Liveblog Irankrieg: Trump kündigt für heute neue Gespräche mit dem Iran an | FAZ

Sabrina Frangos

Sabrina Frangos

Schifffahrtsdaten: Tanker mit saudischem Öl verlassen Rotes Meer – Verkehr sinkt

Aus aktuellen Schifffahrtsdaten geht hervor, dass am Wochenende nur zwei mit saudischem Öl ‌beladene Tanker das Rote Meer verlassen haben. Zudem zeigen die Daten einen deutlich verlangsamten Schiffsverkehr in der Straße ‌von Hormus nach Berichten ‌über Angriffe an. Die Tanker „Lesvos“ und „Desh Vaibhav“ passierten die Meerenge Bab al-Mandab demnach mit abgeschalteten AIS-Transpondern. Die von Iran ​unterstützten Huthi-Rebellen haben am 20. ⁠Juli ein See-Embargo gegen Saudi-Arabien verhängt und damit ihre Angriffe auf Schiffe ausgeweitet. ​Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete zuletzt drei weitere Angriffe auf ⁠Tanker. Die Zahl ‌der Frachtschiffe, die die Straße von Hormus passieren, sank den Daten zufolge von 19 auf zehn.

Sabrina Frangos

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Explosion in Nähe von Tanker in Straße von Hormus gemeldet

In der Straße von Hormus hat sich nahe eines Tankers offenbar eine Explosion ereignet. Der Kapitän des Tankers habe gemeldet, dass er eine „Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes“ gehört habe, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO in der Nacht auf Montag im Kurzbotschaftendienst X. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge 20 Seemeilen (37 Kilometer) nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. Die Straße von Hormus verläuft zwischen Iran und dem Oman. UKMTO erklärte, Schiffe sollten die Meerenge mit Vorsicht durchfahren und „verdächtige Aktivitäten“ melden.

Iran hatte am Sonntag erklärt, vor einer Einigung mit dem Oman über eine neue Route durch die Meerenge zu stehen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, betonte im Staatsfernsehen aber, dies bedeute nicht, dass die Meerenge wiedereröffnet werde.

Die für den weltweiten Erdöl- und Erdgastransport höchst wichtige Straße von Hormus ist Brennpunkt im Konflikt zwischen Iran und den USA. Teheran hatte die Straße von Hormus nach Beginn des Irankriegs Ende Februar blockiert.

Peseschkian: USA müssen sich an Rahmenabkommen halten

Der iranische Präsident Massud Peseschkian sieht das Rahmenabkommen mit den USA eigenen Angaben zufolge als künftigen Schwerpunkt der Außenbeziehungen seines Landes. „Wir müssen alles daran setzen, den Feind dazu zu zwingen, sich an das zu halten, was er unterzeichnet hat“, schrieb Peseschkian auf der Plattform X. Die Sicherheit Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch diese Absichtserklärung gestärkt.

Iran und die USA hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Iran abgesagt, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gab es aus Iran zunächst keine Bestätigung. (dpa)

Saudischer Kronprinz ruft Trump zu Deeskalation auf

Im Konflikt mit Iran hat Saudi-Arabiens Kronprinz und Ministerpräsident Muhammad bin Salman den amerikanischen Präsidenten Donald Trump in einem Telefonat zur Deeskalation aufgerufen. Der Kronprinz und faktische Herrscher des einflussreichen Königreichs habe Dialog angemahnt, um eine weitere Eskalation zu verhindern, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. 

Es müsse alles unternommen werden, um die Lage zu beruhigen und den Weg für diplomatische Lösungen zu ebnen. Ziel sei es, die Sicherheit und Stabilität der Region zu wahren und ein Abrutschen in einen größeren Konflikt mit regionalen und internationalen Folgen zu verhindern.

Zuvor hatte bereits die Nachrichtenseite Axios über das Telefonat berichtet. 

Uli Putz

Uli Putz

Trump: Neue Angriffe auf Iran vorerst ausgesetzt

Die USA verzichten nach Angaben von Präsident Donald Trump vorübergehend auf weitere Angriffe auf Iran. Das US-Militär stehe mit all seiner Macht zum Angriff bereit, aber Iran und andere Länder in der Region hätten darum gebeten, von einer Attacke abzusehen, da es nun „Umrisse einer Einigung“ gebe. Dazu gehöre die komplette Öffnung der Straße von Hormus und „ein Ende der von Iran ausgehenden atomaren Bedrohung“, schrieb Trump. Auch Israel werde sich an die Vereinbarung halten, Iran vorerst nicht wieder anzugreifen.

Uli Putz

Uli Putz

Iran: Werden bei neuen US-Angriffen entschlossen reagieren

Irans Außenminister Abbas Araghchi hat in einem Gespräch mit seinem saudi-arabischen Gegenüber Faisal bin Farhan vor einer neuen militärischen Eskalation im Krieg mit den USA gewarnt. Die schlagkräftigen Streitkräfte seines Landes würden auf jeden Akt der Aggression entschlossen reagieren, schrieb Araghchi auf der Plattform Telegram. Im Falle neuer Angriffe müssten die USA, Israel sowie beteiligte Staaten in der Golfregion die volle Verantwortung dafür tragen, warnte er. 

Angesichts von US-Medienberichten über einen geplanten neuen Großangriff auf Ziele in Iran hat Teheran bereits mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Staaten am Persischen Golf gedroht. Die von US-Präsident Donald Trump erwogene neue Angriffswelle könnte den Berichten zufolge auch Attacken auf Irans Energieinfrastruktur umfassen. 

Uli Putz

Uli Putz

Hamas-Zivilschutz: Sieben Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes sieben Menschen getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien bei den Angriffen im Verlauf des Samstag verletzt worden, sagte ein Zivilschutz-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Gesundheitsministerium des Gazastreifens erklärte, bei den Angriffen seien auch mehrere Lager für Medikamente zerstört oder beschädigt worden.

Die israelische Armee sprach von Einsätzen gegen Waffenlager der Hamas. Eines der Waffenlager habe sich neben einem Krankenhaus befunden und habe als Versteck für „Hamas-Terroristen“ gedient. Israel wirft der Hamas immer wieder vor, zivile Einrichtungen zu nutzen, um Kämpfer und Waffen zu verstecken.

Die Angriffe vom Samstag erfolgten nur einen Tag, nachdem die Hamas einer Entwaffnung zugestimmt hatte. Hamas-Vertreter hatten am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, dass eine Einigung „in der Frage der Waffen“ erzielt worden sei. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „historischen Vereinbarung über die vollständige Entwaffnung der Hamas“, über die auch Israel „sehr glücklich“ sei.

Eine offizielle Bestätigung von israelischer Seite steht noch aus. Dass die Hamas schrittweise ihre Waffen abgibt, ist ein Teil der zweiten Phase des von Trump initiierten Friedensplans für den Gazastreifen.

Ian Liesch

Ian Liesch

Israel tötet nach eigenen Angaben mehrere Hizbullah-Kämpfer in Südlibanon

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere Kämpfer der pro-iranischen Hizbullah-Miliz im Süden Libanons getötet. Diese „Terroristen“ hätten sich in der „Sicherheitszone“ im Gebiet des Gebirgskamms Ali al-Taher befunden und seien in der Nacht „eliminiert“ worden, teilte die Armee am Samstag mit. Bei dem Einsatz sei auch ein israelischer Soldat verletzt worden. Eine Reaktion der pro-iranischen Schiitenmiliz lag zunächst nicht vor.

Die Hizbullah hatte Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Irankrieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon, die von der Hizbullah aber nicht anerkannt wird.

Ein im vergangenen Monat unterzeichnetes und von den USA vermitteltes Abkommen sieht vor, dass die libanesische Armee die Hizbullah entwaffnet. Zudem soll sich die israelische Armee aus „Testgebieten“ zurückziehen, in denen anschließend libanesische Soldaten stationiert werden sollen. Die Hizbullah lehnt auch die Verhandlungen Beiruts mit Israel ab.

Kuwait meldet Drohnenabschuss

Kuwait ⁠hat nach eigenen Angaben am Samstag feindliche Drohnen in seinem Luftraum zerstört. Die kuwaitische Armee sprach von einem iranischen Angriff, bei dem eine Regierungseinrichtung ‌im Norden des Landes und ziviles Eigentum eines Unternehmens auf der Insel Bubiyan getroffen worden seien. Herabfallende Trümmer hätten Sachschäden verursacht. Opfer habe es ‌nicht gegeben. 

Sabrina Frangos

Sabrina Frangos

Tanker in Straße von Hormus angegriffen  – Maschinenraum beschädigt

In der Straße von Hormus ist vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima.

Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormus eine Route entlang seiner Küste nehmen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist ein wesentlicher Grund, warum der Krieg zwischen den USA und Iran zuletzt wieder eskalierte. 

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