60,8 Milliarden Umsatz, 784 Millionen übrig: Diese Zahlen zeigen Metas riskante KI-Strategie
Meta-Aktie stürzt nach Quartalszahlen ab – obwohl der Umsatz so hoch ist wie nie zuvor
Stand: 30.07.2026, 07:30 Uhr
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Meta steigert den Quartalsumsatz auf 60,8 Milliarden Dollar. Nach hohen Investitionen bleiben jedoch nur 784 Millionen Dollar freier Cashflow. Die Aktie verliert nachbörslich zeitweise mehr als neun Prozent.
Menlo Park – Meta wächst rasant und verschreckt trotzdem die Börse. Der Konzern steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Nach Veröffentlichung der Zahlen verlor die Aktie im nachbörslichen US-Handel zeitweise mehr als neun Prozent.
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Der Grund liegt weniger im operativen Geschäft als in den enormen Ausgaben für neue Infrastruktur. Meta investiert massiv in Rechenzentren, Chips und KI-Systeme. Dadurch bleibt trotz hoher laufender Einnahmen deutlich weniger frei verfügbares Geld übrig.

Die entscheidende Kennzahl ist nicht der operative, sondern der freie Cashflow. Meta erwirtschaftete im zweiten Quartal 31,86 Milliarden Dollar Cashflow aus dem laufenden Geschäft. Gleichzeitig lagen die Investitionsausgaben bei 31,08 Milliarden Dollar.
Nach diesen Investitionen blieben lediglich 784 Millionen Dollar freier Cashflow übrig. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von rund 91 Prozent. Die Zahl zeigt nicht, dass Metas Kerngeschäft plötzlich kaum noch Geld erwirtschaftet. Sie zeigt vielmehr, wie viel Kapital der Konzern aktuell in seine Infrastruktur steckt.
Genau diese Unterscheidung ist entscheidend: Meta verdient operativ weiterhin Milliarden, bindet aber einen sehr großen Teil davon unmittelbar in Rechenzentren und technischen Kapazitäten.
Der KI-Ausbau wird noch teurer
Meta erhöhte die Untergrenze seiner Investitionsprognose für 2026 von 125 auf 130 Milliarden Dollar. Die Obergrenze bleibt bei 145 Milliarden Dollar. Die Spanne umfasst die gesamten Investitionsausgaben, darunter Ausgaben für Rechenzentren, technische Infrastruktur und KI-Kapazitäten.
Im Jahr 2025 lagen diese Ausgaben bei rund 72 Milliarden Dollar. Damit könnten sie 2026 um rund 80 bis gut 100 Prozent steigen. Es handelt sich also je nach tatsächlichem Endwert um eine annähernde bis leichte Verdopplung.
Für das laufende Quartal erwartet Meta einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar. Das Werbegeschäft rund um Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads bleibt damit eine starke Einnahmequelle. Offen ist jedoch, wann der massive Ausbau der KI-Infrastruktur zusätzliche Erlöse in einer ähnlichen Größenordnung erzeugt.
Gewinn und Rechtskosten belasten zusätzlich
Der Nettogewinn sank im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 15,85 Milliarden Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie fiel um 13 Prozent auf 6,18 Dollar.
In den Quartalszahlen weist Meta außerdem Belastungen von 2,4 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren aus. Nach Angaben von n-tv betreffen diese unter anderem Vorwürfe, das Design von Facebook und Instagram könne problematisches oder suchtähnliches Nutzungsverhalten fördern.
Welche einzelnen Verfahren und möglichen Zahlungsverpflichtungen hinter dem gesamten Betrag stehen, lässt sich aus der Medienquelle nicht vollständig nachvollziehen. Die Rechtskosten sind daher ein zusätzlicher Belastungsfaktor, sollten aber nicht mit den Investitionen in KI-Infrastruktur vermischt werden.
Externe Investoren beteiligen sich an Rechenzentren
Meta bindet bei einzelnen Infrastrukturprojekten externe Kapitalgeber ein. Nach Angaben von n-tv übernimmt BlackRock 80 Prozent der Anteile an einer rund 14 Milliarden Dollar teuren Anlage in Texas. Bei einem weiteren Rechenzentrum soll Blue Owl beteiligt sein.
Daraus folgt nicht automatisch, dass Meta seine Investitionen nicht mehr selbst finanzieren könnte. Die Konstruktionen verteilen jedoch Kapitalbedarf und Projektrisiken auf mehrere Partner. Sie zeigen zugleich, welche Größenordnung der globale Ausbau von KI-Rechenzentren inzwischen erreicht hat.
Business Punk Check
Fakt ist: Metas operatives Geschäft erzeugt weiterhin sehr viel Geld. Der operative Cashflow lag im zweiten Quartal bei 31,86 Milliarden Dollar. Nach Investitionsausgaben von 31,08 Milliarden Dollar blieben allerdings nur 784 Millionen Dollar freier Cashflow übrig.
Die Interpretation: Die Börse zweifelt nicht grundsätzlich an Metas Fähigkeit, Geld zu verdienen. Sie stellt die Frage, ob der immer teurere Infrastrukturaufbau schnell genug zusätzliche Erlöse erzeugt. Genau hier liegt Zuckerbergs Wette. Der Konzern setzt einen erheblichen Teil seiner finanziellen Stärke dafür ein, im KI-Markt nicht nur mitzuspielen, sondern die Infrastruktur des nächsten Plattformzyklus mitzubauen.
Ob daraus ein Wettbewerbsvorteil oder eine dauerhaft belastende Kostenstruktur entsteht, lässt sich anhand eines einzelnen Quartals noch nicht beantworten.