Nach Louvre-Raub nun die Auvergne: Diebe stehlen eines der schwersten und teuersten Bücher der Welt
„Man hat Frankreich ermordet“: Einzigartiges 210-Kilo-Kunstwerk aus Museum in der Auvergne gestohlen
Stand: 07.10.2026, 07:58 Uhr
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Diebe stahlen das „Buch der Apokalypse“ mit Dalí-Einband aus einem Museum in der Auvergne. Das 210 Kilo schwere Werk ist Millionen wert.
Issoire – Erneuter Kunstdiebstahl im Kunstbetrieb: Das „Buch der Apokalypse“, beschrieben als eines der teuersten (und schwersten) Werke der Welt, ist in der Nacht von Sonntag auf Montag (5. Oktober) aus einem privaten Museum in Issoire in der Auvergne gestohlen worden, wie die Staatsanwaltschaft Clermont-Ferrand mitteilte.
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Dieser Artikel von Christina Molle entstand in Kooperation mit Euronews
Das einzige Originalexemplar dieses Buches geht auf den Verleger aus der Auvergne, Joseph Forêt, zurück, der es als Gesamtkunstwerk rund um die Apokalypse des heiligen Johannes entwickelte. Das Werk wiegt insgesamt 210 Kilogramm und besteht aus 150 Pergamentblättern.

Zwischen 1958 und 1961 arbeiteten daran sieben bedeutende Schriftsteller und sieben bekannte Maler der Zeit, darunter Ossip Zadkine, Léonard Foujita, Jean Cocteau und Jean Giono, während Salvador Dalí den Einband als Skulptur im Wachsausschmelzverfahren schuf.
Zwischen 1961 und 1972 war das monumentale Buch in fast 150 Ausstellungen weltweit zu sehen, bevor es jahrelang aus der Öffentlichkeit verschwand. Zunächst wurde es in der Schweiz eingelagert, später ging es an japanische Sammler, die das Werk Blatt für Blatt versteigern wollten.
Vom Verschwinden des Werkes bis zu seinem Kauf 2003
Im Jahr 2003 erwarb Christian Karoutzos, Geschäftsführer eines Unternehmens zur Restaurierung von Kunstwerken in Issoire, das außergewöhnliche Buch und verhinderte seine Zerstückelung. Er entschied, den Einband und einige Pergamente bis zum Herbst in seinem Zentrum für zeitgenössische Kunst der Stadt zu zeigen, um das Werk wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
„Es ist ein Werk von der Dimension einer Kathedrale, monumental, weltweit einzigartig“, klagte der neue Eigentümer nach dem Diebstahl gegenüber ICI Pays d’Auvergne und fügte hinzu: „In dieser Nacht hat man Frankreich ermordet, man hat das französische Kulturerbe ermordet.“
Unschätzbarer Schaden für das französische Kulturerbe
„Es ist das Werk eines privaten Eigentümers, der ein kleines privates Museum für zeitgenössische Kunst betrieb, in dem weitere, weniger wertvolle Werke lagen“, erklärte der Bürgermeister von Issoire, Bertrand Barraud. Er betonte, der Schaden sei „unschätzbar“ und es handle sich um „das Werk eines Lebens“, das aus der lokalen Kulturlandschaft brutal herausgerissen worden sei.
Die Recherchebrigade der Gendarmerie in Clermont-Ferrand hat die Ermittlungen aufgenommen und versucht, die Hintergründe des Einbruchs und mögliche Fluchtwege der Täter nachzuvollziehen. Der Wert des Werkes liegt bei mehreren Millionen Euro und macht den Fall damit zu einem der spektakuläreren Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre in Frankreich.
Parallelen zu spektakulärem Diebstahl im Louvre
Der Diebstahl erinnert an den Vorfall im Louvre am 19. Oktober 2025, als die Täter Schmuckstücke im Wert von 88 Millionen Euro stehlen konnten. Beide Fälle werfen Fragen nach der Sicherung hochkarätiger Kunst- und Kulturgüter auf und nähren die Sorge, dass organisierte Banden gezielt nach außergewöhnlich wertvollen Objekten suchen, die nur schwer wieder aufzufinden sind.