Frankreich: Macron bezeichnet Anschlag bei Paris als "Wendepunkt"

Macron nach Anschlag :

„Das stellt einen Wendepunkt im Leben unserer Republik und unserer Nation dar“

23.10.2026, 22:38Lesezeit: 2 Min.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitagabend mit dem Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, in der Nähe des Tatorts

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitagabend mit dem Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, in der Nähe des TatortsAFP

In Trappes bei Paris wird aus einem Auto auf Passanten geschossen, ein Mann stirbt. Frankreichs Präsident verurteilt die tödlichen Schüsse als „rassistischen Terroranschlag“.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die tödlichen Schüsse bei Paris als „rassistischen Terroranschlag“ verurteilt. „Das, was heute geschehen ist, stellt einen Wendepunkt im Leben unserer Republik und unserer Nation dar“, sagte er bei einem Besuch in der betroffenen Gemeinde Trappes.

Am Vormittag hatte ein Mann in Gemeinden bei Paris aus einem Auto mit einer automatischen Waffe geschossen. Nach Angaben der Terrorstaatsanwaltschaft von Paris wurde dabei ein im Jahr 2000 geborener Mann getötet. Weitere Menschen wurden teils schwer verletzt, darunter ein 12 Jahre altes Kind. Ihr Gesundheitszustand war demnach am Abend noch nicht stabil. Außerdem stünden mehrere Personen, die sich in unmittelbarer Nähe der Schüsse befanden, unter erheblichem Schock.

Nuñez: Täter hat „ein Blutbad beabsichtigt“

Diese Menschen seien „allein aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer vermeintlichen Religion“ ins Visier genommen worden, sagte Macron. Es sei das erste Mal, dass ein Terroranschlag geplant wurde, „um unsere Landsleute, unsere Kinder, allein aufgrund ihrer Hautfarbe oder der Religion, die man ihnen zuschreibt, zu töten.“ Aus dem Élysée-Palast hieß es dazu später, der Staatschef habe dabei von der ersten rassistischen Attacke aufgrund der Hautfarbe gesprochen – er vergesse keineswegs die zahlreichen antisemitischen Anschläge, die Frankreich in Trauer gestürzt hätten.

In seiner Wohnung hatte der mutmaßliche Schütze eine Sprengstofffalle mit Gasflaschen für die Ermittler aufgebaut. Der französische Innenminister Laurent Nuñez sagte, der Täter habe „ein Blutbad beabsichtigt“. Der Fall sei „sehr schwerwiegend“. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich um den 39 Jahre alten Kevin T., der laut Polizeiquellen gezielt auf Menschen mit Migrationshintergrund geschossen haben soll.

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Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie habe ein Ermittlungsverfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ eingeleitet, teilte die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Die Tat sei zudem „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden, teilten die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Die Ermittlungen betreffen außerdem den Tatbestand des „Besitzes einer Waffe der Kategorie A“, zu der insbesondere automatische Waffen gehören, die Salven abgeben, sowie der „Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung von Verbrechen gegen Menschen“.

Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall als sehr ernst. Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und der Justiz seien in vollem Umfang mobilisiert, erklärte er im Onlinedienst X. Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.