Merz will nach Spahns Rücktritt "relativ bald" neuen Unionsfraktionschef vorschlagen
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Merz will nach Spahns Rücktritt "relativ bald" neuen Unionsfraktionschef vorschlagen
Der bisherige Fraktionschef der deutschen Unionsparteien CDU/CSU Jens Spahn hatte am Samstag nach immer größerem Druck wegen einer Leihmutterschaft seinen Rücktritt erklärt
Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, dass er nach Absprache mit CSU-Chef Markus Söder "relativ bald" einen Vorschlag für die Nachfolge des zurückgetretenen Unionsfraktionschefs Jens Spahn machen wird. "Die Fraktion ist, wenn notwendig, arbeitsfähig. Wir werden in den Parteigremien in den nächsten Tagen darüber sprechen und wir werden relativ bald einen Vorschlag machen, aber es drängt uns jetzt die Zeit nicht", sagte Merz am Sonntag im ZDF-Sommerinterview.
Mögliche Kabinettsumbildung
Der Kanzler schloss nicht aus, dass es dabei auch zu einer Kabinettsumbildung kommen könnte. "Es könnte eine Gelegenheit sein", sagte er auf die Frage, ob Politiker aus der Regierung an die Fraktionsspitze rücken könnten. Details nannte er nicht. Hintergrund sind Spekulationen, dass etwa Kanzleramtschef Thorsten Frei, Gesundheitsministerin Nina Warken (beide CDU) oder Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) an die Fraktionsspitze rücken könnten.
In welcher Form es eine Klärung über die Nachfolgefrage mit der Fraktion geben werde, ließ der Kanzler offen. "Das müssen wir besprechen. Das ist ... eine Frage, die wir jetzt in aller Ruhe in den nächsten Tagen in der Fraktion besprechen werden", sagte der CDU-Chef. Die Fraktionen seien jetzt in der parlamentarischen Sommerpause. Die Abgeordneten machten nicht alle Urlaub, aber zunächst einmal gebe es bis Anfang September eine sitzungsfreie Zeit.
Rücktritt nach Debatte um Leihmutterschaft
Der bisherige Fraktionschef der deutschen Unionsparteien CDU/CSU Jens Spahn hatte am Samstag seinen Rücktritt erklärt. Nach immer größerem Druck aus den eigenen Reihen wegen seiner Vaterschaft mit Hilfe einer Leihmutter, teilte Spahn die Entscheidung in einem Schreiben an seine Fraktion mit. Sein persönliches Familienglück sei nicht mit dem politischen Amt vereinbar, so Spahn. Zuvor hatte ihn CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz zu dem Schritt aufgefordert. (Reuters, APA, 19.7.2026)
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