vollständig überprüft. Sie soll bewusst aktuelle Empfehlungen bieten und wird künftig regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst.
Auch bei der Orientierung haben wir nachgebessert. Die bisherige »Slugmap« heißt jetzt verständlicher »Themenübersicht«. Direkt unter der Suche finden sich außerdem die beiden Einstiege »Themenübersicht« und »Alle Beiträge«.
Die Einstiegshilfe wurde überarbeitet und um bessere Hinweise für neue Leser ergänzt. Neu hinzugekommen ist außerdem die Seite »Häufige Fragen«. Dort werden unter anderem Aktualität, Empfehlungen, Navigation, Support, Finanzierung und die Arbeitsweise des Blogs erklärt.
Daneben wurden verschiedene Informationsseiten überarbeitet und an Stellen präzisiert, an denen die Rückmeldungen auf Missverständnisse oder unnötige Unklarheiten hingewiesen haben.
Was wir nicht machen werden
Die Befragung hilft uns zu sehen, was gut läuft, wo es hakt und welche Wünsche ihr habt. Sie gibt uns eine klare Orientierung für die weitere Arbeit am Blog – die redaktionelle Entscheidung darüber, welche Themen wir aufgreifen und wie wir sie behandeln, bleibt bei uns.
Das gesamte Artikelarchiv können und wollen wir nicht fortlaufend aktualisieren. Ältere Beiträge bilden den Stand zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung ab. Die Empfehlungsecke ist bewusst anders angelegt: Sie soll aktuelle Empfehlungen bieten und wird deshalb regelmäßig überprüft.
Die Beiträge werden auch nicht grundsätzlich kürzer oder einfacher. Dafür gibt es aus der Befragung keinen Anlass. Wo technische Tiefe notwendig ist, wird es sie weiterhin geben.
Politische und gesellschaftliche Aspekte werden wir weiterhin dort aufgreifen, wo sie für ein Thema relevant sind. Aus den Rückmeldungen nehmen wir aber mit, dass manche Einordnungen nüchterner ausfallen können.
Auch nicht jede technische Änderung ist automatisch eine Verbesserung. Die interne Suche haben wir beispielsweise geprüft. Eine Erweiterung hätte keinen erkennbaren Nutzen gebracht. Stattdessen haben wir die vorhandenen Wege zu Themen und älteren Beiträgen sichtbarer gemacht.
Was besonders häufig gelobt wurde
In den Freitextfeldern tauchen einige Dinge immer wieder auf: die ausführlichen Recherchen, technische Tiefe, verständliche Erklärungen, konkrete Anleitungen und vor allem die Empfehlungen. Auch Unabhängigkeit, Werbefreiheit und der Verzicht auf Tracking werden häufig genannt.
Besonders auffällig ist die Empfehlungsecke. Sie wurde immer wieder ausdrücklich hervorgehoben und ist für viele offenbar eine der wichtigsten Anlaufstellen des Blogs. Umso sinnvoller ist es, gerade diesen Bereich künftig regelmäßig aktuell zu halten.
Und dann waren da noch sehr viele einfache Nachrichten wie »Danke«, »Weiter so« oder persönliche Rückmeldungen dazu, wie der Blog genutzt wird. Darüber habe ich mich mindestens genauso gefreut wie über die nackten Prozentzahlen.
Was ich aus der Befragung mitnehme
Wenn ich die 1.300 Antworten auf wenige Punkte herunterbrechen müsste, dann diese:
Der Kuketz-Blog soll weiterhin unabhängig, kritisch, ausführlich und technisch fundiert bleiben.
Mehr Gewicht bekommen praktische Anleitungen, freie und quelloffene Software sowie Tests und Vergleiche. Gleichzeitig soll es weiterhin tiefgehende technische Analysen geben. Bei geeigneten Themen werden wir außerdem versuchen, Einsteigern den Zugang etwas leichter zu machen.
Einige strukturelle Verbesserungen sind bereits umgesetzt. Die inhaltlichen Wünsche werden uns in den kommenden Monaten begleiten.
Der Kuketz-Blog ist spendenfinanziert!
Unabhängig. Kritisch. Informativ. Praxisnah. Verständlich.
Die Arbeit von kuketz-blog.de wird vollständig durch Spenden unserer Leserschaft finanziert. Sei Teil unserer Community und unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende.
Mitmachen ➡
Danke!
1.300 auswertbare Antworten sind eine Menge. Noch wichtiger waren die vielen Freitextantworten, Hinweise, Kritikpunkte und Themenvorschläge.
Nicht jeder Wunsch lässt sich erfüllen. Manche widersprechen sich sogar. Aber genau deshalb war die Befragung wertvoll: Sie zeigt ziemlich gut, was euch am Kuketz-Blog wichtig ist, wo wir sinnvoll nachbessern können und welche Richtung ihr euch für die kommenden Beiträge wünscht.
Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!
Über den Autor | Kuketz

Als freiberuflicher Pentester und Sicherheitsforscher bei Kuketz IT-Security untersuche ich IT-Systeme, Webanwendungen sowie Android- und iOS-Apps auf Schwachstellen. Darüber hinaus lehre ich IT-Sicherheit an der DHBW Karlsruhe, gebe Workshops und Schulungen und halte Vorträge auf Fachveranstaltungen. Als Autor schreibe ich unter anderem für c’t. Meine Arbeit und der Kuketz-Blog werden regelmäßig in Medien wie heise online, Spiegel Online und der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen.
Mehr Erfahren ➡
Unterstützen
Die Arbeit von kuketz-blog.de wird zu 100% durch Spenden unserer Leser ermöglicht. Werde Teil dieser Community und unterstütze auch du unsere Arbeit mit deiner Spende.
Folge dem Blog
Neue Beiträge bekommst du per Mastodon, RSS oder E-Mail.