Mehr Konzerte auf dem Heiligengeistfeld? Das ist der Stand
Hamburg
Anwohner und Veranstalter uneinig – finden bald mehr Konzerte auf dem Heiligengeistfeld statt? Die Bezirkspolitik diskutierte am Donnerstag darüber.
Den einen ist es zu laut, den anderen zu leise: Laute Veranstaltungen auf dem Heiligengeistfeld spalten die Meinungen im Bezirk Hamburg-Mitte. Während sich Anwohner beschweren, wollen Veranstalter die freie Fläche nutzen. Am Donnerstagabend diskutierte der Tourismusausschuss der Bezirksversammlung darüber, ob künftig mehr Konzerte auf dem Heiligengeistfeld stattfinden sollen.
Auslöser für die Debatte war die Evaluation des Paul-Kalkbrenner-Konzerts im Juni mit fast 20.000 Besuchern. Laut NDR wurden die Lärmschutzwerte während des Konzerts zwar eingehalten, trotzdem gingen rund 30 Beschwerden bei der „Lärm-Hotline“ des Veranstalters ein. Und zwar nicht nur von Anwohner, denen die Musik zu laut war. Auch manche Konzertbesucher beschwerten sich – weil es ihnen zu leise war. Die Musik sei kaum zu hören gewesen.
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen erklärt auf MOPO-Nachfrage, dass im Ausschuss darüber diskutiert wurde, wie die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden können. Grundsätzlich sollen die Kapazitäten des Heiligengeistfeldes genutzt werden können – allerdings müsse dabei unter anderem stärker auf die Uhrzeiten geachtet werden.
Keine neuen Anmeldungen: Mehr Konzerte unwahrscheinlich
Im Nutzungskonzept des Heiligengeistfeldes sind pro Jahr zehn etwas lautere Großveranstaltungen vorgesehen. Einen Großteil dieser Kapazitäten nehmen bereits der Schlagermove und das Reeperbahn Festival ein. Auch der Hamburger Dom nutzt einen Teil davon.
Für lautere Konzerte gibt es laut NDR bislang keine neuen Anmeldungen. Dass bald mehr große Konzerte genehmigt werden, ist daher eher unwahrscheinlich. Von SPD und Grünen heißt es, das Konzept werde derzeit geprüft – dabei stünden die Interessen der Anwohner im Vordergrund. (js)