Insolvenz von Luxus-Modemarke: Ausverkauf soll vorbereitet werden

Luxus-Modemarke offenbar insolvent: Ausverkauf soll vorbereitet werden

Stand: 17.09.2026, 21:59 Uhr

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Eine Luxus-Modemarke geht in die Insolvenz. Die deutsche Tochter des Traditionsherstellers Bally aus der Schweiz ist offenbar zahlungsunfähig. Hauptsitz ist München.

München – Die Schweizer Luxus-Modemarke Bally kämpft seit Längerem mit großen Problemen. Jetzt hat die Krise offenbar auch Folgen für das deutsche Tochterunternehmen: Die B.D. Retail Deutschland GmbH soll Insolvenz angemeldet haben. Zuerst berichtete die Wirtschaftswoche. Sie wäre nicht die erste Modemarke, die aktuell den Weg in die Insolvenz antreten muss.

EIne Filiale des Schweizer Luxuslabels Bally.

EIne Filiale des Schweizer Luxuslabels Bally. © imago/Archivbild

Auch das Portal Insolvenz-Radar führt die Insolvenz der Bally-Tochter aus München auf. Hier wird auch die entsprechende Veröffentlichung des Amtsgerichts München gezeigt. Die Angaben decken sich mit dem genannten Bericht. Demnach hat das Amtsgericht München am 16. September die vorläufige Insolvenzverwaltung über die B. D. Retail GmbH angeordnet. Begründung: „Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen“. Auch das Verbraucherschutzforum Berlin listet die Insolvenz mit entsprechendem Aktenzeichen des Münchner Amtsgerichts auf.

Deutsche Tochter von Luxus-Modemarke Bally geht offenbar in die Insolvenz

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde demnach der Jurist Henrik Brandenburg von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen eingesetzt. Er soll sich nun einen Überblick verschaffen, hat aber bereits Probleme. Laut Wirtschaftswoche berichtet der vorläufige Insolvenzverwalter von „stockendem Informationsfluss aus der Schweiz“. Zudem sei die Ausgangslage sehr schwierig, so der Jurist weiter gegenüber dem Fachblatt.

Über Bally:

Bally ist eine weltweit bekannte und traditionsreiche Schweizer Luxusmarke für Mode und Schuhe. Sie wurde bereits 1851 von Carl Franz Bally und seinem Bruder Fritz in Schönenwerd im Kanton Solothurn gegründet. Sie gehört zu den ältesten noch existierenden Luxusmodehäusern der Welt.

Berühmt ist Bally vor allem für seine Schuhe und Lederwaren. Das ikonische Markenzeichen der Firma ist ein rot-weißes oder zweifarbiges Streifendetail. Es erinnert oft an Schweizer Züge und ist in viele Produkte eingearbeitet. Populär ist die Marke auch durch Nennungen in der US-Rap-Szene. Künstler wie Rick Ross, Jay-Z oder Slick Rick nennen die Marke in ihren Liedern.

Die Angestellten der letzten Bally-Filiale in Deutschland sind demnach schon über die Insolvenz der Modemarke informiert worden. In der Filiale in Metzingen soll dem Bericht nach nun ein Schlussverkauf vorbereitet werden. Die Schweizer Mutter-Firma hat dies bislang nicht bestätigt.

Die Schweizer Mutter Bally steckt in einer tiefen Krise. In den Schweizer Medien ist von horrenden Schulden die Rede. Vorausgegangen war ein Besitzerwechsel im Jahr 2024. Hier ging Bally von der deutschen Milliardärsfamilie Reiman an den US-Finanzinvestor Regent LP. Ein Meilenstein bei den Problemen der Firma war anschließend das Produktionsaus in der Schweiz im Jahr 2026. Nach 175 Jahren Firmengeschichte stellte Bally die eigene Schuhproduktion in Caslano im Tessin im Mai ein. Das Kantonsgericht in Zug hatte der Bally Schuhfabrik im Juni eine provisorische Nachlassstundung bis zum 15. Oktober gewährt. Dadurch konnte die Insolvenz bislang abgewendet werden.

Blick in das Schaufenster eines Bally-Stores in Mailand. (Archivbild)

Blick in das Schaufenster eines Bally-Stores in Mailand. ©  IMAGO / Depositphotos

Über die genauen Hintergründe der Insolvenz beim deutschen Bally-Ableger ist aktuell nichts bekannt. Allerdings müssen viele teils sehr große Firmen und Ketten aktuell Insolvenz anmelden. Auch mehrere Modefirmen mussten zuletzt Zahlungsunfähigkeit anmelden. Oft werden gestiegene Kosten bei gleichzeitiger Kaufzurückhaltung der Kunden als Gründe genannt. (Verwendete Quellen: Wirtschaftswoche, Verbraucherschutzforum Berlin, Insolvenz-Radar, Amtsblatt Zug) (rjs)