EM-Entscheidungen im Gehen: Linke geht an Medaille vorbei - Köpp disqualifiziert

Geher Christopher Linke bei der Leichtathletik-EM in Birmingham.

EM-Entscheidungen im Gehen Linke geht an Medaille vorbei - Köpp disqualifiziert

Stand: 15.08.2026 • 13:27 Uhr

Die deutschen Geherinnen und Geher sind bei der Leichtathletik-EM in Birmingham am Samstag leer ausgegangen. Christopher Linke und Ada Junghannß kamen im Marathon unter die besten zehn. Leo Köpp wurde im Halbmarathon disqualifiziert.

Von Uli Petersen

Linke hatte lange offengelassen, ob er im Marathon oder im Halbmarathon starten würde - am Ende entschied er sich für die längere Distanz. Der erfahrene 37-Jährige, der bei der EM 2022 in München Silber über 35 km gewonnen hatte, galt auch in Birmingham als Medaillen-Kandidat. Doch dieses Mal konnte er nur etwa bis zur Hälfte des Rennens mit den Topgehern mithalten. Am Ende erreichte er nach 3:02:58 Stunden mit Rang acht eine Top-10-Platzierung.

Schuhwechsel am Streckenrand

Offenbar hatte Linke auch mit Fußproblemen zu kämpfen. Nach etwa 15 Kilometern hielt er am Streckenrand an und wechselte dort einen Schuh. Hatte Linke zur Hälfte des Rennens nur 70 Sekunden Rückstand auf die Spitzenläufer gehabt, wuchs dieser Abstand mehr und mehr an, je länger das Rennen dauerte.

Marathon-Gold ging an Favorit Massimo Stano aus Italien. In 2:56:49 Stunden hatte er im Ziel acht Sekunden Vorsprung vor dem 38 Jahren alten Spanier Miguel Angel Lopez. Bronze sicherte sich Aurelien Quinion aus Frankreich.

Zweiter deutscher Starter war Johannes Frenzl. Bei der Halbmarathon-Marke lag er mit knapp vier Minuten Rückstand auf Platz zehn. Ins Ziel kam der 24-Jährige schließlich in 3:09:12 Stunden - Platz 15 in der Endabrechnung.

Ada Junghannß kämpft sich in den Top 10

Toller EM-Einstand von Ada Junghannß: Die 21-Jährige kämpfte sich mit einem guten Auftritt in den Top 10. In 3:40:37 Stunden ging sie auf Platz neun ins Ziel. Ihre DLV-Teamkollegin Bianca Dittrich, die lange vor Junghannß gegangen war, musste knapp zehn Kilometer vor dem Ziel aufgeben.

Dass die beiden deutschen Geherinnen nichts mit der Medaillenentscheidung zu tun haben würden, war genauso erwartet worden. Dafür ist die europäische Spitze zu stark. Gold sicherte sich Sofia Fiorini aus Italien (3:15:11) vor Katarzyna Zdzieblo aus Polen (3:19:50) und der Spanierin Raquel González (3:20:49).

Junghannß sagt Start verletzt ab

Karl Junghannß, der Bruder von Ada, hatte seinen Einsatz im Marathon am Morgen wegen einer Verletzung kurzfristig absagen müssen. "Das ist schon sehr traurig, denn ich hatte eine gute EM-Vorbereitung. Aber ich hatte Probleme am Beuger, das habe ich beim Einlaufen gespürt. Es hätte keinen Sinn gemacht, zu starten und ist nicht mehr zu ändern", sagte Junghannß der Sportschau.

Halbmarathon: Köpp sieht Rot

Der 28 Jahre alte Geher Leo Köpp hatte sich in Birmingham auf der Halbmarathon-Strecke viel vorgenommen. Im vergangenen Jahr belegte er bei der WM in Tokio Rang elf auf der 20-km-Strecke, nun sollte es weiter nach vorne gehen. Und mehr als die Hälfte des Rennens ließ Köpp seinen Plänen auch Taten folgen, er hielt sich immer an der Spitze des Feldes auf und ließ den Spanier Paul McGrath nicht davongehen.

Doch bei Kilometer 12 nahmen die Kampfrichter Köpp auf dem Rundkurs in der Innenstadt von Birmingham auf Position zwei liegend aus dem Rennen. Binnen kürzester Zeit erhielt er wegen unsauberen Geh-Stils vier Verwarnungen, sogenannte "Disqualifikationsanträge" und wurde aus dem Rennen genommen. Damit platzte der Medaillentraum des DLV-Athleten plötzlich und "aus heiterem Himmel".

McGrath gewinnt - Weigel auf Rang 18

Der 24 Jahre Spanier McGrath, vor zwei Jahren in Rom Zweiter auf der damals gegangenen 20-km-Strecke, gewann das Rennen in 1:23:23 Stunden vor Francesco Fortunato (1:23:36) und Andrea Cosi (1:23:49) aus Italien. Der zweite Deutsche, Frederick Weigel, kam bei seiner EM-Premiere in 1:30:04 Stunden als 18. ins Ziel.

DLV-Geherinnen waren auf der Halbmarathon-Strecke nicht am Start. Bei den Frauen gewann die Spanierin Maria Pérez in 1:30;06 Stunden vor Alexandrina Mihai aus Italien (1:31:04) und der Ukrainerin Lyudmila Olyanovska (1:31:07).

Premiere für Halbmarathon und Marathon

Erstmals bei einem internationalen Großereignis wurden die Wettbewerbe der Geherinnen und Geher bei der EM in Birmingham auf neuen Distanzen ausgetragen: der Halbmarathon- und Marathondistanz. Weil beide gleichzeitig stattfanden, waren Doppelstarts für die Athletinnen und Athleten dieses Mal nicht möglich.