Liveblog Irankrieg: Iranische Medien: Öltanker in der Straße von Hormus explodiert | FAZ

Iranische Medien: Tanker in der Straße von Hormus explodiert

In der Straße von Hormus ist nach Berichten iranischer Medien ein Öltanker explodiert. Der Tanker sei von einer vorgeschriebenen Route abgewichen und auf eine Seemine aufgelaufen, berichteten die dem Militär und den Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagenturen Defapress und Tasnim. Der Tanker habe zuvor sein Radarsystem ausgeschaltet. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Die Straße von Hormus spielt eine Schlüsselrolle im weltweiten Energiehandel. Iran fordert von Handelsschiffen die Einhaltung einer festgelegten Passage und beansprucht die Kontrolle über die Meerenge für sich. 

Iran: Haben Angriffe eingestellt

Nach zwei Nächten ohne US-Angriffe hat Iran nach eigenen Angaben seine Attacken auf Ziele in der Region ebenfalls eingestellt. „Da unsere Strategie im Wesentlichen auf Vergeltung beruhte, haben auch wir unsere Vergeltungsmaßnahmen gestoppt“, erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia am Sonntag. Die USA befänden sich in einer „schwierigen und instabilen“ Lage und suchten wahrscheinlich nach „einer neuen Strategie“, fügte er hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte noch am Freitag erklärt, er erwäge neue, massivere Angriffe auf Iran. Washington spreche allerdings derzeit mit Teheran, das in den Verhandlungen „von Tag zu Tag ernsthafter“ werde.

Die „New York Times“ hatte dagegen berichtet, dass es innerhalb der US-Regierung große Sorgen über die schwindenden Bestände an Militärmaterial gebe. Dies betreffe vor allem Ausrüstung der Golfstaaten zur Abwehr iranischer Angriffe, wie zum Beispiel Patriot-Abfangraketen. Auch der Sender CNN berichtete, dass die USA die Angriffe aus diesem Grund „auf Eis gelegt“ hätten.

Akraminia ging auch auf einen geplanten Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington in der kommenden Woche ein. Sollte sich die US-Regierung wieder von Israel „in die Irre führen lassen“ und „auf der Fortsetzung des Krieges beharren, insbesondere durch Luftangriffe, wird sich der Konflikt geografisch ausweiten“, drohte der Sprecher. 

Selenskyj: Russland gibt Satellitenbilder an Iran weiter

Russland gibt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge seine Satellitenbeobachtungen im Nahen Osten an Iran weiter. Dies ermögliche Iran Angriffe in der ⁠Region, schreibt Selenskyj auf X. Seit Anfang Juli habe die Ukraine eine aktive russische Satellitenüberwachung der Golfstaaten und der dort befindlichen US-Militäreinrichtungen registriert. Diese Bilder tauchten anschließend in Iran auf.

„Gleichzeitig besteht ein klarer Zusammenhang zwischen den russischen Satellitenbildern dieser Standorte und den iranischen Angriffen – sowohl vor ‌den Angriffen, bei deren Vorbereitung, als auch danach, um den verursachten Schaden zu bewerten“, schrieb Selenskyj weiter.

Revolutionsgarde stoppt Durchfahrt von sechs Schiffen

Irans Revolutionsgarde hat nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus gestoppt. Die Garden erklärten laut der ihnen nahestehenden Agentur Tasnim, sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und der Straße von Hormus durch. Diese Fläche entspricht etwa zwei Dritteln des deutschen Staatsgebiets.

Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden mit „einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet“. Als Folge seien die betroffenen Schiffe gezwungen, umzukehren.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte laut dem englischsprachigen Staatssender PressTV, es gebe keine Veränderung der Verkehrslage in der Straße von Hormus. Der Sprecher verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Omans, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen. 

Schiffsverkehr in Qatar läuft wieder regulär

Der Schiffsverkehr im Golfstaat Qatar läuft nach vorigen Warnungen wegen neuer iranischer Angriffe wieder normal. Fahrten für alle Arten von Schiffen seien ab heute wieder regulär möglich, teilte das qatarische Transportministerium mit. Die Betreiber und Besatzungen von Schiffen sollten sich aber weiterhin an die Vorschriften halten, um ein höchstes Maß an Sicherheit zu garantieren.

Qatar hatte nach neuen iranischen Angriffen zuvor zu einer vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das Ministerium vor zwei Wochen mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und „alle anderen Seefahrzeuge“. 

Iran droht mit Ausweitung des Kriegsgebiets

Irans Armeesprecher Amir Akraminia droht mit einer Ausweitung des Kriegsgebiets, falls die USA ihre Luftangriffe fortsetzen sollten. Unter Verweis auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Schiffe im Roten Meer sagte der Sprecher laut Nachrichtenagentur Mehr, entsprechende Warnungen hätten sich schon vor Ort bewahrheitet.

Das Kriegsgebiet reicht laut Akraminia bereits von Jordanien bis hin zu den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Sollte das US-Militär die Luftangriffe fortsetzen, werde das Gebiet noch weiter ausgedehnt. Das iranische Militär habe entsprechende Strategien vorbereitet.  Nach Angaben Sprechers ist das Militär auch auf andere Szenerien vorbereitet. Er nannte eine großangelegte Luftoperation sowie eine Bodenoffensive des US-Militärs.

Laut Akraminia hat Iran seine Angriffe auf arabische Verbündete der USA vorübergehend ausgesetzt, da die US-Streitkräfte ihre Luftschläge in den vergangenen zwei Nächten eingestellt hätten. Der Sprecher begründete den Schritt damit, dass das eigene militärische Vorgehen ausschließlich auf Vergeltung ausgerichtet sei. 

Fabian Drahmoune

Fabian Drahmoune

Iran: Produktive Gespräche mit Oman über Straße von Hormus

Iran hat am Sonntag Fortschritte bei den Gesprächen mit dem Oman über die Verwaltung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus verkündet. Mehrere Verhandlungsrunden zwischen den stellvertretenden Außenministern beider Länder hätten am Freitag und Samstag in Teheran stattgefunden, erklärte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei. Dabei sei es um „gemeinsame Prinzipien und Mechanismen des Betriebs“ für den sicheren Schiffsverkehr unter Berücksichtigung der Hoheitsrechte beider Staaten gegangen, erklärte Bakaei.

Die Gespräche seien „nützlich“ gewesen, und es seien Fortschritte erzielt worden, fügte Bakaei hinzu. Der Sprecher ergänzte, dass die „technischen und politischen Beratungen“ zwischen beiden Seiten fortgeführt würden.

Im Juni hatten der Oman und Iran Gespräche über die Einführung von Durchfahrtgebühren für die Straße von Hormus angekündigt.

Iran ruft zu Dialog im Jemen-Konflikt auf  

Angesichts einer Eskalation zwischen Saudi-Arabien und der von Teheran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zum Dialog aufgerufen. Es gebe keine militärische Lösung in dem Konflikt, vielmehr müsse dieser durch Dialog zwischen Saudi-Arabien, dem Jemen und anderen Ländern in der Region gelöst werden, sagte Araghtschi in einem Interview mit der staatlichen Tageszeitung „Iran“. 

Obwohl Iran die Huthi-Miliz unterstützt, behauptete Araghtschi, die Probleme im Jemen seien nicht seinem Land anzulasten, sondern wurzelten in alten regionalen Konflikten. 

Die gegenseitigen Angriffe zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien schüren die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten, der die Region seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran im Februar erfasst hat. 

Berichte: Zwei Raketen aus Jemen mit Zielen in Saudi-Arabien abgeschossen 

Luftabwehrsysteme in Saudi-Arabien haben nach Angaben aus griechischen Sicherheitskreisen zwei ballistische Raketen aus dem Jemen abgeschossen. Ziel seien Ölraffinerien in der Stadt ‌Yanbu am Roten Meer gewesen, sagten die Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Das eingesetzte Abwehrsystem wird den Kreisen zufolge von griechischem Militärpersonal ‌bedient. Der saudische Zivilschutz ‌gab nach anfänglichen Warnungen für Yanbu und die südliche Hafenstadt Jizan Entwarnung. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor. Griechenland hat seit 2021 im ​Rahmen eines Abkommens ein US-Patriot-Luftabwehrsystem in ⁠Saudi-Arabien stationiert, um die Energieinfrastruktur des Königreichs zu schützen. 

Fabian Drahmoune

Fabian Drahmoune

Huthi-Miliz meldet Angriff auf Saudi-Arabien

Nach einem Angriff der von Saudi-Arabien angeführten Koalition auf Stellungen der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen haben die Huthis eine Vergeltungsattacke auf Saudi-Arabien bekanntgegeben. Ein „jemenitischer Raketenangriff“ habe Brände in der Stadt Dschisan am Roten Meer im Süden Saudi-Arabiens ausgelöst, erklärten die offiziellen Huthi-Medien am Samstag im Onlinedienst Telegram.

Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht offiziell zu den Angaben der Huthis. Die Behörden hatten allerdings am frühen Samstag die Bewohner von Dschisan und Janbu kurzfristig vor einer „möglichen Gefahr“ gewarnt. Ähnliche Warnungen waren in der Vergangenheit ausgegeben worden, wenn Raketen oder Drohnen auf Saudi-Arabien abgefeuert wurden.

Fabian Drahmoune

Fabian Drahmoune

Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung

Nach den Luftangriffen der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen haben die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen dem benachbarten Königreich Vergeltung geschworen. Die Angriffe auf zivile Ziele würden „nicht ungestraft bleiben“, zitierte die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung. Laut dem iranischen Sender Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in Saudi-Arabien. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein.

Die iranischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer hatte die Saudi-Koalition zuvor nach eigenen Angaben „legitime militärische Ziele“ in der jemenitischen Provinz Hudaida attackiert. Huthi-nahe Medien meldeten Angriffe in der gleichnamigen Hafenstadt Hudaida.

Fabian Drahmoune

Fabian Drahmoune

US-Militär greift Schiff an: Tanker auf dem Weg nach Iran gestoppt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben abermals einen Tanker auf dem Weg zu einem iranischen Hafen angegriffen. Man habe das Schiff durch Beschuss des Maschinenraums außer Gefecht gesetzt, teilte ein Sprecher des für die Region zuständigen US-Kommandos Centcom mit. Demnach soll die Besatzung des Schiffs zuvor mindestens viermal versucht haben, die US-Blockade zu umgehen.

Die USA blockieren seit Mitte Juli wieder iranische Häfen und Küstengebiete. Ziel der Blockade ist es unter anderem, Teheran Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen. Seither war bis Mittwoch bereits ein Schiff mit Gewalt außer Gefecht gesetzt worden, mehrere wurden zu einer Kursänderung gedrängt.

Medien: Angriffe auf jemenitische Hafenstadt Hudaida

Die jemenitische Hafenstadt Hudaida ist nach Angaben von Augenzeugen und Huthi-nahen Medien Ziel mehrerer Luftangriffe geworden. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur von mehreren Luftangriffen in der Umgebung des Hafens der Stadt. Dabei habe es schwere Explosionen gegeben. Über dem Gebiet seien Flammen und dichte Rauchwolken aufgestiegen.

Huthi-nahe Medien bezeichneten die Angriffe als „saudische Aggression“. Der von den Huthi kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah meldete zudem weitere Luftangriffe auf Telekommunikationseinrichtungen in der Stadt sowie auf der Insel Kamaran im Roten Meer. Eine Stellungnahme der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition lag zunächst nicht vor.

Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens, SPA, einen Angriff auf einen unter saudischer Flagge fahrenden Tanker im Roten Meer gemeldet.

Die Huthi hatten diese Woche eine „Blockade“ der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt. Am Donnerstag reklamierten sie Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich. Durch das Rote Meer und die wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Die Huthi hatten den Welthandel mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt. Die Miliz kontrolliert vor allem den Norden und weite Gebiete im Westen des Landes samt der dort liegenden Küsten am Roten Meer.

Hannah Sturm

Hannah Sturm

USA laut Trump in Gesprächen mit Iran

Trotz andauernder nächtlicher US-Angriffe stehen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump weiter in Kontakt mit Iran. „Während wir hier sprechen, stehen wir mit ihnen im Gespräch“, sagte der Republikaner am Freitagnachmittag (US-Ostküstenzeit) im Weißen Haus auf entsprechende Journalistenfragen. Trump machte nicht deutlich, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handle oder ob über Vermittler verhandelt wird. Später sagte Trump, dass an den Gesprächen unter anderem Vize-Präsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio beteiligt seien. Man spreche mit unterschiedlichen Personen. 

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