Liveticker: Reul besucht Einsatzkräfte und Helfer in Monschau
WDR

- Feuerwehrleute haben den Brand im Hohen Venn eingekesselt. Die Brandlinie ist weiterhin rund 2,3 Kilometer von der deutschen Landesgrenze entfernt.
- NRW-Innenminister Reul sagte bei seinem Besuch bei den Einsatzkräften im nahegelegenen Monschau-Kalterherberg, er sehe vor allem die Bürger in der Pflicht, sich beim Aufenthalt in der Natur verantwortungsvoll zu verhalten.
- In den Orten Monschau, Roetgen und Simmerath kommt es weiterhin zu erheblichen Geruchsbelästigungen und einer möglichen Schadstoffbelastung der Luft. Gesundheitliche Gefahren können nicht ausgeschlossen werden.
- In Belgien zerstörten die Flammen bereits eine Fläche von mehr als 3.000 Hektar. Damit handelt es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte des Landes.
Pierre Dyckmans
Munitionsfunde auch im Hohen Venn
Die Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg hatten vor allem die Einsatzkräfte im Hürtgenwald vor große Probleme gestellt - nicht im Hohen Venn. Inzwischen werden aber auch hier immer wieder Munitionsreste gefunden wie diese Granate, die ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten unweit vom belgischen Sourbrodt entdeckt hat.
WDR

Brand im Hohen Venn eingekesselt
Feuerwehrleute haben den Brand auf der belgischen Seite im Hohen Venn eingekesselt. Der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich, Hervé Jamar, sprach von einer "positiven Entwicklung vor Ort". Einsatzkräfte kämpfen seit Freitag gegen das Feuer im Naturschutzgebiet nahe der deutschen Grenze. Es werde eine Lagebeurteilung durchgeführt, um die im Laufe des Tages eingesetzten Mittel voraussichtlich zu reduzieren, so der belgische Gouverneur. Ob weiterhin Löscheinsätze aus der Luft nötig sind, werde geprüft.
Das Feuer, das bislang rund 3.000 Hektar zerstört hat, ist noch nicht unter Kontrolle. "Da sind wir noch nicht", sagte ein Sprecher des Gouverneurs laut Nachrichtenagentur Belga. In der Nacht seien Brände mehrfach wieder aufgeflammt.
Sabine Rieck
Dieser Mann kümmert sich um den Wassertransport
Bernd Kreutz kennt jeder In Monschau-Kalterherberg. Er führt eine große Spedition im Ort. Doch momentan kommt er nicht ins Büro. Täglich stellt er ehrenamtlich die Wasserversorgung für die Löschfahrzeuge sicher. "Ich tanke Wasser in der Perlenbachtalsperre und bringe das mit meinen Milchlastern zu den Wassertankstellen, die hier eingerichtet wurden“. Dass ihm nun auch der NRW-Innenminister Reul die Hand zum Dank schüttelt, findet er klasse: "Man sollte das schon wertschätzen, wenn der Minister extra aus Düsseldorf kommt.“
Sabine Rieck
"Wir müssen darüber diskutieren mehr Verantwortung zu übernehmen“
Diese Aussage hat der NRW-Innenminister Herbert Reul heute bei seinem Besuch der Helfer in Monschau-Kalterherberg getätigt. Denn er sieht vor allem jeden Bürger in der Pflicht, sich beim Aufenthalt in der Natur verantwortungsvoll zu verhalten. Derzeit gebe es keine neuen Erkenntnisse zu möglichen Brandstiftern. Auch er sei schockiert über die schrecklichen Bilder vom zerstörten Venn. Er sei da selbst auch schon gewesen: "Man mag es gar nicht sehen", so Reul.
Reul bedankte sich vor Ort außerdem erneut bei allen Einsatzkräften.
WDR

Kräftiger Regen erwartet - auch Brandgebiet betroffen
Der Deutsche Wetterdienst erwartet ab dem späten Nachmittag mehrstündigen Regen, teils mit Starkregen und lokalen Unwettern von bis zu 35 Litern pro Quadratmeter in drei bis sechs Stunden. Der Schwerpunkt liegt voraussichtlich über Rheinland-Pfalz, Regen wird aber auch im belgischen Brandgebiet und in der angrenzenden Eifel erwartet.
Sabine Rieck
Reul zu Besuch vor Ort
NRW-Innenminister Reul besucht Einsatzleitung und Helfer in Monschau-Kalterherberg.
WDR

Rauchbelastung in der Städteregion Aachen - erste Entwarnung
Der Rauch des Waldbrandes im Hohen Venn ist in der Städteregion Aachen weiterhin deutlich zu riechen. Messungen des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima (LANUK) mit mobilen Messfahrzeugen zeigen aber, dass die Schadstoffkonzentrationen unterhalb der Orientierungs- und Grenzwerte für schwere gesundheitliche Auswirkungen liegen.
Trotzdem warnen die Behörden: Brandgeruch ist nie gesund, die Feinstaubwerte bleiben erhöht. Fenster und Türen sollen daher weiterhin möglichst geschlossen bleiben und Aktivitäten im Freien reduziert werden. Die Gefahrenmitteilung der Feuerwehr Monschau bleibt vorerst bestehen.
WDR

Rauchbelastung schränkt Alltag der Menschen in Monschau weiter ein
In vielen Regionen im Westen riecht es weiterhin nach Rauch. Besonders in Monschau wird vor gesundheitlichen Belastungen gewarnt. Frische Luft ist weiterhin Fehlanzeige: Wegen der starken Rauchbelastung halten Anwohnerinnen und Anwohner Türen und Fenster geschlossen. Von den Auswirkungen haben uns auch zwei Anwohner erzählt.
Seine Enkelkinder seien bei Verwandten untergebracht, wie ein ehemaliger Feuerwehrmann erzählt. Eine Bewohnerin erzählt, dass sie kaum vor die Tür geht.
„"Das hält man nicht aus, wenn man den Rauch auch drinnen den ganzen Tag riecht."“
Sophia Naim
Schichtwechsel bei der Feuerwehr in Kalterherberg
Nach bis zu 14 Stunden gehen die Feuerwehrleute aus der Nacht nun in den Feierabend. Die nächste Truppe steht bereit und wartet auf genaue Anweisungen vom Einsatzleiter.
WDR

Rauchgeruch könnte wieder Richtung NRW geweht werden
Laut der WDR-Wetterredaktion kann es heute in ganz NRW - und auch über dem Hohen Venn - immer mal wieder Regen geben. Dieser kann zum Teil auch mal kräftiger ausfallen. Etwa bis zu 20 Liter pro Quadratmeter sind möglich - zum Teil auch in kurzer Zeit. Vereinzelt kann es auch zu Starkregen und einzelnen Gewittern kommen. Vermutlich ist heute der regenreichste Tag der Woche, so die WDR-Wetterredaktion. Aber auch die nächsten Tage werden wechselhaft.
Der Wind weht auch heute mit starken Böen aus Südwest und West. Wie schon gestern, könnte der Rauch aus dem Hohen Venn daher auch heute bis in die südlichen Landesteile von NRW zu riechen sein. Ebenso wie gestern, könnte es daher auch heute wieder zu einer höheren Feinstaubbelastung kommen - auch in Teilen NRWs, die nicht an Belgien angrenzen.
WDR

Weiterhin Gesundheitsgefahr durch Brandrauch
In den Orten Monschau, Roetgen und Simmerath kommt es weiterhin zu erheblichen Geruchsbelästigungen und einer möglichen Schadstoffbelastung der Luft. Gesundheitliche Gefahren können nicht ausgeschlossen werden. Betroffene sollen das Gebiet meiden, Fenster und Türen schließen und Lüftungen sowie Klimaanlagen abschalten.
Arndt Lorenz
Können die Menschen vom Ruitzhof zurück in ihre Häuser?
Am Morgen wollen Feuerwehr und Behörden in Monschau-Kalterherberg neu entscheiden, ob die 30 Bewohner des Straßenzuges Ruitzhof wieder in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Das sagte Tobias Schnell von der Feuerwehr Monschau in der Nacht. Nach seinen Angaben hat sich das Feuer ein bisschen beruhigt, entscheidend werde sein, inwiefern der Brandrauch noch gesundheitsgefährdend ist.
Arndt Lorenz
Dicke Luft auch in der Nacht
Der vom Waldbrand herüberziehende Rauch ist überall in Monschau-Kalterherberg zu spüren. Auch die Einsatzzentrale der Feuerwehr ist davon betroffen. Die Schadstoffe in der Luft können zu Reizhusten und Kopfschmerzen führen.
WDR

Schadstoffmessungen zeigen keine Gesundheitsgefährdung
Im Bereich der Stadt Monschau sind zwei Spezialfahrzeuge unterwegs, die die Schadstoffbelastung messen. Unter anderem an Krankenhäusern, Altenheimen, Arztpraxen und Kitas. Bisher wurden laut Feuerwehrsprecher Tobias Schell an keinem Punkt Werte gemessen, die eine konkrete Gesundheitsgefährdung darstellen. Schell sagte dem WDR allerdings, Brandgeruch sei nie gesund. Daher sollten weiterhin Fenster und Türen geschlossen gehalten bleiben. An Menschen mit Vorerkrankungen appelliert Schell, wegen des Feinstaubs eine Maske zu tragen.
Mehr laden