Lichtverschmutzung - Tierschutz: Neues Licht an Bahnhöfen zieht weniger Insekten an
Lichtverschmutzung
Tierschutz: Neues Licht an Bahnhöfen zieht weniger Insekten an
Fluginsekten wie Nachtfalter umkreisen nachts häufig Lichtquellen, bis sie dort vor Erschöpfung sterben. Forscher des Leibniz-Instituts haben an Bahnhöfen in Brandenburg getestet, welches Licht weniger Tiere anlockt. Die Bahn will nun reagieren.
11.09.2026

Insekten werden den Wissenschaftlern zufolge massenhaft von dem normalen kaltweißen LED-Licht an Bahnhöfen angezogen. Es hat eine Farbtemperatur von 4.000 Kelvin.
Die Forscher statteten nun sechs Bahnhöfe im Naturpark Westhavelland mit unterschiedlichen Beleuchtungssystemen aus. Sie setzten Lichtquellen mit einer anderen Lichtfarbe, anderer Spektralverteilung oder anderweitigen Ansätzen, zum Beispiel Bewegungsmelder, Dimm-Einrichtungen oder einer Abschirmung ein und prüften sie auf ihre jeweilige Anziehungskraft für Insekten.
Einfach dimmen reicht nicht
Die Deutsche Bahn will jetzt, neben den Testbahnhöfen, auch andere Bahnhöfe umrüsten. Schon frühere Studien hatten ergeben, dass es kaum Auswirkungen hat, konventionelle Leuchten einfach nur zu dimmen. Als wirkungsvoll hatte sich aber auch herausgestellt, das Licht räumlich zu begrenzen und abzuschirmen.
Schätzungen zufolge sterben an einem einzigen Sommertag etwa eine Milliarde Insekten in Deutschland an den Folgen von Lichtverschmutzung, was wiederum Folgen für Vögel oder Fledermäuse hat.
Von Freitag auf Samstag ist Earth Night
Auch zum Beispiel Baudenkmäler nicht die ganze Nacht anzustrahlen, ist für die Insekten hilfreich. In der Earth Night - eine Aktion gegen Lichtverschmutzung - sind die Menschen aufgerufen, eine Nacht lang ohne Licht auszukommen oder es zu reduzieren.Die Stadt Chemnitz zum Beispiel kommt dem nach, in dem sie das Licht am Karl-Marx-Monument ausschaltet.
Diese Nachricht wurde am 11.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.