Melsunger Handballer schlagen den BHC – Enderleit verlängert Vertrag
Stand: 17.10.2026, 21:38 Uhr
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Die MT Melsungen hat sich in der Handball-Bundesliga letztlich ungefährdet gegen den Bergischen HC durchgesetzt.
Zu Hause läuft´s! Handball-Bundesligist MT Melsungen hat das Heimspiel gegen den European-League-Vertreter Bergischer HC trotz zwischenzeitlicher kleinerer Schwächen mit 33:26 (15:13) gewonnen und damit seine blütenweiße Weste in eigener Halle gewahrt.
Eine gute Nachricht verkündete die MT vor dem Anwurf – wie gewohnt auf dem Videowürfel der Kasseler Rothenbach-Halle. Der Däne Nikolaj Enderleit hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Die mehr als 3500 Zuschauer quittierten diese Entscheidung mit kräftigem Beifall. „Er ist ein großer Gewinn für unserer Mannschaft“, sagt der verletzte Kapitän Timo Kastening über den Linkshänder.
Ob er in der Startsieben stand? Da Dainis Kristopans noch einige Zeit fehlt, ist Enderleit aktuell der einzige echte Rückraum-Rechte im Kader. Möglich ist allerdings auch ein Rechtshänder-Rückraum – dann mit Reynir Thor Stefansson auf der rechten Seite in der Aufbaureihe. Dem Isländer, der am Freitag für die EM-Qualifikationsspiele der Isländer im November nominiert wurde.
Melsungens Coach Roberto Garcia Parrondo entschied sich in der Offensive für die Variante mit Enderleit und Stefansson. Etwas überraschend war aber der Startsieben-Einsatz des ungarischen Torwarts Kristof Palasics. Zuletzt präsentierte sich Nebojsa Simic in Top-Form. Vielleicht dachte Parrondo schon an den kommenden Donnerstag – dann wird der Montenegriner für das wichtige Champions-League-Heimspiel gegen Wisla Plock benötigt.
Das 1:0 der Hausherren warf Luca Sigrist. Dem ließ Stefansson nach einem Konter das 2:0 folgen (2.). In der dritten Minute parierte Palasics glänzend gegen Tom Bergner – ein schwungvoller Beginn. Da mochten auch Enderleit und Leon Stehl nicht nachstehen und trafen zum 3:1 und 4:2. Zum 5:2, 6:2 und 7:2 erfolgreich: der junge Schweizer Sigrist (10.). Auch wenn nicht alles bei den Nordhessen klappte – der Start der MT war mehr als respektabel. Bei den Gästen machte sich das Fehlen des Abwehrchefs Gerdas Babarskas bemerkbar.
Nach zwölf Minuten lagen die Melsunger 8:2 vorn. In Worten: ACHT ZU ZWEI! Die Bergischen Löwen brachten nach einer Auszeit frische Kräfte. Der frühere MT-Spieler Julian Fuchs beendete eine sechsminütige Durststrecke des Tabellenvorletzten.
Die Heimmannschaft musste vor 3547 Zuschauern aufpassen, dass sie nicht überdreht. Parrondo brachte nach einer Viertelstunde Aaron Mensing, David Mandic und Ruben Marchan. Das 11:5 war eine spektakuläre Co-Produktion von Mandic und Torschütze Marchan (20.). Kurz darauf hatte der BHC aber auf 8:11 verkürzt und kämpfte verbissen um ein besseres Ergebnis. Teilweise griff er mit vier Rückraumakteuren an. Tom Bergner markierte das 10:12 für den Gast (26.). Zur Pause konnte von einer Vorentscheidung noch nicht die Rede sein (15:13).
Nach dem Wechsel stand es sogar nur noch 15:14. Der starke Sören Steinhaus hatte mit einem abgefälschten Ball das Glück des Tüchtigen. Melsungen musste auf der Hut sein. Inzwischen war bei den Nordhessen Erik Balenciaga im Spiel. Dem Spanier gelang in Unterzahl das 19:17 (38.). Der Favorit brauchte Unterstützung von den Rängen – und die Zuschauer trieben das Team an. Ein Zwischenspurt brachte der MT eine 23:19-Führung ein: mit Treffern von Stefansson, Balenciaga und Stehl. Palasics bekam zumindest ab und an eine Hand an den Ball.
Parrondo nutzte nun das Sieben-gegen-sechs. Der Lohn: das 24:20 durch Mensing. Aber der BHC ließ sich nicht abschütteln. Adrian Sipos und Johannes Golla bekamen im Innenblock eine Menge zu tun. In Überzahl erhöhte der zusehends stärker werdende Stefansson auf Zuspiel von Stehl auf 28:23 (52.). Das 29:24 resultierte aus einem tollen Heber von Mandic (53.). Melsungen bog mit dem 30:24 von Sipos, dem 31:24 von Daniel Dujshebaev und dem 32:24 von Olle Forsell Schefvert auf die Siegerstraße ein. Der Rest war Formsache. Jetzt kann Plock kommen. (Björn Mahr)