Löwen-Frust am Ratsweg

Stand: 08.10.2026, 22:27 Uhr

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Gestrauchelt: Matthew Wedman (vorne) und die Löwen verlieren auch gegen Krefeld.

Gestrauchelt: Matthew Wedman (vorne) und die Löwen verlieren auch gegen Krefeld. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Attila Ziga

Die Löwen Frankfurt unterliegen den Krefeld Pinguinen 2:5 und bleiben ohne Heimpunkt. Trainer Pokel hadert vor allem mit einem Konter 30 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels.

Frankfurt – Die Lichter flammten auf, wieder gab es nichts zu feiern. Und diesmal war der Frust etwas größer. Auch im dritten Heimspiel der noch jungen Saison in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys wurde es nichts mit dem ersten Heimsieg, im Gegenteil: Nach dem 2:5 (0:0, 1:2, 1:3) gegen die Krefeld Pinguine standen die Löwen Frankfurt in ihrer Eissporthalle am Ratsweg einmal mehr mit leeren Händen da, immer noch ohne einzigen Punkt daheim. Und diese Niederlage war nach der bislang schwächsten Leistung der Runde auch der erste richtige Dämpfer. „Wir haben uns selbst geschlagen“, haderte Headcoach Tom Pokel hinterher bei Magenta-Sport: „Wir haben volle Kontrolle über das Spiel im zweiten Drittel. Und dann gibt es 30 Sekunden vor dem Ende diese unnötige Konterchance.“

Welche die Gäste aus Krefeld zum wegweisenden 2:1 in der 40. Minute nutzten, durch ihren herausragenden Torjäger Matthew Santos, der schon zum Ausgleich getroffen hatte (31.). Und an diesem Donnerstagabend vor allem den Unterschied machte. Der stabile, clevere Aufsteiger mit seiner erfahrenen Mannschaft hat aus den ersten sieben Spielen so schon zwölf Punkte geholt und klopft vorerst oben an. Während die Löwen mit deren sieben erst einmal nach unten schauen und aufpassen müssen, am Sonntag (14 Uhr) beim ERC Ingolstadt nicht die vierte Niederlage in Folge hinnehmen zu müssen. Wobei der dritte Teil dieser Misserfolgsserie schon unnötig genug war.

„Defense ist das A und O“, tadelte Trainer Pokal in Bezug auf den Konter ins Löwen-Unglück und wusste auch: „Wir hatten selbst sehr viele Torchancen, ziehen aber zu wenig Kapital daraus.“ In der Gesamtsumme war das alles zu wenig. Santos und Co. machten den Frankfurtern vor, wie es geht. Diese ließen es seit den Auswärtssiegen in Schwenningen und München an Effizienz vermissen. Und besonders gegen Ende des zweiten und zum Anfang des dritten Drittels auch an der bislang oft so guten Abwehrarbeit. So drehte nach Timo Koses verdienter Löwen-Führung (26.) erst Santos das Spiel, ehe Adam Payerl (43.) und Routinier Philipp Gogulla (45.) weitere Frankfurter Aussetzer nutzten. Austin Wagner (46.) machte es mit dem 2:4 noch etwas spannend, Payerl mit dem fünften Gästetreffer ins leere Löwen-Tor alles klar (59.).

Schlechte Nachrichten hatte es schon vor dem ersten Bully gegeben: Der stellvertretende Kapitän Daniel Pfaffengut fällt laut Löwen-Mitteilung zwei bis vier Wochen aus. Schon bei dieser historischen Petitesse war er außen vor: Als sich Frankfurter und Krefelder 2010 zuletzt auf DEL-Eis begegnet waren, verteidigte David Cespiva für die Pinguine, später spielte er vier Jahre für die Löwen – und war beim Wiedersehen zweier traditionsreicher Eishockey-Standorte nun als Schiedsrichter dabei. Wobei jetzt die Krefelder, angeführt vom mit viel Applaus empfangenen Frankfurter Aufstiegshelden Davis Vandane, das bessere Ende für sich hatten, anders als vor 16 Jahren. Da hatte es geklappt mit einem Heimsieg.