Ukraine-Krieg: Aktuelle News und Entwicklungen im Live-Blog
Heute, 14:31
Michele Coviello
Russland droht mit Angriffen auf «feindliche» Handelsschiffe
Der russische Präsident Wladimir Putin droht dem Westen nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte mit «spiegelbildlichen Massnahmen». Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, «sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten», sagte Putin. Er trat in Uniform auf einem Kriegsschiff bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin auf. Moskau reagiere damit auf das Vorgehen der Europäischen Union.
Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen.
Der russische Ex-Präsident und jetzige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, wurde noch konkreter. «Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert», schrieb Medwedew in seinem Telegram-Kanal. Mit Gegner dürfte er die Ukraine meinen. Das betreffe jede Fracht und jedes Schiff auch ausserhalb des Schwarzen Meeres.

In Uniform auf dem Kriegsschiff: Wladimir Putin.
Gavriil Grigorow/SputnikHeute, 14:22
Michele Coviello
Selenski: 26 Ortschaften sein Januar zurückerobert
Die Ukraine hat seit Januar im Rahmen ihrer Offensivoperationen entlang der Frontlinie 745 Quadratkilometer zurückerobert. Das schreibt Präsident Wolodimir Selenski auf X. Etwa 26 Ortschaften in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischja seien dabei wieder unter die Kontrolle Kiews gebracht worden.
Heute, 14:09
Michele Coviello
Drei Tote nach ukrainischem Angriff in Russland
Die Zahl der Todesopfer bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Hafenstadt Noworossijsk in der vergangenen Nacht ist auf drei gestiegen. Das teilt der Gouverneur der Region Wenjamin Kondratjew mit. Zwei Personen befänden sich in kritischem Zustand im Spital. Insgesamt seien 24 Personen verletzt worden.

Der ukrainische Angriff führte zu zahlreichen Verletzten.
Operations headquarters of Krasn/HandoutHeute, 13:56
Michele Coviello
Russische Region Orenburg muss Kraftstoff rationieren
Russlands Region Orenburg hat eine Kraftstoffrationierung eingeführt. Die am Ural gelegene Provinz beschloss die Massnahme nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Raffinerie in Orsk in dieser Woche. Das teilte der Gouverneur der Region, Jewgeni Solntsew, auf Telegram mit. «Liebe Einwohner unserer Region, ich will offen sein: In der Region entwickelt sich eine schwierige Kraftstofflage», schrieb er.
Solntsew kündigte an, Beschränkungen für den Benzinverkauf einzuführen, darunter auch ein Verbot des Befüllens von Kanistern, Begrenzungen der Verkaufsmenge sowie ein System, bei dem der Verkauf je nach Kennzeichen auf ungerade oder gerade Tage beschränkt wird.
Heute, 08:53
Hannes Boos
Selenski warnt vor grosser russischer Mobilisierung
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Kremlchef Wladimir Putin erneut vorgeworfen, eine grossangelegte Mobilisierung zu planen. Die massenhafte Rekrutierung von Soldaten werde für den Herbst vorbereitet, gleich nach der Parlamentswahl im September, sagte Selenski in einer Videobotschaft und berief sich auf Geheimdienstinformationen und russische Dokumente.
Bis zum Jahresende gehe es um mehrere hunderttausend Russen und noch einmal ungefähr so viele für das nächste Jahr, sagte Selenski. Putin wolle den Anschein erwecken, dass die Russen den Krieg die Ukraine unterstützten.
Selenskis Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen. Auch in der Vergangenheit hat Kiew Moskau mehrfach vorgehalten, eine weitere Mobilisierung vorzubereiten, ohne dass es dazu gekommen ist. Die Frage, ob es in diesem Herbst zu einer neuen Mobilisierungswelle kommt, wird aber von Beobachtern viel diskutiert. Bei der grossen Mobilisierungswelle im Herbst 2022 sind rund 300 000 Männer eingezogen worden.
Heute, 05:11
Hannes Boos
Drohnenangriffe im Süden Russlands
Die russische Schwarzmeerküste ist nach Behördenangaben in der Nacht massiv von ukrainischen Drohnen angegriffen worden. Hauptziel sei die Hafenstadt Noworossiisk gewesen, wie der Gouverneur der Region Krasnodar, Weniamin Kondratjew, auf Telegram mitteilt.
In Noworossiisk sei es zu Schäden an 21 Wohnhäusern und 4 Betrieben gekommen, wie Kondratjew schreibt. Ein achtjähriges Kind sei getötet worden, es gebe ausserdem acht verletzte Personen. Auch im Küstenort Temrjuk sei ein Mann getötet worden.
Laut den Berichten russischer wie ukrainischer Telegramkanäle sind in Noworossiisk der Marinehafen, der Handelshafen und das Ölverladeterminal getroffen worden. An diesen Stellen habe auch das Brandmeldesystem Firms der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa Feuer gezeigt.
Gestern, 16:22
Corina Gall
Tote und Verletzte nach russischem Angriff bei Odessa
Infolge eines russischen Angriffs sind im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens zwei Personen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilt der Militärgouverneur der Region bei Telegram mit. Ein Tanklaster mit Ölresten und ein Auto seien in Brand geraten. Den Waffentyp nannte er nicht. Zuvor hatte die Luftwaffe jedoch wiederholt vor dem Anflug russischer Drohnen gewarnt.
Gestern, 09:11
Michele Coviello
Sechs Tote nach Angriffen auf Kiew und Saporischja
Bei einem russischen Angriff in der südöstlichen ukrainischen Stadt Saporischschja ist die Opferzahl nach den Angriffen vom frühen Dienstagmorgen auf sechs Tote und 20 Verletzte gestiegen. Die Angriffe trafen auch die Hauptstadt Kiew, wo es laut Behördenvertretern zu Bränden kam. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bezeichnete die jüngsten Ereignisse als «brutalen Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen», schrieb der Staatschef bei Telegram.
Der Gouverneur der Region Saporischja, Iwan Fedorow, sagte, russische Truppen hätten Raketen und Luftbomben auf die Stadt abgefeuert. Er veröffentlichte Bilder, die brennende Gebäude und Fahrzeuge zeigten. Sowohl in Saporischja als auch in Kiew wurden Luftangriffsalarmsignale ausgelöst; dort teilte die Militärverwaltung der Hauptstadt mit, dass Lagerhäuser in einem zentralen Stadtteil in Flammen stünden. Eine Person wurde laut den Berichten verletzt. Laut Russland galten die Angriffe der ukrainischen Rüstungsindustrie sowie Transport- und Logistikzentren.
Kiews Bürgermeister Witali Klitschko sagte, medizinisches Personal sei in ein Stadtzentrum entsandt worden. Augenzeugen von Reuters berichteten, sie hätten Explosionen in der Stadt gehört. An anderen Orten in der Ukraine meldeten lokale Behörden, dass in der Nacht in den Regionen Dnipropetrowsk und Donezk weitere sechs Menschen getötet und 16 verletzt worden seien.

Ukrainische Rettungskräfte löschen ein Feuer in Saporischja.
Daryna Naumova/EPAGestern, 07:17
Michele Coviello
Grossbrände nach ukrainischen Angriffen in Russland
Die Ukraine hat bei neuen massiven Drohnenangriffen im russischen Hinterland mindestens eine Ölraffinerie und Lagerhallen des landesweit grössten Online-Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Im Gebiet Woronesch brannten Zehntausende Quadratmeter Lagerfläche, wie Gouverneur Alexander Gussew mitteilte. Bei dem Angriff sei ein 49 Jahre alter Mann ums Leben gekommen, es gebe auch zwei Verletzte, sagte er.
Die Anlagen des Logistikzentrums seien evakuiert worden, teilte Wildberries am Morgen mit. Laut Angaben des Gouverneurs hatte es in der Nacht einen Angriff gegeben, die russische Flugabwehr habe 15 Drohnen abgeschossen. Er sagte nicht, wie viele Drohnen ihr Ziel trafen.
Auch aus Orsk im Gebiet Orenburg an der Grenze zu Kasachstan sowie aus Komsomolsk im äussersten Osten Russlands gab es Angriffe auf Industrieobjekte und eine Ölraffinerie.
Montag, 10. Aug., 23:51
Natalie Mayroth
Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte
Russland hat laut ukrainischen Angaben Kiew und andere Grossstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden.
Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: «Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.» Rettungsteams seien unterwegs.
Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.