Lkw streifen Äste auf Landstraße: Hessen Mobil muss außerhalb der Saison ran

Stand: 29.08.2026, 13:00 Uhr

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Hessenmobil Strassenmeisterei

Die Leiterin der Straßenmeisterei Schwalmstadt, Silvana Mäder informiert sich bei Andreas Bechstein über den Verlauf der Arbeiten. © Maren Wickert

Auf der Landesstraße zwischen Großropperhausen und Frielendorf waren die Bäume so tief herabgesunken, dass Lastwagen bereits hängenblieben. Wegen der Hitze müssen dieses Jahr besonders viele trockene Bäume entfernt werden.

Schwalmstadt – Ihre Arbeit ist offensichtlich. Und das liegt nicht nur an den orangen Uniformen. Die Männer und Frauen der Straßenmeisterei Hessen Mobil aus Schwalmstadt sind täglich auf und neben den Straßen der Region unterwegs. In unserer Serie begleiten wir das Team durch das Jahr. Dieses Mal geht es um außersaisonale Gehölzarbeiten.

War man vor einiger Zeit auf der Landesstraße 3152 zwischen Großropperhausen und Frielendorf unterwegs, konnte man dem Team von Hessen Mobil am Waldrand nicht entgehen. Mit großen Maschinen war es auf einem 300 Meter langen Straßenabschnitt an Bäumen zugange. Und in beide Fahrtrichtungen waren regelmäßig kleine Autokolonnen zu sehen, die auf Durchlass warteten.

Wir sind dazu verpflichtet, die Äste so weit zurückzuschneiden, dass keiner hängen bleibt.

Licht-Raum-Profil muss freigehalten werden

„Normalerweise finden Gehölzarbeiten aus naturschutzrechtlichen Gründen im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 1. Februar statt“, erklärt Silvana Mäder, Betriebsleiterin in Schwalmstadt. Dieses Mal wurde eine Ausnahme gemacht, da der wuchernde Zustand der Bäume am Straßenrand zu gefährlich wurde. „Besonders die Lkw streifen bereits stellenweise die zu tief herabgesunkenen Äste“, berichtet Mäder. „Und das darf nicht sein. Das Licht-Raum-Profil (Luftraum zwischen Fahrzeug und Geäst) muss freigehalten werden. Wir sind dazu verpflichtet, die Äste so weit zurückzuschneiden, dass keiner hängen bleibt.“

Dafür kamen zwischen Großropperhausen und Frielendorf zwei Maschinen vom Fremdunternehmen „Baumläufer“ zum Einsatz, da „wir keinen Bagger besitzen, der groß genug ist“, wie Mäder erklärt.

Der Fahrer des Baggers schneidet dabei das Gehölz mithilfe einer großen Astschere zurück, während ein dahinter wartender Lastwagen mit Container und Greifarm das abgetrennte Material einsammelt. „Oftmals müssen Stellen wegen Trockenholz nachgearbeitet werden, wenn sie bei einem Unwetter abfallen könnten.“ Etwas, das die Arbeitsdauer verlängert. „Die Entsorgung der Reste wird später aber auch von der Firma übernommen.“ Ebenso störe der laufende Verkehr den Arbeitsfluss.

„Normalerweise sind wir dafür verantwortlich, Warnschilder aufzustellen, die Baustellen zu sichern und vorzubereiten und Streckenabschnitte manchmal vorläufig zu sperren“, merkt Mäder an. In diesem Fall sei eine Sperrung der Straße aufgrund einer Umleitung aber nicht möglich gewesen. „Das bedeutet, dass die Fahrer der Maschinen immer zur Seite fahren, andere Verkehrsteilnehmer vorbeilassen, weitermachen und nach ein paar Minuten wieder zur Seite fahren müssen“, erklärt die Betriebsleiterin. Das verlängert die Arbeitsdauer.

Trockenheit führt zu Astbruch

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Bei den Sicherungsarbeiten kommt auch schweres Gerät zum Einsatz. © Maren Wickert

Dieser Einsatz ist aber nicht die einzige Ausnahme gewesen. Der aktuelle Sommer hat ihnen besonders viel Arbeit mit Gehölz beschert. „Wegen der Hitze und Trockenheit gibt es viele Trockenschäden“, äußert sich Mäder. „Das ist ein großes Problem für die Bäume. Nicht jeder Baum wird dieses Jahr überleben und zu trockene Bäume müssen weggeschafft werden, da das Risiko besteht, dass sie ansonsten bei einem Sturm auf Straßen oder Autos fallen, weil sie wegen des trockenen Bodens keinen Halt mehr haben.“ Um das zu verhindern, sind sie im Einsatz. Daher „gibt es sehr viel zu tun“, betont Mäder, besonders dieses Jahr. Diese wichtige Arbeit für die Verkehrssicherheit wird von den anderen Verkehrsteilnehmern meist aber nicht geschätzt. Geduld begegnet den Mitarbeitern der Straßenmeisterei von anderen Verkehrsteilnehmern nämlich selten.

„Es gibt nicht allzu viele umsichtige Verkehrsteilnehmer.“ Es komme schon vor, dass sich Leute darüber beschweren, dass sie ihre eigenen Hecken nicht schneiden dürften, die Straßenmeisterei aber schon. „Die meisten motzen, wenn man was macht. Und sie motzen auch, wenn man nichts macht“, seufzt Mäder. Bitte etwas mehr Verständnis, ist ihr Wunsch. (Maren Wickert)