Liveblog Irankrieg: US-Militär startet neue Angriffe auf Iran | FAZ
US-Militär bestätigt neue Angriffe auf Iran
Das US-Militär greift nach eigenen Angaben abermals Ziele in Iran an. Damit solle die Fähigkeit des Landes geschwächt werden, zivile Seeleute und Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen, teilt das Militär mit. Das iranische Staatsfernsehen berichtet unterdessen von mehreren Explosionen in der Nähe der Stadt Sirik sowie westlich von Bandar Abbas.
Außerdem erklärten die iranischen Revolutionsgarden, die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus bleibe „bis auf Weiteres und bis zum Ende der amerikanischen Interventionen in dieser Region gesperrt“. Die US-Armee wies dies zurück. „Iran kontrolliert die Meerenge nicht. Der Verkehr fließt“, erklärte Centcom.
Über 140 Schiffe hätten in den vergangen sieben Tagen die Straße von Hormus durchquert, teilte Centcom auf der Plattform X mit. Eine Quelle für diese Zahl wurde im Post nicht genannt.
Angriffe in der Nacht auf Sonntag
Mathias Peer
Iran hält diplomatische Bemühungen der vergangenen Monate für gescheitert
Iran hat die jüngsten Angriffe der USA verurteilt. Diese hätten alle diplomatischen Bemühungen der vergangenen Monate zunichte gemacht, teilte das iranische Außenministerium in der Nacht zum Montag mit. Die USA hätten zudem „eine Rückkehr der Unsicherheit in der Straße von Hormus sowie Störungen der internationalen Handelsschifffahrt verursacht“.
Kurz zuvor hatte das US-Militär den Beginn neuer Angriffe auf den Iran verkündet. Ziel der Angriffe sei es, die Fähigkeit des Iran einzuschränken, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom.
Weitere Angriffe auf Iran gemeldet
Iran hat nach den US-Angriffen in der vergangenen Nacht abermals Explosionen an der Südküste gemeldet. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Sonntagabend über Detonationen in der Hafenstadt Bandar Abbas und unweit der Insel Qeschm im Persischen Golf. Details zur Ursache der Explosionen gab es zunächst nicht.
Die staatliche Nachrichtenagentur Irna sprach von „feindlichen Angriffen“ in Bandar Abbas, wo am Abend in einigen Stadtteilen aufeinanderfolgende Explosionen zu hören gewesen seien. Der Vorfall werde untersucht. Bei den Gebieten handele es sich um Militäreinrichtungen, schrieb Irna.
Das Portal „Axios“ berichtet, das US-Militär habe Raketen- und Flugabwehrsysteme in Iran angegriffen. Zudem seien kleine Boote der iranischen Revolutionsgarde in der Straße von Hormus ins Visier genommen worden.
Qatar stoppt Seeverkehr
Der Golfstaat Qatar hat nach den jüngsten iranischen Angriffen zur vorübergehenden Einstellung des Schiffsverkehrs geraten. Für alle Fahrten und andere „meeresbasierte Tätigkeiten“ werde empfohlen, diese bis auf Weiteres auszusetzen, teilte das qatarische Transportministerium am Sonntag mit. Das betreffe auch Fischer- und Freizeitboote, Jetskis und „alle anderen Seefahrzeuge“.
Oman: Angriffe nahe der Straße von Hormus
Oman hat Drohnenangriffe nahe der Straße von Hormus gemeldet. In der nördlichen Provinz Musandam seien mehrere Ziele mit Drohnen angegriffen worden, berichtete die Staatsagentur ONA unter Berufung auf Militärkreise. Oman verurteilte die Attacken und erklärte, man werde alle notwendigen Schritte zum Schutz des Landes und der Bevölkerung ergreifen. Die zu Oman gehörende Enklave Musandam ragt in die Straße von Hormus hinein und grenzt an die Vereinigten Arabischen Emirate.
Irans Revolutionsgarde (IRGC) hat zuvor mitgeteilt, sie hätte in Oman in der südlichen Provinz al-Wusta unter anderem Logistikzentren angegriffen, die vom US-Militär genutzt werden. Der dort liegende Hafen von Dukm wurde im Iran-Krieg bereits mehrfach angegriffen. Die Gegend liegt aber weit entfernt von dem Gebiet, in dem Oman nun Drohnenangriffe meldete.
Inder nach Beschuss von Handelsschiff vermisst
Nachdem Iran das Handelsschiff GFS Galaxy vor der Küste Omans am frühen Sonntagmorgen beschossen hat, wird ein indischer Staatsbürger vermisst, wie das Außenministerium in Neu-Delhi am Sonntag mitteilte. „Von den elf indischen Staatsangehörigen an Bord konnten bisher zehn gerettet werden, während ein indischer Staatsangehöriger Berichten zufolge vermisst wird“, teilte das Ministerium mit. Indien verurteilte den Angriff. Iran hatte zuvor mitgeteilt, ein Schiff auf einer nicht genehmigten Route sei von einem Warnschuss getroffen worden.
Fabian Drahmoune
Gespräche über Straße von Hormus enden ohne Durchbruch
Iran und der Oman haben ihre Gespräche über die Straße von Hormus ohne Durchbruch beendet. Beide Länder hätten beschlossen, die Gespräche auf politischer sowie technischer Ebene fortzusetzen, „um zu einer gemeinsamen Verständigung über die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt“ in der Meerenge zu gelangen, hieß es in einer Erklärung des iranischen Außenministeriums.
Nach Angaben aus Teheran nahm auch eine Delegation des Golfstaats Qatar an dem Format in der omanischen Hauptstadt Maskat teil. Qatar trat den Angaben nach als Vermittler zwischen Iran und den USA auf.
Fabian Drahmoune
Iranische Tageszeitung fordert Vergeltung – auch gegen Merz
Eine auflagenstarke Tageszeitung in Iran hat eine Infografik mit Racheaufrufen gegen Politiker aus dem Westen veröffentlicht. Auf ihrer Website publizierte das Blatt „Hamshahri“ aus der Hauptstadt Teheran eine Collage, die US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit einem Fadenkreuz auf der Stirn zeigt.
Auf der Infografik sind zudem die Köpfe europäischer Regierungschefs zu sehen, allesamt in orangefarbenen Shirts, wie sie für US-Häftlinge typisch sind. Unter ihnen ist auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Eine Liste derjenigen, die auf die Vergeltung des iranischen Volkes warten müssen“, betitelt die Zeitung den Onlineartikel. „Die Verbrecher werden den Wunsch nach einem ruhigen Tod mit ins Grab nehmen“, heißt es in der Grafik.
Am Samstag hatte Irans Führung Vergeltung für die Tötung des Ende Februar getöteten obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei geschworen. „Rache ist die Forderung unseres Volkes und muss ganz gewiss erfolgen“, hieß es in einer im Staatsfernsehen verlesenen Mitteilung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wurde.
Fabian Drahmoune
Iran wirft USA Vertragsbruch vor und droht
Iran hat den USA nach der bereits dritten Angriffswelle diese Woche Vertragsbruch vorgeworfen. „Die Zeit der einseitigen Abmachungen ist VORBEI. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis“, schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf auf X.
Die USA haben vergangene Nacht zum dritten Mal innerhalb einer Woche Iran angegriffen. Auslöser war wieder iranischer Beschuss eines Schiffs in der Straße von Hormus.
Fabian Drahmoune
Irans Revolutionsgarde: Haben US-Militärbasen angegriffen
Irans Revolutionsgarde (IRGC) hat sich zu Angriffen auf US-Militärbasen in mit den USA verbündeten Golfstaaten und Jordanien bekannt. Die Luftstreitkräfte hätten in einer ersten Phase „wichtige militärische Infrastruktur und Anlagen“ auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Hassan Air Base in Jordanien angegriffen, teilte die Revolutionsgarde über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Die Revolutionsgarde behauptete, mit mehreren ballistischen Raketen ein Kommando- und Kontrollzentrum sowie Hangars für MQ-9-Drohnen zerstört zu haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.
Als Grund für die Vergeltungsschläge nannte die Revolutionsgarde angebliche Versuche der USA, Oman „seinen Willen aufzuzwingen“. Unter anderem hätten die USA mehrere Schiffe zur „illegalen Durchfahrt durch die südliche Straße von Hormus“ angestiftet. Die sei durch die Reaktion der iranischen Marine verhindert worden. Zudem hätten die USA Ziele entlang der Südküste Irans angegriffen. Die „fortgesetzte Aggression“ der USA werde zu „noch schärferen Reaktionen“ führen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Fabian Drahmoune
Golfstaaten melden Angriffe mit Drohnen und Raketen
Nach nächtlichen Angriffen des US-Militärs gegen Iran herrschte in den frühen Morgenstunden in mehreren mit den USA verbündeten Golfstaaten Alarm.
In Bahrain ertönten in den frühen Morgenstunden wieder die Warnsirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und einen sicheren Ort aufzusuchen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten wieder unter Beschuss. Dort würden Angriffe mit Raketen und Drohnen aus Iran abgewehrt, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der Katastrophenschutz warnte die Bewohner vor einer Bedrohung durch Raketen.
Das Innenministerium von Qatar teilte auf der Plattform X mit, die Sicherheitslage sei ernst. Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, nicht nach draußen gehen und sich von Fenstern und offenen Flächen fernhalten. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe einen Raketenangriff abgewehrt. Der katarische Nachrichtenkanal Al Jazeera berichtete dann, Anwohner seien benachrichtigt worden, dass die Gefahr vorüber sei.
Auch im kleinen Golfstaat Kuwait meldete die Armee „feindliche Ziele“ im eigenen Luftraum. Bei Explosionen handle es sich um Flugabwehr, die Angriffe abwehre. Einwohner wurden aufgerufen, Schutz zu suchen.
Fabian Drahmoune
Britische Seefahrtsbehörde: Containerschiff vor Oman beschädigt – Feuer an Bord
Bei einem erneuten Vorfall in der Straße von Hormus ist die Crew eines Containerschiffs nach einem Brand von Bord gegangen. Die Besatzungsmitglieder hätten sich auf ein Rettungsschiff begeben, teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO am frühen Morgen mit. Dies hätten ein Sicherheitsoffizier des Schiffs und Militärbehörden gemeldet. Die UKMTO berichtete zuvor, dass das Schiff östlich des Omans beschädigt wurde.
Das US-Militär hatte zuvor mitgeteilt, Irans Revolutionsgarden (IRGC) hätten das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“ in der Straße von Hormus angegriffen. Ein ziviles Besatzungsmitglied wird demnach vermisst. Das 300 Meter lange Schiff sei wegen eines Feuers an Bord sowie erheblicher Schäden im Maschinenraum nicht in der Lage, seine Reise fortzusetzen.
Fabian Drahmoune
USA greifen Iran nach Attacke auf Containerschiff an
Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut Ziele in Iran angegriffen. Die Attacke sei eine Reaktion auf einen Angriff der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) auf das unter zyprischer Flagge fahrende Containerschiff „GFS Galaxy“ in der Straße von Hormus, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.
Irans Revolutionsgarde hatte zuvor mitgeteilt, Warnschüsse auf ein Schiff in der Meerenge abgegeben zu haben. Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilte die Revolutionsgarde über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren. Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormus bis auf Weiteres geschlossen bleiben, hieß es in der Mitteilung weiter.
Die US-Streitkräfte griffen eigenen Angaben zufolge rund 140 iranische Militärziele mit Präzisionsmunition an, die von land- und seegestützten Kampfflugzeugen, Drohnen und Marineschiffen abgefeuert wurde. Zu den Zielen gehörten demnach iranische Raketen- und Drohnenstellungen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsstandorte.
Fabian Drahmoune
Iran schließt Straße von Hormus
Die Marine der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC) hat nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff in der Straße von Hormus abgegeben und dieses gestoppt. Das Schiff habe die maritime Sicherheit in der Meerenge gefährdet, teilten die Revolutionsgarden über ihren Kanal Sepah News auf Telegram mit. Demnach hätten zuvor mehrere Schiffe versucht, eine nicht genehmigte Route zu befahren und Aufforderungen der Revolutionsgarden ignoriert, ihre Route zu korrigieren.
Infolge dieses Vorfalls werde die Straße von Hormus bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleiben, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Durchfahrt sei verboten. Sollte der „Aggressor“ neue Angriffe gegen den Iran starten, hieß es an die USA gewandt, werde man mit weiteren Angriffen auf „feindlich Stützpunkte“ in der Region reagieren.
Die US-Regierung äußerte sich zunächst nicht offiziell zu dem Vorfall. Ein US-Beamter bestätigte jedoch dem gut vernetzten Journalisten Barak Ravid, dass die Revolutionsgarden eine Rakete auf ein Handelsschiff abgefeuert hätten, das versucht habe, die Straße von Hormus zu passieren. Das Schiff sei getroffen und schwer beschädigt worden.
Die Revolutionsgarde hätte zuvor erklärt, keine „ausländische Einmischung“ bei der Festlegung von Schiffsrouten in der Straße von Hormus dulden zu wollen, hieß es in der Mitteilung der IRGC-Marine weiter. Eine solche Einmischung würde ein entscheidendes Vorgehen von iranischer Seite nach sich ziehen.
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